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BMW-Sportchef Mario Theissen

Wir wollen um den WM-Titel mitkämpfen

Mario Theissen Foto: dpa 12 Bilder

BMW-Sportchef Mario Theissen traut seinen beiden Fahrern Nick Heidfeld und Robert Kubica zu, im WM-Rennen ein Wort mitzureden. Ob die Weiß-blauen in Melbourne mit KERS starten steht noch nicht fest.

23.03.2009

Mit was für einem Gefühl und mit welchen Erwartungen gehen Sie in die neue Saison?
Theissen: Mit einem guten Gefühl und den entsprechenden Erwartungen. Der Eindruck nach den Testfahrten ist gut. Sowohl die Fahrer als auch die Ingenieure haben positive Rückmeldungen gegeben. 2009 besteht die zusätzliche Herausforderung in den größten Regeländerungen, die es in der Formel 1 je gegeben hat. Die Einführung einer völlig neuen Aerodynamik, der Slicks und KERS sowie das neue Motorenreglement machen das Kräfteverhältnis schwer berechenbar. Die Richtung, die wir mit dem BMW Sauber F1.09 eingeschlagen haben, stimmt. In dieser Saison wollen wir um den WM-Titel mitkämpfen. Wir wissen dabei aber auch, dass man Leistungsfähigkeit planen kann, nicht aber Resultate.

Läuft bei BMW-Sauber alles nach Plan oder gibt es noch größere Baustellen?
Theissen: Ich vergleiche die Situation mit dem vergangenen Jahr. Da hatten wir nach der Fahrzeug-Präsentation erkannt, dass wir nicht vorne dabei sind und hatten zehn harte Wochen bis Melbourne. Und dann waren wir ab dem Saisonauftakt vorne mit dabei. Dieses Mal lief das Auto von Anfang an gut.
 
Treten Sie in Melbourne definitiv mit KERS an?
Theissen: Wir werden in Melbourne mit KERS rennreif sein. Wir sind bei den Tests regelmäßig mit KERS gefahren, und es lief sehr gut. Nun gilt es abzuwägen: Auf der Positivseite ist die zusätzliche Leistung von 82 PS, die der Pilot abrufen kann. Auf der Negativseite stehen das Gewicht des Systems mit seiner Auswirkung auf die Gewichtsverteilung des Autos sowie der Reifenverschleiß. Wir werden von Strecke zu Strecke und von Fahrer zu Fahrer entscheiden.
 
In der Serienproduktion sind gemeinsame Projekte mit ihrem schärfsten Marktkonkurrenten Mercedes geplant. Halten Sie angesichts der sich zuspitzenden Weltwirtschaftskrise eine Kooperation auch in der Formel 1 für denkbar?

Theissen: Mit Daimler arbeiten wir derzeit gemeinsam an Hybridtechnologien in der Serienentwicklung. Weitergehende Kooperationsgespräche laufen, jedoch nicht bezüglich Formel 1.

Haben sich die beschlossenen Kostensenkungen und radikalen Regeländerungen Ihrer Meinung nach bereits ausgezahlt bzw. bewährt?
Theissen: Wir befinden uns derzeit, was die Kosten angeht, an einem Wendepunkt. In den vergangenen zehn Jahren sind die Budgets der Formel-1-Teams insgesamt ständig gewachsen. Das ist nun vorbei. Die Maßnahmen bedeuten bereits in dieser Saison eine massive Kostenreduzierung und eine weitere Reduzierung in den Jahren danach. BMW gibt heute mit dem eigenen Team für die Formel 1 bereits 40 Prozent weniger aus als 2005 zu Zeiten als Motorenlieferant bei Williams. Und weitere signifikante Einsparungen werden folgen. Wenn die Maßnahmen zur Kostenreduzierung erst einmal vollumfänglich gegriffen haben, gehe ich davon aus, dass weitere unabhängige Teams in die Formel 1 einsteigen und dabei finanziell auf einer gesunden Basis stehen können. Darüber hinaus zielt das technische Reglement in eine Richtung, die für die Entwicklung von Serienautos eine wichtige Rolle spielt. Dadurch kann die Formel 1 in Bezug auf Zukunftstechnologien eine Pionierrolle übernehmen und in der öffentlichen Akzeptanz deutlich gewinnen.

Wird die Fahrer-WM wieder zum Kampf zwischen den McLaren-Mercedes-und den Ferrari-Piloten oder trauen Sie ihrem Duo Nick Heidfeld und Robert Kubica zu, dieses Mal ernsthaft mitzumischen?
Theissen: Die umfassenden Reglement-Änderungen können durchaus zu Überraschungen führen. Ich traue beiden Fahrern zu, an der Spitze ein Wort mitzureden.
 
Wie sieht es bezüglich Konstrukteurs-WM aus? Trauen Sie Ihrem Team mehr als Platz drei zu?
Theissen: Ja.
 
Welcher Fahrer und welches Team könnten die Top-Überraschung werden?
Theissen: Die Testfahrten in Barcelona haben das Feld durcheinander gemischt: Das aus Honda F1 hervorgegangene Brawn-GP-Team hat mit seinen Fahrern dort hervorragende Zeiten vorgelegt. Ob dies eine Momentaufnahme ist, werden die ersten Rennen zeigen.

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