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Last-Minute Fahrerwechsel

Bianchi statt Razia bei Marussia

Jules Bianchi 2013 Foto: xpb 16 Bilder

Marussia hat seinen Fahrer gewechselt. Luiz Razia fliegt raus, weil das versprochene Sponsorgeld ausgeblieben ist. Sein Nachfolger ist Jules Bianchi, der gerade das Duell um das zweite Force India-Cockpit gegen Adrian Sutil verloren hatte.

01.03.2013 Michael Schmidt

Es sind Zustände wie vor 20 oder 25 Jahren. Als die Formel 1 noch ein wilder Haufen war und bis zu 18 Teams eingeschrieben waren. Damals haben Teams wie Minardi, Coloni, AGS oder Andrea Moda auch von der Hand in den Mund gelebt. Der Fahrer, der die größte Mitgift brachte, bekam den Sitz. War das Geld aufgebraucht, kam der nächste dran.

Die Situation bei Marussia erinnert ein bisschen an die schlechte, alte Zeit. 16 Tage vor dem Saisonstart hat das Team seinen zweiten Fahrer ausgetauscht. Luiz Razia hat nach zwei Testtagen seinen Sitz verloren. Das Sponsorgeld, das der 24-jährige Brasilianer mitbringen wollte, kam nie an.

Bianchi raus bei Force India, rein bei Marussia

Seitdem hat Max Chilton sechs Testtage am Stück abgespult. Mehr als Weltmeister Sebastian Vettel oder Ferrari-Star Fernando Alonso. Am Samstag muss der Engländer das Cockpit erst einmal räumen. Dann nimmt Jules Bianchi Platz. Der Franzose fand nur zwei Tage nach dem Entscheid von Force India für Adrian Sutil und gegen ihn, einen Ersatz.

Teamchef John Booth erklärte den Wechsel so: "Wir sahen uns in die Lage versetzt, den Vertrag mit Razia aufzukündigen. Es wurde ihm klar gemacht, auf welcher Basis wir 2013 arbeiten müssen, um die langfristige Zukunft des Teams zu sichern. Das wurde nicht erfüllt."

Bianchi bringt Sponsoren

Eines ist klar: Auch Jules Bianchi fährt nicht für einen Nuller beim kleinsten Team der Formel 1. Der 23-jährige Franzose hatte ein Sponsorpaket für den Force India-Sitz geschnürt, und er hat die Unterstützung von Ferrari. Da liegt es auf der Hand, dass zumindest ein Teil der für Force India eingeplanten Mitgift zu Marussia fließt.

Außerdem wäre es keine Überraschung, wenn Marussia 2014 mit Ferrari-Motoren fahren würde. Der neue Ferrari V6-Turbo soll im Paket mit dem Hybridantrieb billiger als die Antriebstechnologie von Mercedes und Renault sein. Um Bianchi für Marussia schmackhaft zu machen, ist auch ein zusätzlicher Preisnachlass von Ferrari an Marussia denkbar.

Bianchi könnte Trumpfkarte für Platz 10 sein

Für Bianchi beginnt die Arbeit am Samstag (2.3.2013). Der Dritte der GP2-Serie von 2010 und 2011 wird an den letzten beiden Testtagen im Marussia sitzen. Der Enttäuschung mit Force India folgte nun ein kleines Trostpflaster. "Ich bin erleichtert, dass es geklappt hat. Mein Ziel war ein Stammplatz in der Formel 1. Deshalb bin ich froh, dass ich nun diese Gelegenheit erhalte. Gleichzeitig möchte ich der Ferrari Fahrer Akademie danken, die mich immer unterstützt hat." Noch Fragen?

Bianchi könnte sich für Marussia doppelt auszahlen. Der Mann aus Nizza gilt als deutlich schneller als sein Vorgänger Luiz Razia. Das könnte im Duell um Platz zehn mit Caterham die entscheidene Trumpfkarte sein. Man hat einen Fahrer, der schnell ist und der Geld mitbringt.

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