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BMW kauft Sauber

2006 eigenes Auto

Foto: BMW

BMW geht im kommenden Jahr erstmals mit einem eigenen Rennwagen auf Titeljagd in der Formel 1. Dafür übernimmt der Konzern die Mehrheitsanteile am Schweizer Sauber-Team.

22.06.2005

"Die Entscheidung ist ein starkes und langfristiges Bekenntnis von BMW zur Formel 1", begründete Entwicklungsvorstand Burkhard Göschel am Mittwoch (21.6.) in München bei der Bekanntgabe dieses seit langem erwarteten Beschlusses den Schritt des bayerischen Unternehmens. BMW- Motorsportdirektor Mario Theissen ergänzte: "Hauptgrund für diese Übernahme ist unser langfristiges Ziel, den WM-Titel zu gewinnen." Peter Sauber bezeichnete die neue Partnerschaft mit einem Hersteller als "eine ideale Lösung" für sein Team.

Keine überraschende Nachricht

Mit dem Kauf von Sauber - in den nächsten drei Jahren wird BMW auch die Anteile der Schweizer Bank Credit Suisse an der Sauber Holding AG übernehmen - dürfte gleichzeitig die Ehe mit dem aktuellen Partner Williams noch vor dem verflixten siebten Jahr vorbei sein. Theissen sagte zwar: "Ich würde mich freuen, wenn Williams auch in der kommenden Saison mit unseren Motoren fahren würde." Aber für eine weitere Partnerschaft, wenn auch auf nicht so hohem Niveau wie bisher, scheinen beide schon zu sehr zerstritten zu sein.

Überraschend kam diese offiziell in der Nacht zum Mittwoch vom BMW-Vorstand beschlossene Entscheidung pro Sauber nicht - allenfalls die kurzfristige Einladung zur Pressekonferenz am Vormittag. Der bayerische Motorenproduzent und der britische Chassispartner hatten sich zuletzt in einem regelrechten "Rosenkrieg" gegenseitig immer stärker beschimpft - die verbalen Attacken gingen teilweise unter die Gürtellinie. Die endgültige Trennung wird wohl zum Saisonende erfolgen, zumal Williams angesichts der tiefen Zerwürfnisse schon längst eingeräumt hatte, sich nach einem neuen Motorenpartner umzuschauen.

"Die Formel 1 ist für BMW die richtige Plattform, unsere Kompetenz als Automobilhersteller zu demonstrieren", sagte Göschel. BMW werde vom 1. Januar 2006 an die Verantwortung für das Gesamtpaket "und damit auch die Schlüsselfaktoren Chassis, Reifen und Fahrer" übernehmen. Einzelheiten dazu wie auch zum künftigen Namen und Teamchef sollen erst 2006 bekannt gegeben werden. Aber schon jetzt kursierte in München, der frühere BMW-Pilot und -Motorsportdirektor Gerhard Berger sei ein heißer Anwärter für die Rolle als Rennleiter. Theissen werden ebenfalls Ambitionen nachgesagt, Teamchef zu werden. Nick Heidfeld gilt als Wunschpilot, auch wenn der Mönchengladbacher derzeit Williams-Angestellter ist. Sein Wechsel ist nur eine Frage des Geldes.

Geld war bei der Bekanntgabe jedoch auch kein offizielles Thema. Schätzungsweise muss BMW Sauber rund 100 Millionen Euro für den Verkauf seines 1970 in Hinwil gegründeten Rennstalls bezahlen. Der Schweizer zieht sich künftig aus der operativen Leitung zurück, bleibt aber Berater. Hinwil bleibt unter BMW als Basis erhalten und soll laut Theissen sogar ausgebaut werden. "Die Partnerschaft mit BMW garantiert Kontinuität", betonte Sauber. Die Bestandsgarantie ist für sein Lebenswerk von großer Bedeutung.

BMW weiß, dass der Weg bis zur Weltmeisterschaft weit und beschwerlich wird. "Wir erwarten in der neuen Konstellation keinen Erfolg aus dem Stand", sagte Göschel. Langfristig gesehen sei die Entscheidung aber richtig. Theissen sieht BMW angesichts "der komplexen Aufgabe Gesamtfahrzeug" sogar in der Rolle eines Lehrlings. "Uns ist bewusst, dass wir eine Lehrzeit vor uns haben, dass man Erfolg zwar planen, aber nicht von der Stange kaufen kann", sagte der Motorsportchef.

Theissen versicherte, dass das erweiterte Formel-1-Engagement nicht zu Lasten anderer BMW-Projekte im Motorsport gehe. Die Bayern treten unter anderem in der Tourenwagen-WM und bei renommierten Langstreckenrennen weltweit an. Allein in die Königsklasse muss der Konzern künftig jährlich mindestens 200 Millionen Euro investieren.

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