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BMW-Sauber stellt neuen F1.08 vor

Foto: BMW 17 Bilder

Vize-Weltmeister BMW-Sauber hat am Montag (14.1.) sein neues Formel-1-Auto F1.08 präsentiert. Mit dem Rennwagen will das deutsche Team in der kommenden Saison den ersten Sieg einfahren und Ferrari sowie McLaren-Mercedes Paroli bieten.

14.01.2008 Michael Schmidt

Die erste Ausfahrt des neuen Formel 1-Autos von BMW fand nicht auf einer Rennstrecke sondern in München statt. Nick Heidfeld nahm im F1.08 den Weg, den in Zukunft auch BMW-Kunden mit ihren neuen Autos zurücklegen. Der WM-Fünfte des Vorjahres fuhr mit dem Formel 1-Auto durch die Auslieferungshalle der neuen BMW-Welt. Dass sich dabei eine der neuen Radabdeckungen löste, stand nicht im Skript. Im Rennen sollten sie dran bleiben.

Zuvor hatten Teamchef Mario Theissen, Technikdirektor Willy Rampf und die beiden Fahrer das Auto präsentiert, mit dem BMW 2008 den ersten Grand Prix gewinnen will. "Dieses Auto", führte Theissen aus, "ist die Summe aus allem, was wir bisher gelernt haben. Wir wollen damit an der Spitze des Feldes aus einem Zweikampf einen Dreikampf machen."

Der Rückstand auf Ferrari und McLaren-Mercedes betrug im letzten Jahr im Mittel eine halbe Sekunde. "Um die zwei Teams einzuholen, müssen wir schneller entwickeln als sie", erklärte Theissen. Offenbar geben die Windkanalwerte und die Simulationsdaten Anlass zum Optimismus. Technikchef Rampf meinte lapidar: "Wenn wir über den Winter nur eine halbe Sekunde finden würden, wäre ich enttäuscht."

Noch ist BMW im Fahrplan

Im ersten Jahr regelmäßig Punkte, im zweiten ein Podestplatz - alles erfüllt. Der dritte WM-Platz, aus dem nach der Disqualifikation von McLaren der zweite wurde, war eine Zugabe. Inzwischen ist auch das Team auf die Größe angewachsen, die Theissen anvisiert hatte. Bei Sauber arbeiten 430 Mitarbeiter im schweizerischen Hinwil, bei BMW noch einmal 300 an Motor und Antriebsstrang.

Nick Heidfeld kam beim Anblick seines neuen Dienstfahrzeuges ins Schwärmen: "Es ist das schönste Rennauto, das ich je gesehen habe. Das bringt uns zwar keine Punkte, aber es macht gleich mal mehr Spass, es zu fahren. Morgen bekommt er in Valencia Gelegenheit dazu. Heidfeld hat keine Angst vor großen Namen: "Ich will meinen ersten Grand Prix gewinnen, und ich weiß, dass ich es kann, wenn man mir das Auto dazu gibt.

Der 30-jährige Wahlschweizer zählt zu den Piloten, die das Verbot der Traktionskontrolle begrüßen: "Endlich spielt wieder das Gefühl im Gasfuss eine Rolle. Es ist schwieriger, macht aber viel mehr Spass." Sein Kollege Robert Kubica ist ähnlich zuversichtlich: "Ich kenne die Daten. Dieses Auto wird gut genug sein, Rennen zu gewinnen." Der Pole unterstreicht seinen Optimismus mit einem Blick auf die Geschichte des Teams: "BMW-Sauber hat von 2006 auf 2007 einen Riesensprung geschafft. Das zeigt mir, dass hier die richtigen Leute am richtigen Platz sitzen."

Rampf: "Radikale Evolution"

Technikchef Willy Rampf nennt den BMW F1.08 eine "radikale Evolution". Das neue Auto baut auf dem Fundament des alten auf, das keine Schwachstellen hatte. "Deshalb konnten wir in einigen Bereichen auch etwas riskieren", sagt Rampf. Man hätte als Absicherung immer noch die Vorjahreslösung verwenden können. Wie bei den neuen Autos von McLaren, Toyota und Williams ist auch beim BMW F1.08 der Radstand länger. Gelängt wurde vorne, was bedeutet, dass die Gewichtsverteilung Richtung Vorderachse wanderte. Das soll die Hinterreifen entlasten, die ohne Traktionskontrolle mehr zu leiden haben.

Die Unterschiede zum Vorjahresmodell beginnen schon bei der Nase. Sie ist länger und schlanker. Darunter hängt ein monströser Frontflügel, der aus einem Hauptblatt und zwei Flaps besteht. Nach McLaren-Vorbild hängt der Flügel am mittleren Element. Der große Flügel ist ebenfalls eine Antwort auf die Zeit ohne Traktionskontrolle. Die Ingenieure wollen den Piloten berechenbare Autos hinstellen.

Flügel für mehr Stabilität

"Mit dem großen Flügel haben wir mehr Möglichkeiten, das Auto aerodynamisch auszubalancieren", erklärt Rampf. Ein neuer Frontflügel verlangt auch Maßnahmen an den Leitblechen und den Flügeln vor den Seitenkästen. Dort wird die vom Vorderbau verwirbelte Luft in die rechten Bahnen gelenkt.

Ein völlig neues, bislang noch nie gesehenes Detail ist ein Flügel, der aus den beiden Winglets auf dem Seitenkästen wächst und wie eine Brücke in die Motorabdeckung übergeht. Er spendet im Gegensatz zu den Leitblechen auch Anpressdruck.

Das Heck des F1.08 ist im Vergleich zum F1.07 noch schlanker und niedriger. Dabei machte die Motoreningenieure in München den Aerodynamikern in Hinwil ein Geschenk. Erst der eng anliegende Auspuff machte es möglich, die Seitenteile auf Höhe des Fahrers abrupt nach unten fallen zu lassen.

Weil die Kühlluft durch Kamine und Kiemen entweicht, ist die Motorabdeckung hinten geschlossen. Kopieren ist auch bei BMW nicht tabu. Die Felgen sind wie bei Ferrari abgedeckt, wobei die vordere Abdeckung Teil der Radmutter ist. Die Aerodynamiker in Hinwil fanden dabei eine interessante Variante, die ebenfalls Neuigkeitswert hat. Die Karbondeckel an den Vorderrädern überdecken an zwei Stellen leicht die Reifen.

Der frühere Teamchef Pater Sauber lobte: "Es gibt hier wirklich ein paar sehr interessante Detaillösungen." In München entstand ein neues Getriebe, das wie vom neuen Reglement gefordert, vier GP-Wochenenden halten muss. "Das entspricht der sechsfachen Kilometerleistung wie im Vorjahr", präzisierte Mario Theissen. Zwei dieser Kraftübertragungen gingen in der Testphase zu Bruch. Grund waren ungenaue Schaltbefehle, hervorgerufen durch die neue Einheitselektronik. BMW zählte zunächst zu den großen Kritikern des Standard-Steuergerätes, das von der McLaren-Tochter MES gestellt wird. Mittlerweile sind die Kinderkrankheiten gelöst, und die Wogen haben sich geglättet. "Wir müssen damit leben, also schauen wir vorwärts."

Asmer mit zweiter Testchance

Noch nicht geklärt ist, wer neben Heidfeld und Kubica Testfahrer wird. Marco Asmer soll diese Woche in Valencia eine zweite Testchance bekommen. Besteht er sie nicht, schließt BMW andere Kandidaten nicht aus. Wie wäre es mit Christian Klien, der gerade bei Force India eine Absage erhielt und zu den wenigen verfügbaren Piloten mit Formel 1-Erfahrung zählt?

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