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BMW

Titelattacke 2008 oder 2009?

Foto: dpa

Die Traditions-Grand Prix von Frankreich und England sind eine Art Zäsur. Hier bringen die meisten Teams noch einmal technische Neuigkeiten. Ein letztes Mal, denn dann hat die kommende Saison Priorität.

17.06.2008 Michael Schmidt

Williams-Technikchef Sam Michael hat bereits den GP Frankreich am kommenden Wochenende gestrichen. "Ich arbeite jetzt schon voll am nächstjährigen Auto." Nach den Rennen von Magny-Cours und Silverstone werden sich die Autos noch in Nuancen ändern. Ab Juli laufen mit Ausnahme der in das Titelrennen verstrickten Teams Ferrari, McLaren-Mercedes und BMW alle Räder Richtung 2009, dem Jahr mit der größten Regelreform aller Zeiten. "Es könnte eine ziemlich eintönige zweite Saisonhälfte ohne große Verschiebungen im Kräfteverhältnis geben", fürchtet BMW-Technikchef Willy Rampf.

Eine Evolutionsstufe hat jeder noch in der Hinterhand. Renault zündet sie natürlich beim Heimspiel. Ein neuer Frontflügel soll das Untersteuern kurieren. Das Hauptblatt ist schmaler geworden, dafür die Endplatten breiter. Ursprünglich war das eine McLaren-Idee, doch McLaren rückte bereits beim GP Japan 2007 davon ab. In Silverstone soll es eine PS-Spritze für den Renault-V8 geben. Man spricht von sieben PS. Davon profitiert auch Renault-Kunde Red Bull. Der WM-Vierte musste sein für Frankreich geplantes Aero-Paket um ein Rennen auf Silverstone verschieben. "Es ist so umfangreich", tut Teamchef Christian Horner geheimnisvoll, "dass man es fast eine B-Version nennen könnte."

Honda zündet seine letzte Aerodynamikstufe ebenfalls in Silverstone. Die neue Hinterachse folgt beim GP Ungarn. Williams bringt seine Aerodynamikretuschen in zwei Stufen. Erst Magny-Cours, dann Silverstone. ToroRosso bekommt die letzte Aerodynamikstufe vom großen Bruder Red Bull. Bislang fuhren Sebastian Vettel und Sebastien Bourdais noch mit der Melbourne-Version des RB4, der im ToroRosso-Look das Kürzel STR3 trägt. Force India will bis zum Rennen in Budapest endlich auf ein Schnellschaltgetriebe umstellen. Das bringt bis zu drei Zehntel pro Runde.

Für Ferrari, McLaren und BMW ist die Saison 2008 noch nicht abgehakt. "Wir bringen jedes Rennen etwas neues ans Auto. Definierte Ausbaustufen gibt es bei uns nicht", erklärt McLaren-Direktor Martin Whitmarsh. Gleiches gilt für Ferrari. Der F2008 zeigt in Magny-Cours Modifikationen am Frontflügel und den Leitblechen. BMW hat nach dem Doppelsieg von Montreal Blut gelecht. Eigentlich konzentriert sich die Aerodynamikabteilung seit Anfang Mai mit mehr als 50 Prozent des Personals bereits auf das 2009er Auto, doch die WM-Führung von Robert Kubica ließ die Strategen umdenken. "Wir müssen prüfen, ob es Sinn macht, Entwicklungskapazitäten für 2009 zu opfern, um mit dem aktuellen Auto die Lücke zu Ferrari und McLaren zu schließen", dachte Teamchef Mario Theissen nach der Sternstunde in Montreal laut nach. Bislang hat BMW von der geringeren Fehlerquote profitiert. Doch damit allein wird man gegen seine Rivalen nicht auf Dauer bestehen können. Robert Kubica fordert: "Wir müssen das Auto schneller machen. Ich hoffe, dass mich mein Team zu hundert Prozent unterstützt."

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