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BMW-Sauber in Melbourne

Heidfeld mit KERS, Kubica ohne

Mario Theissen Foto: Daniel Reinhard 23 Bilder

BMW-Sauber-Teamchef Mario Theissen hat vier Tage vor dem Saisonauftakt in Melbourne bekannt gegeben, dass Nick Heidfeld mit dem Hybridsystem KERS an den Start gehen wird und Teamkollege Robert Kubica ohne.

25.03.2009 Tobias Grüner

Der Grund in der unterschiedlichen Technik-Strategie liegt im Gewicht der Fahrer. Robert Kubica ist mit 70 Kilogramm rund zehn Kilo schwerer als sein deutscher Teampartner.

Schwere Fahrer im Nachteil

"Das Reglement sorgt dafür, dass schwere Fahrer Nachteile haben", beklagt BMW-Sportchef Mario Theissen. "Trotz eines leichten KERS sind wir leider nicht in der Lage, eine optimale Balance herzustellen." Der mit 1,84 Meter für einen Rennfahrer ungewöhnlich hochgewachsene Pole müsste dadurch bei einem Hybrid-Einsatz einen überdurchschnittlichen Reifenverschleiß hinnehmen.

"Über die Saison hoffen wir aber, dass wir KERS auch in das Auto von Robert bringen." Wie schon zuletzt sprach sich der Teamchef außerdem für eine Anhebung des Mindestgewichts für Autos und Fahrer an, um die bei BMW-Sauber knapp 30 Kilogramm schweren Hybrid-Komponenten auszugleichen.
 
Vor allem am Start könnte die Zusatzpower zum Vorteil werden. "KERS darf ab 100 km/h zugeschaltet werden", erklärt Nick Heidfeld. "Da wir die Kraft aber vorher nicht auf die Straße bringen, nutzen wir es aber eigentlich erst ab dem dritten Gang." Das ist bei einem Formel 1-Boliden ungefähr bei 150 km/h. Wie viele Plätze der Mönchengladbacher am Start damit gutmachen kann, wird erst die Praxis zeigen. Expertenschätzungen gehen von einem halben bis zu zwei Startplätzen aus.

KERS bringt Vorteile

Auch der Nutzen auf den Geraden ist nicht zu verachten. Wenn man die gesamte Energie von 400 Kilojoule über die erlaubten 6,6 Sekunden zu Beginn einer Gerade abruft, dann sei man am Ende rund 20 bis 25 Meter vor einem Auto ohne KERS, rechnet Theissen vor. "Und das reicht, um ein Auto zu packen." Wie viel Ladung Nick Heidfeld in einer Runde noch zur Verfügung steht, erkennt der Pilot über eine Anzeige an seinem Lenkrad, die von 100 Prozent auf Null zurückgeht.
 
"Meine Erfahrung mit dem neuen System ist sehr positiv", so Heidfeld. Nach ein wenig Übung sei die Bedienung recht einfach: "Im Training spult man eine Runde nach der anderen ab und nutzt die Knöpfe immer nach dem gleichen Schema. Nur im Rennen wird es eine spannende Herausforderung, das KERS im Zweikampf strategisch richtig einzusetzen."

BMW setzt auf Risiko

Sollte sich im Training herausstellen, dass der Hybrid-Antrieb keine Vorteile bringt, kann BMW-Sauber laut Theissen das KERS notfalls noch einmal ausbauen. "Das ist aber kein Wunschszenario." Genauso wenig wünschenswert wäre ein technischer Defekt im komplexen System, der im schlimmsten Fall zum Ausfall führen kann. Theissen: "Das Risiko gehen wir ein."

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