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Bernie bleibt gelassen

Foto: Reinhard

Die Niederlage gegen seine Hauptgesellschafter vor dem Highcourt in London treibt Bernie Ecclestone nicht die Schweißperlen auf die Stirn. Die Banken, die ihn erfolgreich verklagt haben, sind diejenigen, die in der Falle sitzen.

07.12.2004

Auf die Frage, was sich nach dem Richterspruch für ihn und die Formel 1 ändern wird, antwortete Bernie Ecclestone mit einem Wort: "Nichts." Der 74-Jährige kann seiner Zukunft relativ entgegensehen. Tatsächlich haben die Banken Lehman Brothers, JP Morgan und die Bayerische Landesbank die Alleinherrschaft, die Ecclestone mittles Strohleuten (von seiner Ehefrau bis zur Gattin eines Anwalts) per Gerichtsbeschluss gebrochen, nur können sie den Kurs des Schiffes kaum ändern.

Das Dilemma ist immer noch das gleiche: Den Banken gehören 75 Prozent der Vermarktungsrechte der Formel 1. Diese sind ab dem Tag, an dem die Formel 1 nicht mehr existiert, nichts mehr wert. Um ihre Investitionen von über einer Milliarde Dollar zurückzuerhalten, muss die Rennserie weiterbestehen.

Ecclestone: "Ungeliebtes Haus"

Die Banken müssen einerseits auf die Teams einwirken, weiter in der Formel 1 mitzuspielen, gleichzeitig müssen sie die Hersteller davon abbringen, 2008 mit der GPWC eine Gegenrennserie aus der Taufe zu heben. "Sie haben sich ein Haus gekauft, das sie gar nicht haben wollten", sagt Ecclestone.

Die Banken würden ihre Anteile lieber heute als morgen zu Geld machen. Da aber zunächst eine Anleihe für 1,4 Milliarden zurückzuzahlen ist, dauert es noch einige Jahre, bis sie in die Gewinnzone kommen. Eine deutlich höhere Geldausschüttung, um die Teams bei der Stange zu halten, erhöht den finanziellen Druck zusätzlich.

Teams trauen den Banken nicht

Immerhin haben die Banken durch das Gerichtsurteil jetzt einen Hebel in der Hand: Sie können Ecclestone nötigen, endlich die Absichtserklärung mit Herstellern und Teams zu unterschrieben, die der Formel 1-Chef so lange verschleppt hat. Sie bedeutet eine Erneuerung des Concorde-Abkommens und garantiert den Rennställen mehr Geld, den Herstellern mehr Transparenz und der Formel 1 eine mittelfristige Zukunft.

Um seine eigene Existenz macht sich Ecclestone wenig Sorgen. Die Teams trauen den Banken noch weniger über den Weg als ihm selbst. Sie werden sich gegen eine absetzung wehren. Außerdem kann die Sporthoheit FIA ohne Angabe von Gründen jeden anderen Geschätfsführer ablehnen. FIA-Präsident Max Mosley ist ein alter Freund von Bernie Ecclestone.

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