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Bernie Ecclestone Exklusiv-Interview - Teil 2

"Ich kann Mercedes nicht zwingen"

Bernie Ecclestone Mercedes 2012 Foto: xpb 41 Bilder

Bernie Ecclestone spricht im großen Exklusiv-Interview zum ersten Mal über die Details des Concorde-Abkommens mit den Teams, die Verhandlungen mit Mercedes, den geplanten Börsengang, den künftigen Rennkalender und seine Ideen für die Formel 1 der Zukunft. Teil 2: Das Problem Mercedes.

18.04.2012 Michael Schmidt
Wir hören, dass Mercedes nicht zu der Gruppe der Auserwählten zählt, mit denen Sie sich geeinigt haben. Was haben Sie gegen Mercedes?

Ecclestone: Mercedes ist für die Formel 1 sehr wichtig. Ich habe sie immer unterstützt und werde es immer tun. Wir sprechen hier über die Firma Mercedes.

Also gibt es Probleme mit dem Team. Was läuft da schief?

Ecclestone: Wenn man die Wurzeln des Teams zurückverfolgt, dann haben sie mit Tyrrell angefangen. Seitdem gab es aber vier Eigentümer und vier verschiedene Namen. Ich kann in diesem Team wenig Historie erkennen.

Dafür müssen sie bezahlen?

Ecclestone: Überhaupt nicht. Wir behandeln jeden gleich. Es gibt einen Bonus für die Historie und den Erfolg.

Mercedes sieht das wahrscheinlich anders. Die Silberpfeile sind neben Ferrari die zweitwichtigste Marke im Feld, sie beliefern drei Teams mit Motoren, sie haben Michael Schumacher zurückgebracht. Zählt das nichts?

Ecclestone: Das erkennen wir selbstverständlich an. Doch wenn wir es genau nehmen, dann ist Mercedes erst seit zwei Jahren in der Formel 1. Und sie haben die Weltmeisterschaft seitdem nicht gewonnen. Und nun auch erst ein Rennen.

Ist es ein Problem, dass Ihnen ein Autokonzern keine Garantien bis 2020 geben kann?

Ecclestone: Ich kann nicht für sie sprechen. Wahrscheinlich ist es schwierig, so eine Garantie abzugeben. Andererseits sind sie auch in der Lage auf anderen Gebieten langfristige Verträge zu unterschreiben. Vergessen Sie nicht. Die Automarke Mercedes ist ein Aktionär des Formel 1-Teams. Es ist also nur eine Frage, ob dieser Anteilseigner oder ein anderer für seinen Anteil am Team eine Garantie abgeben will.

Haben Sie mit Herrn Zetsche darüber gesprochen?

Ecclestone: Ich habe mit ihm letzte Woche über meine Position zum Thema Mercedes gesprochen.

Hat er sie verstanden?

Ecclestone: Ich denke schon.

Sind Sie optimistisch, dass es in diesem Fall noch zu einer Einigung kommt, oder riskieren Sie lieber, dass Mercedes aussteigt?

Ecclestone: Ich kann sie zu nichts zwingen. Das Team muss wissen, was sie tun wollen. Sie haben seit einem Monat einen Vertragsentwurf auf dem Tisch liegen. Wir haben mit dem Teamchef darüber gesprochen, und er scheint zu glauben, dass dieses Team einige WM-Titel und um die 80 Rennen seit den Tagen von Tyrrell gewonnen hat. Ich konnte nicht einmal feststellen, dass sie für diesen Zeitraum unter dem Namen Mercedes genannt haben. Wo kommen dann die Siege her?

Gab es kürzlich nicht viele Teams, die ihren Namen gewechselt haben?

Ecclestone: Richtig. Es waren zu viele. Wir haben zugestimmt, dass der Name von Brawn GP in Mercedes geändert wird, weil Mercedes ein besserer Name ist. Das war vielleicht ein Fehler.

Und Lotus?

Ecclestone: Die haben schon vorher den Namen Lotus in sich getragen. Ich gebe aber zu, dass wir dieses Thema hätten besser lösen müssen. In Zukunft werden wir keine Namenswechsel mehr zulassen. Das wird in dem neuen Abkommen so festgelegt werden.

Es gibt Gerüchte, dass Sie Mercedes vor dem Europäischen Gerichtshof wegen Verletzung der Wettbewerbsrechte verklagen will, wenn es zu keiner einvernehmlichen Lösung kommt. Hat das Aussicht auf Erfolg?

Ecclestone: Keine Ahnung. Wenn sie sich so entscheiden, dann haben sie sich vorher ohne Zweifel gut beraten lassen.

Lesen Sie hier die weiteren Teile des großen Ecclestone Interviews:

>> Teil 1: "Nur wenig Historie bei Mercedes"
>> Teil 2: "Ich kann Mercedes zu nichts zwingen"
>> Teil 3: "Rate den Teams, Anteile zu kaufen"
>> Teil 4: Formel 1 mit Grand Slam-Rennen?

In der neuen auto motor und sport-Ausgabe (Heft 10/2012) lesen Sie alles über die Hintergründe des Concorde Abkommens und wie Bernie Ecclestone die Teams wieder über den Tisch gezogen hat.

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