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Bottas wehrt Ferrari ab

15 Runden unter Druck von Vettel

Bottas vs. Vettel - GP Bahrain 2015 Foto: xpb 59 Bilder

Normalerweise bleiben Williams nur die Plätze hinter Mercedes und Ferrari. Diesmal schob sich Valtteri Bottas dazwischen. Der Finne profitierte von einem Extra-Boxenstopp von Sebastian Vettel und hielt 15 Runden lang meisterhaft dem Dauerbeschuss des Ferrari-Piloten stand.

20.04.2015 Michael Schmidt

Die ersten 3 Rennen des Jahres waren für Valtteri Bottas eine Enttäuschung. Der Aufsteiger des letzten Jahres kam nicht in Schwung. In Melbourne musste er wegen einer verletzten Bandscheibe pausieren. Im Trainingsduell stand es 3:0 für Felipe Massa. Nach Punkten führte der kleine Brasilianer mit 30:18.

Nach dem GP Bahrain sieht die Welt für Bottas schon wieder freundlicher aus. Er feierte seinen ersten Trainingssieg über Massa und verkürzte in der Gesamtwertung auf 30:31 Punkte.

Sein Meisterstück war die Verteidigungsschlacht gegen Sebastian Vettel. Eigentlich sind die Mercedes und Ferrari unerreichbar für Williams. Doch der zusätzliche Boxenstopp samt Nasenwechsel warf Vettel hinter Bottas.

Als der Ferrari-Pilot einen Sieben-Sekunden Rückstand innerhalb von sieben Runden aufschnupfte, da hätte keiner darauf gewettet, dass Bottas das rote Auto in den folgenden 15 Runden hinter sich halten würde können. Auf Reifen, die 3 Runden älter waren. Bottas und Vettel bekamen bei ihren letzten Boxenstopps frische harte Sohlen mit auf die Reise.

Bottas setzt Motor-Power clever ein

Vettel lief vergeblich gegen das Bollwerk Bottas an. "Es war schwierig, Seb zu halten, weil er viel schneller war. Als er von hinten angeflogen kam, konnte ich mir selbst nicht vorstellen, wie ich ihn bis zum Schluss abwehren sollte. Ich wusste nur, dass es Runde für Runde für ihn schwerer würde, weil durch das Hinterherfahren seine Reifen nachlassen. Also war jede Runde, die er hinter mir lag, ein Geschenk für mich."

Bottas platzierte seinen Williams am Kurvenausgang immer so, dass ihn Vettel mit der besseren Traktion des Ferrari nicht ausbeschleunigen konnte. Kritisch waren die Ausgänge der Kurven 1 und 2 sowie 8 und 10. "Diese Kurventypen sind der Schwachpunkt unseres Autos. Wenn du noch unter Querbeschleunigung aufs Gas musst. Ich habe immer darauf geschaut, dass ich am richtigen Platz die volle Motorpower habe."

Nur in Runde 56 hatte Vettel ein Mal die rote Nase seines Ferrari vorn. Doch der vierfache Weltmeister stand zu spät auf der Bremse und schoss in der ersten Kurve über sein Ziel hinaus. Ein Déjà-vue für Bottas. "Genau das gleiche hatte ich im letzten Jahr im Zweikampf mit Kimi. Wenn du mit offenem DRS die Kurve anbremst, kannst du dich leicht mit dem Bremspunkt verschätzen."

Nach 3 Runden lässt Williams abreißen

Trotz der Freude über den vierten Platz überwog bei Bottas die Sorge um die große Schwäche des Williams. Das Auto nimmt seine Reifen zu hart ran. "Wir sind auf eine Runde fast so schnell wie die Ferrari. Sie schlagen uns im Rennen aber um Längen, weil sie besser mit ihren Reifen umgehen. Die ersten drei Runden ist alles gut. Dann verlieren wir einfach schneller Grip als Mercedes und Ferrari. Wir haben jetzt drei Wochen Zeit, dieses Problem zu verstehen. Es muss so schnell wie möglich gelöst werden."

Bottas lag im Ziel 42,9 Sekunden hinter dem Sieger. "Das ist eindeutig zu viel. Das Auto ist prinzipiell gut, aber im Rennen zu langsam." Der WM-Vierte des Vorjahres glaubt nicht, dass es allein mit Abstimmungstricks getan ist, die Reifen im Dauerbetrieb in ihrem Arbeitsfenster zu halten. "Wir brauchen auch konstruktive Maßnahmen. Uns fehlt es noch an Abtrieb und an Traktion. Ich hoffe, unser Upgrade in Barcelona bringt uns einen Schritt weiter."

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