Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Berger

"Vettel fehlt nur noch Erfahrung"

Foto: Red Bull 42 Bilder

Erster Einsatz, erste Punkte: Das Debüt des neuen Toro Rosso STR3 war ein voller Erfolg. Nach einer fehlerlosen Fahrt erreichte Sebastian Vettel als Fünfter das Ziel und erntete dafür Lob von allen Seiten.

27.05.2008

Zusammen mit den zwei Punkten von Sebastien Bourdais beim Saisonauftakt steht das Punktekonto damit schon auf sechs Zählern. Der erste Dank von Teambesitzer Gerhard Berger richtete sich deshalb an den Mutterkonzern: "Red Bull hat uns ein Auto geliefert, das gleich bei seinem ersten Rennen ins Ziel gekommen ist. Da kann ich nur sagen: Hut ab."

Am Donnerstag hatte es noch nicht nach einem Happy-End bei der Premiere des STR3 ausgesehen. Vettel und Bourdais landeten am ersten Trainingstag am Ende des Feldes. Sogar die Force India-Piloten waren schneller. Weil auch die Red Bull mit den Monte Carlo-Veteranen David Coulthard und Mark Webber schlecht platziert waren, wurden bereits Stimmen laut, dass Toro Rosso besser daran getan hätte, noch einmal das alte Auto zum Einsatz zu bringen. Das nämlich ist von der Gewichtsverteilung her hecklastiger, was in Monte Carlo von Vorteil ist.

Teamchef Franz Tost winkte ab: "Wir müssen das neue Auto ans Laufen bringen und lernen. Da zählt jeder Kilometer." Nachdem Toro Rosso für den Samstag sämtlichen Ballast nach hinten transferiert hatte, lief es gleich besser. Deshalb war man von den Startplätzen 16 und 19 fast ein bisschen enttäuscht.

Fehler bei der Reifenwahl

Die Qualifikation bewies, dass nichts über Erfahrung geht. Das Team verspekulierte sich mit den Reifen. "Wir hätten die harten Reifen statt den weichen nehmen sollen", ärgerte sich Vettel. "Die harte Mischung hatte bessere Kurvenstabilität und sie war über die Runde konstanter. Mit den weichen hat entweder der erste oder der letzte Sektor nicht gepasst." Teamchef Franz Tost sah dies auch als Lernprozess für seine Fahrer an. "Unsere Jungs sind das erste Mal in einem Formel 1-Auto in Monte Carlo gefahren, noch dazu in einem, das neu und nicht optimal abgestimmt war. Sie haben ihre Sache gut gemacht."

Noch besser machte es Vettel im Rennen. Der 20-jährige Heppenheimer zählte neben Robert Kubica, Mark Webber, Rubens Barrichello und Adrian Sutil zu den fünf Fahrern, die fehlerfrei durch die 76-Rundenschlacht kamen. "Das ist Vettels große Qualität", lobte Berger. "Ich bin beeindruckt, wie viel Geduld er gerade in der ersten Hälfte des Rennens gezeigt hat. Als dann die Bahn frei war, ist er Schritt für Schritt schneller geworden." Das Fazit des zehnfachen GP-Siegers: "Das einzige, was Vettel noch fehlt, ist Erfahrung. Ich kann jetzt nur allen raten, Sebastian in Ruhe Entwicklungszeit zu gönnen. Wer ihn jetzt schon wieder zum Superstar ausruft, tut ihm keinen gefallen."

Bremsklotz Piquet

Vettel selbst wollte den fünften Platz von Monte Carlo auch nicht mit dem vierten Rang von Shanghai 2007 vergleichen. "Beides war auf seine Art gut, beides waren schwierige Rennen. Hier in Monte Carlo war es vielleicht noch schwieriger, keinen Fehler zu machen. In den ersten Runden stand ich nur quer. Besonders die weißen Markierungslinien auf der Strecke waren tückisch. Hinter Piquet habe ich viel Zeit verloren. Er hatte mit den Extremwetterreifen die falschen Reifen drauf, wurde auf der abtrocknenden Fahrbahn immer langsamer. Leider hatte er eine sehr gute Traktion, weil dieser Typ Regenreifen so weich ist, dass er beim Beschleunigen gut haftet. Als ich in der Loews-Kurve den Stau hinter Alonso und Heidfeld sah, habe ich an eine ähnliche Szene aus dem GP2-Rennen vom Freitag erinnert und rechtzeitig die Kupplung gezogen. Dann half nur Warten, bis die Bahn wieder frei war." Mark Webber, der im Stau vor Vettel stand, witzelte: "Ich wollte mir schon eine Tasse Tee bestellen."

Toro Rosso blickt jetzt zuversichtlich in die nächsten Rennen, auch wenn Montreal ähnlich wie Monte Carlo eine Strecke ist, auf der man mit der Abstimmung leicht danebenliegen kann, wenn man sein Auto nicht kennt. Für Berger beginnt die Saison in Magny-Cours. "Auch das Rennen in Montreal kann eine Lotterie werden. Bis Magny-Cours sollten wir das neue Auto so weit im Griff haben, dass wir davon profitieren." Bis dahin gibt es für Toro Rosso auch eine erste Ausbaustufe. Der STR3 von Monte Carlo entsprach nämlich nur dem Red Bull RB4 vom Saisonauftakt in Melbourne.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden