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Formel 1 Blog

Grand Prix Bahrain: Es gibt nur Verlierer

Foto: xpb 59 Bilder

War es die richtige Entscheidung in Bahrain ein Fomel 1-Rennen auszutragen? Wahrscheinlich nicht, meint Formel 1-Experte Michael Schmidt in seinem Blog. Denn es gibt seiner Meinung nach nur Verlierer.

21.04.2012

War es richtig in Bahrain ein Formel 1-Rennen auszutragen? Wahrscheinlich nicht. Auch wenn bis jetzt alles weitgehend ruhig geblieben ist. Es gibt nur Verlierer. Der Sport muss sich die Frage stellen, warum man das Schicksal überhaupt herausgefordert hat. Die Machthaber in Bahrain haben nicht das erreicht, was sie wollten. Und die Opposition vermutlich auch nicht, es sei denn, es platzt noch die ganz große Bombe. Sie bekommt für ein Wochenende Schlagzeilen. Wetten, dass ihr Anliegen in einer Woche schon wieder vergessen ist. Dann kehrt Syrien in die Schlagzeilen zurück.

Politische Propagandaveranstaltung

Die Formel 1 hat sich von der Politik missbrauchen lassen. Da ist der Verweis auf ähnliche Zustände in China, Indien oder die USA mit ihrem rechtlosen Gefangenenlager in Guantanamo wenig hilfreich. Dort findet der Grand Prix aus rein wirtschaftlichen Interessen statt. Für Bahrain ist die motorsportliche Großveranstaltung das Tor zur Welt. Er soll die Öffentlichkeit wissen lassen, dass es dieses Land überhaupt gibt. Vor einer Woche fand ein Internationales Golfturnier in Bahrain statt. Kein Mensch nahm davon Notiz. Der Grand Prix dagegen ist für Bahrain das, was die Olympischen Spiele 2008 in Peking für China waren. Eine politische Propagandaveranstaltung.

Die regierende Partei des Inselstaates hat gehofft, sich über den Grand Prix zu resozialisieren. Das ist ihr nicht gelungen, weil es nicht gelingen konnte. Viele Reporter sind mit dem festen Vorsatz nach Bahrain gereist, eine Art Kriegszustand herbeizuschreiben. Die Außendarstellung ist zumindest bis jetzt, Stand Samstagmittag, übertrieben. Jede Demonstration, jeder Zwischenfall zwischen Rebellen und der Polizei nahm mehr Platz in der Berichterstattung ein als das Rennen selbst. Man hat vergessen, dass Molotov-Cocktails und Brandsätze seit 14 Monaten zum Straßenbild von Manama und Umgebung gehören. Die Welt hat sich nur nicht darum gekümmert. Jetzt tut sie es. Das hätte eigentlich auch denen in Bahrain einleuchten müssen, die geglaubt haben, sie könnten ihr Volk mit dem Grand Prix wieder vereinen.

Vorher keine Reisewarnungen

Die Formel 1 hat den Fehler gemacht, das Rennen im Dezember überhaupt auf den Kalender gesetzt zu haben. Damit setzten sich die FIA und Bernie Ecclestone selbst unter Druck, weil sie von dem Augenblick an vertragliche Zusagen gebunden waren. Den Bahrainis nahmen sie die Gelegenheit, das Rennen abzusagen. Jeder Verzicht hätte wie eine Kapitulation ausgesehen. Es wäre gescheiter gewesen, irgendwo im Kalender eine Vierwochenlücke zu lassen. Man hätte dann mit einem besseren Blick auf die Situation im Land das Rennen nachträglich immer noch ansetzen oder es einfach ohne großes Aufsehen weglassen können.

Ein Witz ist, dass Politiker in den USA und Großbritannien jetzt plötzlich warnen, in das Land zu reisen und die Formel 1 dafür ins Kreuzfeuer nehmen, die unsichere Lage heraufbeschworen zu haben. Das hätte ihnen auch vor drei Wochen schon einfallen müssen. Mit einer Reisewarnung hätten sie die Austragung des Rennens ganz einfach verhindern können. Sie haben es nicht, weil es zu viele militärische und finanzielle Interessen in der Region gibt. Im Prinzip sind diese Politiker nicht besser als die Leute, die sie jetzt kritisieren. 

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