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Bottas will Hamilton herausfordern

Zwischen Druck und Entspanntheit

Valtteri Bottas - Mercedes - Besuch - 13.2.2017 Foto: Hans-Dieter Seufert 14 Bilder

Valtteri Bottas ist seit gut vier Wochen ein Mercedes-Fahrer. Bei den Silberpfeilen eifert der Finne seinem Idol Mika Häkkinen nach, der 1998 und 1999 für McLaren-Mercedes Weltmeister wurde. Der Druck ist groß, doch Bottas will den Rucksack auf seinen Schultern nicht zu schwer werden lassen.

14.02.2017 Andreas Haupt 3 Kommentare

Als Nico Rosberg fünf Tage nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi seinen Rücktritt eingereicht hatte, war plötzlich das begehrteste Cockpit in der Königsklasse frei. Bis auf Kimi Räikkönen und Daniil Kvyat habe sich das gesamte Formel 1-Feld bei ihm gemeldet, erzählte Toto Wolff im Dezember 2016 vor der Mercedes-Belegschaft.

Auch Valtteri Bottas gehörte dazu. „Ich habe angerufen. Es war am selben Tag, als Nico zurückgetreten ist“, gesteht der Finne. Seine Motivation war ganz simpel: „Als Rennfahrer willst du im besten Auto sitzen. Ich habe Mercedes klargemacht, dass ich Rennen gewinnen und Weltmeister werden will.“

Bottas sieht schweres Jahr vor sich

Der 27-Jährige bekam den Zuschlag. Am 16. Januar unterschrieb der ehemalige Williams-Pilot den Vertrag bei dem Team, das die letzten drei Jahre dominierte wie einst McLaren-Honda Ende der 1980er und Ferrari Anfang der 2000er. In 59 Rennen der Hybrid-Ära gelangen Mercedes 51 Siege. Die letzten drei Fahrer- und drei Konstrukteurs-Titel gingen nach Brackley.

Das Engagement bei Mercedes ist für Bottas die große Chance, um Rennsiege und Meisterschaften zu kämpfen. Bislang glückte dem Finnen in 77 Grand Prix neunmal der Sprung auf das Podest. Ein Sieg war nicht dabei, sondern zwei zweite und sieben dritte Plätze.

Der Wechsel in den Weltmeister-Rennstall birgt auch Risiken. Weil Bottas nur wenig Eingewöhnungszeit hatte und auf einen Teamkollegen trifft, der nicht nur 53 Siege, 61 Poles und drei WM-Titel in seiner Karriere einfuhr, sondern auch als Alphatier gilt. Nicht zuletzt deshalb entschloss sich Rosberg nach nervenaufreibenden Jahren an der Seite von Lewis Hamilton und dem endlich geglückten Titelgewinn, den Adrenalinkick und die Psychospielchen gegen das Familienleben einzutauschen.

„Es ist eine riesige Herausforderung für mich. Auf der anderen Seite aber auch eine riesige Chance“, sagt der 27-Jährige aus Nastola. „Ich schätze Lewis sehr hoch ein. Ich respektiere seine Errungenschaften und seine fahrerischen Qualitäten. Es wird sicher ein schweres Jahr für mich, wenn ich Erfolg haben will.“

Bottas glaubt an steile Lernkurve

Bottas fühlt sich bereit. Dass sich die Regeln 2017 mit breiteren Autos und breiteren Reifen dramatisch ändern, kommt dem WM-Achten der vergangenen Saison entgegen. Weil auch Hamilton mit dem W08 bei null anfängt und nicht auf den Referenz- und Erfahrungswerten mit dem Silberpfeil aus den Vorjahren aufbauen kann.

„Wenn ich 2016 zu Mercedes gekommen wäre, wäre es schwerer geworden. Es ist gut, dass es für alle neu ist. Die Autos werden schneller in den Kurven sein und sich mit den neuen Reifen auch anders verhalten und fahren lassen“, äußert sich Bottas, der in seiner Formel 1-Karriere bislang 411 WM-Zähler erbeutete. Zum Vergleich: Hamilton kommt nach 188 Grand Prix auf 2.247 Punkte.

Valtteri Bottas - Mercedes - Besuch - 13.2.2017 Foto: Hans-Dieter Seufert

Einen großen Vorteil hat Hamilton aber. Er geht mit Mercedes bereits in seine fünfte Saison. „Es ist immer noch ein Vorteil, wenn man das Team und die Systeme innerhalb der Truppe schon länger kennt, und weiß, wie sie arbeiten. Da muss ich aufholen. Meine Lernkurve wird groß sein.“ In den vier Wochen, die Bottas nun zu Mercedes gehört, hat ihn vor allem die erfolgshungrige Belegschaft beeindruckt: „Sie hatten drei fast perfekte Jahre. Aber sie wollen sich immer weiter verbessern. Sie sind nicht satt. Das ist die Mentalität, die mir schmeckt.“

Der Finne gibt sich kämpferisch: „Ich werde so hart arbeiten, wie ich kann. Nach meiner Unterschrift war ich fast zwei Wochen in Brackley. Ich werde jeden Stein umdrehen.“ Bottas will den Druck und die Erwartungshaltung an sich selbst aber nicht zu hoch schrauben, um nicht zu verkrampfen.

„Als Rennfahrer muss man sehr feinfühlig sein. Man muss glücklich und entspannt im Auto sitzen. Dann erzielt man die besten Ergebnisse. Daran muss ich mich selbst erinnern. Das wichtigste ist es, sich selbst zu vertrauen. Bislang hat alles geklappt in meiner Karriere. Ich kann schnell fahren. Diese Eigenschaft wird nicht einfach weggehen. Was mir viel Selbstvertrauen gibt, ist die große Unterstützung im Team. Sie helfen mir dabei, Dinge schnell zu lernen, sie führen mich. Ich werde nicht allein gelassen.“

Museumsbesuch in Stuttgart

Die große Geschichte von Daimler lernte Bottas am Montag (13.2.2016) bei einem Besuch im Mercedes-Museum kennen. Zuvor verbrachte er einige Stunden im Werk in Untertürkheim und schaute zu, wie die Motoren für die Straßenautos zusammengesetzt werden. „Es erfüllt mich jetzt noch mehr mit Stolz, ein Teil der Geschichte zu sein.“

Im Museum traf Bottas auch auf die Autos von Mika Häkkinen, der im McLaren MP4/13 und MP4/14 mit Mercedes-Zehnzylinder zwei WM-Pokale errang. Bei Mercedes will er seinem Idol, das auch zu seinem Management-Team gehört, nacheifern. Sein Ziel: Der fünfte finnische GP-Sieger nach Häkkinen, Keke Rosberg, Kimi Räikkönen und Heikki Kovalainen zu werden. Und sich eines Tages als vierter finnischer Weltmeister nach Häkkinen, Rosberg und Räikkönen in die Geschichtsbücher einzutragen.

Ob er schon in Melbourne auf Augenhöhe mit Hamilton kämpfen kann? „Wir müssen abwarten. Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich schnell zu sein. Ich will mit ihm kämpfen und abliefern. Ich will das Maximum herausholen aus dem Auto. Das würde bedeuten, an Lewis dran zu sein.“

Wie zwischen Hamilton und Rosberg setzt Mercedes wieder einen Kodex für das Verhalten auf der Rennstrecke unter den Teamkollegen auf. „Die Regeln sind noch nicht vollends ausgearbeitet“, sagt Bottas, der meint: „Wenn alles gleich bleibt bei der Performance zwischen den Teams, wäre es eine Enttäuschung für mich, Zweiter zu werden. Das ist meine Einstellung und Mentalität. Als Rennfahrer willst du immer vor deinem Teamkollegen ins Ziel kommen.“

In der Galerie zeigen wir einige Bilder von Bottas' Antrittsbesuch in Stuttgart.

Neuester Kommentar

"Sein Ziel: Der fünfte finnische GP-Sieger nach Häkkinen, Keke Rosberg, Kimi Räikkönen und Heikki Kovalainen zu werden. Und sich eines Tages als vierter finnischer Weltmeister nach Häkkinen, Rosberg und Räikkönen in die Geschichtsbücher einzutragen."

Nico Rosberg ist auch Finne, das vergessen die Meisten. Also alles um Eins erhöhen und der Satz stimmt.

Berndili 30. Mai 2017, 11:40 Uhr
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