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BMW: KERS-Unfall von Jerez geklärt

Vier Wochen nach dem Zwischenfall bei Hybrid-Terstfahrten von BMW in Jerez sind die Ursachen, warum ein Mechaniker beim Berühren des Seitenkastens des Autos und des Lenkrades in der Boxengasse einen Stromschlag erhielt, geklärt.

Zwischen den beiden Berührpunkten hatte eine hochfrequente Wechselspannung bestanden. Als Ausgangspunkt des Problems erwies sich das Steuergerät, in dem es sporadisch ein Übersprechen (unerwünschte Übertragungen von elektrischer Spannung zwischen zwei Übertragungsmedien aufgrund induktiver oder kapazitiver Kopplung) vom Hochvolt in das 12-Volt-Netz gegeben hat. Über die Leitungen des 12-Volt-Netzes ist die Spannung zum Lenkrad und über das Karbonchassis zurück zum Steuergerät gelangt. Somit war der Stromkreis geschlossen.

Probleme erst beim zweiten Testlauf

Kohlefaser gilt übrigens als ausgezeichneter Leiter. Das Steuergerät war zwischen dem Probelauf in Miramas und dem Test in Jerez modifiziert worden. Das würde erklären, warum die ersten 41 Testkilometer mit Marko Asmer am Steuer völlig problemlos verliefen und der Effekt da noch nicht auftrat.

Markus Duesmann, Leiter der Antriebsentwicklung bei BMW, erklärt zunächst, warum die Ursachenforschung so kompliziert war. "Der Übersprecheffekt war zunächst am Fahrzeug nicht reproduzierbar, da es sich um einen sporadisch aufgetretenen Fehler des Steuergerätes handelt. Aufgrund der hohen Frequenz, der sich ergebenden Spannung am Lenkrad, erkannten die Sicherheitsmechanismen und Datenaufzeichnungen den Fehler nicht. Deshalb mussten alle theoretischen Möglichkeiten systematisch untersucht und durch Versuche analysiert werden." 

Keine Lebensgefahr

Der Effekt äußerte sich auch nur unter bestimmten Rahmenbedingungen. BMW musste diese aufwändig simulieren, da das Auto im Labor ja nicht im Fahrbetrieb ist. Laut Duesmann war der Mechaniker zu keiner Zeit ernsthaft gefährdet, weil die übertragene Energie bei dem Übersprech-Effekt zu gering ist. "Die Energie reicht jedoch aus, um eine sehr schmerzhafte Reaktion auszulösen." Testpilot Christian Klien war durch die Handschuhe und den Rennoverall gegen das Fahrzeug isoliert und somit auch nicht in Gefahr, einen Stromschlag abzubekommen.

Um eine Wiederholung auszuschließen wird BMW das Steuergerät modifizieren. Dazu sollen erweiterte Überwachungsfunktionen im Bereich hoher Frequenzen und eine leitende Verbindung der Chassis-Bauteile zur Vermeidung jeglicher Spannungspotenziale installiert werden. BMW will seine Erkenntnisse aus dem Unfall auch den anderen Teams bei der nächsten Sitzung der Technischen Arbeitsgruppe zur Verfügung stellen. Der nächste Test mit dem KERS-System (kinetic energy recovery system) soll nach Angaben von Duesmann im Herbst stattfinden.

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Michael Schmidt

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