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BMW-Sauber

Der große Pfusch von BMW

Foto: BMW Sauber 31 Bilder

Sauber könnte schon längst Klarheit über seine Formel 1-Zukunft haben. Dass die Schweizer immer noch um ihren Startplatz kämpfen müssen, haben sie BMW zu verdanken. Die unprofessionelle Verkaufsabwicklung hätte den Rennstall fast die Existenz gekostet.

01.12.2009 Michael Schmidt

Am Ende gab es schöne Worte. BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger gab Peter Sauber, dem neuen und alten Besitzer des Rennstalls in Hinwil noch ein paar Nettigkeiten mit auf den Weg. "Wir sind sehr froh über diese Lösung. Damit ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft des Teams erfüllt. Unser Verhältnis zu Peter Sauber war immer ausgezeichnet und von höchstem Respekt geprägt.“

Da fragt man sich: Warum hat BMW den Rennstall nicht gleich an die Schweizer verkauft? Nur drei Tage nachdem in München offiziell der Formel 1-Rückzug bekannt gegeben worden war, hatte Peter Sauber den Bayern ein Angebot unterbreitet, wie er das Team zurückkaufen könnte. Es ging damals um Tage, denn das Concorde Abkommen musste unterschrieben werden. Die FIA hat BMW und Sauber extra eine Brücke gebaut und den Nennschluss für die 13 Plätze um eine Woche verschoben. Doch BMW lehnte Saubers Angebot ab. Kolportiert wurde damals eine Kaufsumme von 30 Millionen Euro. Das war den Münchnern nicht genug.

Es wurden zwei Interessenten aufgetrieben

Stattdessen weigerten sie sich, das Concorde Abkommen zu unterzeichnen, ließen unnötig Zeit verstreichen, und die Startplätze gingen an andere Teams. Darunter welche, die heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen können, ob sie 2010 antreten. Sauber stand im Regen. Bis zum Stichtag am 15. September hatten die BMW-Spezialisten, die sich mit An- und Verkauf von Firmenanteilen beschäftigen, zwei Interessenten aufgetrieben, die bereit waren die geforderten 80 Millionen Euro auf den Tisch zu legen, samt einer Zusage, auch die nächsten zwei Jahre zu finanzieren.
 
Es handelte sich dabei um Qadbak und einen amerikanischen Investor. Jetzt passierte der zweite Fehler. BMW gab Qadbak den Vorzug, ein Name, den keiner kannte und der bis zuletzt allen ein Rätsel blieb. Angeblich versteckten sich dahinter reiche Familien aus dem Mittleren Osten. Die Betriebsprüfung durch BMW ergab: Qadbak ist seriös. Angeblich hat auch die Rothschild-Bank grünes Licht gegeben, nachdem man die Bankgarantien des undurchsichtigen Konstrukts ohne Namen und Adressen untersucht hatte.

Für Sauber waren die Bedingungen mehr als schwierig
 
Als sich schließlich herausstellte, dass von Qadbak kein Geld zu erwarten sei, versuchte BMW den anderen Investor aus den USA wieder ins Boot zu ziehen, der vermutlich von vornherein die seriösere Variante gewesen wäre. Doch der hatte offenbar das Interesse verloren. Zu dem Zeitpunkt war bereits alles zerschlagen worden, was Sauber für die Geldbeschaffung und die Vorbereitung für die kommende Saison gebraucht hätte. Ohne Startplatz keine Sponsorverhandlungen, keine Fahrerverträge, keine sinnvolle Planung im Technikbereich. Die Ingenieure müssen wissen, ob sie ein Auto bauen können, bei dem Geld keine Rolle spielt, oder ob man mit den Finanzen haushalten muss.
 
Bei sovielen Fehlern war BMW am Ende gezwungen, den Rennstall an Peter Sauber zurückzugeben. Vermutlich zu einem deutlich geringeren Preis als das, was man einst erzielen wollte. Während Qadbak den Männern in Hinwil und München vorgaukelte, dass man mit dem Budget eines Topteams arbeiten könne, muss Sauber jetzt die kleine Lösung vorantreiben. Deshalb auch der Stellenabbau von derzeit 388 auf 250 Mitarbeiter. Zu allem Überfluss muss der 66-jährige Schweizer immer noch um seinen Startplatz kämpfen. Deshalb traf sich Peter Sauber am Montag (30.11.) mit Bernie Ecclestone.  Der Gang nach London wäre nicht notwendig gewesen, hätte BMW der ersten Offerte von Sauber zugestimmt.

Sauber noch ohne Startplatz

In der am Montag Abend von der FIA veröffentlichten Starterliste tauchte das Sauber-Team übrigens noch nicht auf. Peter Sauber und seine Truppe müssen also weiter um einen Startplatz zittern.

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