Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

BMW-Sauber Nachfolger Qadbak

Veto von Williams: Geht es um Petronas?

FOTA Meeting Suzuka Foto: Daniel Reinhard 31 Bilder

++ Update ++ Die FIA will BMW-Sauber Nachfolger Qadbak den 14. Platz im Formel 1-Starterfeld von 2010 freihalten, braucht aber die Zustimmung aller Teams. Williams lehnt das ab. Es geht nicht ums Prinzip, sondern ums Geld.

08.10.2009

Im Augenblick ist das Boot voll. Der Weltverband FIA und die Teams haben sich bei der Unterschrift unter das Concorde Abkommen auf 13 Teams geeinigt. Als BMW-Sauber gerettet wurde, stand die FIA vor einem Problem. Im Gegensatz zu den Neueinsteigern Campos, VirginF1, USF1 und Lotus ist der Nachfolgerennstall von BMW finanziell und technisch gesund.

FIA-Präsident Max Mosley setzte Qadbak deshalb auf die Warteliste, sollte eines der eingeschriebenen Teams aussteigen. Für den Fall, dass alle 2010 an den Start gehen sollten, regte er an, 14 Teams in die Nennliste aufnehmen zu lassen. Dazu müssten aber die 13 anderen Teams geschlossen zustimmen.

Die FOTA-Teams sicherte Sauber Unterstützung zu
 
Die in der FOTA vereinigten Teams sicherten der Truppe aus Hinwil sofort Unterstützung zu. Sie wissen, dass es sich bei dem von Qadbak gekauften Paket um den gleichen Rennstall handelt, der 1993 in der Formel 1 als Sauber debütiert hat. In den letzten 17 Jahren haben nur die Teamnamen und die Besitzverhältnisse gewechselt. Im Prinzip ist die Übernahme von BMW-Sauber durch Qadbak nichts anderes als der Transfer von Honda in BrawnGP. Gleiches Team, neuer Name. Deshalb hat Ross Brawn Sauber auch seine Unterstützung zugesagt, auch in der Frage, ob Sauber die Rechte von BMW bei der Verteilung der Einkünfte aus Bernie Ecclestone Kasse übernimmt. Deshalb hat Ferrari seinem alten Partner Peter Sauber auch umgehend Motoren und Getriebe für
nächstes Jahr versprochen.
 
Trotzdem haben Williams und Campos den BMW-Erben die Zulassung bei den FOTA-Sitzungen in Singapur und Suzuka in die Nennliste verweigert. Ein kritischer Einwurf von Red Bull-Chef Christian Horner wurde von Williams ebenfalls als Veto interpretiert, doch da suchte der englische Rennstall bereits nach Verbündeten, um nicht allein als Buhmann dazustehen. Argument der Verweigerer: Man wisse nicht, wer hinter Qadbak steckt. Es könnten sich, so die Argumentation von Williams, theoretisch auch unseriöse Machenschaften hinter dem geheimnisvollen Namen verbergen, und die wolle man nicht in der Formel 1 sehen. Frank Williams erklärte bei der FOTA-Sitzung letzten Sonntag in Suzuka, dass er einen wie Peter Sauber jederzeit willkommen heiße. Solange aber die Personen hinter Qadbak nicht bekannt seien, bleibe er bei seinem Veto.

Williams soll es auf den Hauptsponsor Petronas abgesehen haben
 
Im Lager von BMW und Sauber wertet man diese Begründung als Vorwand. Tatsächlich geht es hier nicht ums Prinzip. In der Szene ist zu hören, dass Williams hinter dem Topsponsor Petronas her ist. Der malaysische Ölkonzern würde aber am liebsten mit dem Team weitermachen, das er bereits seit 1995 unterstützt. Petronas wehrt sich zugunsten von Sauber sogar gegen den Druck der malaysischen Regierung, bei Lotus einzusteigen. Williams käme es gelegen, wenn der von Qadbak finanzierte Rennstall erst gar nicht antreten kann.

Bei Neueinsteiger Campos haben zunächst vermutlich andere Beweggründe eine Rolle gespielt. Das spanische Team sucht Sponsoren für das 2010er Rennbudget. Wie USF1 und VirginF1 zählt Campos zu den Wackelkandiaten. Selbst Bernie Ecclestone fürchtet, dass zwei der vier Neueinsteiger vorzeitig das Handtuch werfen könnten.

Campos rückt vom Veto ab

Möglicherweise haben die Spanier darauf spekuliert, in diesem Fall ihren Platz an Qadbak teuer zu verkaufen. Heute jedoch hat Campos die FOTA schriftlich informiert, dass man Sauber nicht im Weg stehen wolle, sollte man das einzige Team sein, an dem noch die Entscheidung hängt. Damit bleibt Williams als einziger Blockierer übrig.

Für Qadbak ist die Verzögerung bei der Lösung des Startplatzproblems ärgerlich. Der Kauf wird erst vollständig wirksam, wenn das Team in die WM 2010 eingeschrieben ist. Solange Qadbak aber seine Identität nicht preisgeben will, spielt man Frank Williams ein gutes Argument in die Hände. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Wer wird den Rennstall leiten?
 
Auch die FIA würde gerne wissen, mit wem man es da zu tun hat. So ist auch die Frage, wer das Team an der Rennstrecke leiten wird, noch nicht geklärt. Das soll nächste Woche geschehen. Dann will der Rennstall beim Weltverband offene Fragen klären. Es geht hierbei allein um die Frage, wer den Rennstall leiten wird. Wer die Besitzer sind, steht nicht zur Debatte. Das weiß man bei einigen Formel 1-Teams nicht so genau. Auch bei Campos, VirginF1 und Lotus gibt es diesbezüglich noch offene Fragen. Selbst Williams soll nicht mehr nur Frank Williams und Patrick Head gehören.
 
Hinter Qadbak stecken Familien aus den arabischen Emiraten, die nicht an die Öffentlichkeit treten wollen. Der unbekannte Investor aus dem mittleren Osten war ins Gerede gekommen, weil ein gewisser Russell King die Verhandlungen mit BMW geführt hatte. King ist in Formel 1-Kreisen bestens bekannt. Er hatte schon früher Geschäfte zwischen Formel 1-Teams und Investoren aus dem arabischen Raum angebahnt. Da er wegen eines fehlgeschlagen Investmentgeschäfts im Gefängnis saß, klingelten die Alarmglocken. Die englischen Medien bauschten den Fall allerdings unnötig auf. King war selbst ein Betroffener des Geschäfts, und er saß nicht zwei Jahre sondern zwei Monate in der Haftanstalt.

Experten tippen auf Peter Sauber als Teamchef
 
Qadbak hat nun einen Verbindungsmann an die Front geschickt, der mit Hilfe von Peter Sauber das Team für 2010 zusammenstellt. Die Kerntruppe wird erhalten bleiben. Es gibt Gerüchte, dass Ex-Red Bull-Ingenieur Geoff Willis als Technischer Direktor das Konstruktionsbüro verstärkt.

Bei der Frage nach dem Teamchef tippen Experten auf Peter Sauber selbst. Keiner kennt die Firma so gut wie er. Der 66-jährige Schweizer ist in der Formel 1 eine angesehene Person. Er wäre das klare Signal dafür, dass Qadbak nur einen Rennstall weiterbetreibt, der seit 1993 fester Bestandteil der Szene ist. Und das Wichtigste: Peter Saubers Ernennung würde Williams und Campos den Wind aus den Segeln nehmen. Sie müssten sich dann schon eine neue Begründung einfallen lassen, den 14. Platz zu blockieren.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden