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Bourdais

"Formel 1 schon immer ein Traum"

Foto: ToroRosso

Sebastien Bourdais hat es endlich geschafft. Nach einem Französischen Formel 3-Titel, der Formel 3000-Krone und drei ChampCar-Meisterschaften in Folge fährt der 28-Jährige demnächst bei Toro Rosso in der Formel 1. auto motor und sport traf den Franzosen beim ChampCar-Rennen in Elkhart Lake zum Gespräch.

16.08.2007 Michael Schmidt

Sie sind jetzt endlich Formel 1-Fahrer. Erleichtert?
Bourdais: Mehr als das. Es gab Zeiten, da hatte ich mich damit abgefunden, es nie mehr in die Formel 1 zu schaffen. Wenn es jetzt nicht geklappt hätte, dann nie. Ich werde nächstes Jahr 29.

Wie nervös waren Sie, dass es im letzten Moment vielleicht wieder nicht geklappt hätte?
Bourdais: Überhaupt nicht. Die Formel 1 war immer ein Traum. Mit den Testfahrten für Toro Rosso hatte ich mir diesen Traum schon erfüllt. Ich war im Frieden mit mir selbst. Die Welt wäre nicht untergegangen, wenn es wieder nicht geklappt hätte.

Was halten Sie von Ihrem neuen Teamkollegen Sebastian Vettel?
Bourdais: Obwohl er erst 20 ist, hat er mehr Formel 1-Erfahrung als ich. Er ist der Erfahrene, ich bin der Rookie. Wer in Ungarn auf Anhieb und ohne das Auto zu kennen so schnell wie Liuzzi fährt, der muss ein guter Rennfahrer sein.

Werden Sie in diesem Jahr noch die Grand Prix in Monza, Spa, Fuji und Shanghai fahren?
Bourdais: Zuerst muss Toro Rosso das wollen. Dann muss Newman-Haas zustimmen. Der Meistertitel in der ChampCar-Serie hat Priorität.

Wäre es nicht ein Problem, von Kontinent zu Kontinent zu springen, mal ein ChampCar, mal ein Formel 1-Auto zu fahren?
Bourdais: Das mache ich doch schon seit Jahren. Ich war in diesem Jahr oft in Europa, um den Peugeot für Le Mans zu testen, und dann die 24 Stunden zu fahren. Einen größeren Unterschied als zwischen einem ChampCar und einem Sportwagen gibt es nicht.

Viele ChampCar-Piloten, die in die Formel 1 gewechselt sind, haben schlechte Erfahrungen gemacht. Schreckt Sie das nicht ab?
Bourdais: Ich sehe nur die positiven Beispiele. Jacques Villeneuve wurde Weltmeister, und Juan Pablo Montoya war ja auch nicht der Schlechteste. Es kommt alles auf das Timing an. Du musst zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein.

Bei Newman-Haas fahren Sie um Siege, im Toro Rosso hinterher. Ein neues Gefühl?
Bourdais: Ich bin bereit, mit dem Team zu wachsen. Toro Rosso will ja nicht da unten bleiben. Mal abwarten, vielleicht liefert Adrian Newey 2008 ja ein Topauto ab. Die technische Struktur steht jetzt.

Wird es Ihnen helfen, dass Sie es von der ChampCar-Serie her gewohnt sind, ohne Traktionskontrolle zu fahren? Sie ist ja 2008 in der Formel 1 verboten.
Bourdais: Ich fürchte, die Teams werden Wege finden, eine Art Traktionskontrolle zu realisieren. Irgendwie werden sie die Power kontrolliert auf den Boden bringen. Mein Vorteil ist es, dass ich Toro Rosso Tipps geben kann, wie wir das bei den ChampCars machen. Ich mag es, technisch in ein Team eingebunden zu sein.

Wie kommen Sie mit den Rillenreifen in der Formel 1 zurecht?
Bourdais: Ich mag sie nicht. Rillenreifen sind der falsche Weg, Rennautos langsamer zu machen. Es ist besser die Aerodynamik zu reduzieren und den mechanischen Grip zu erhöhen. Das erleichtert das Überholen. Die GP2-Serie macht es vor. In den Reifen liegt mein größter Lernbedarf. Du musst dein Auto so hintrimmen, dass die Reifen nicht zu stark strapaziert werden.

Mit der vierten Meisterschaft könnten Sie ChampCar-Geschichte schreiben. Rick Mears, Bobby Rahal und Michael Andretti haben wie Sie je drei Titel.
Bourdais: Das interessiert mich nicht. Ich will beweisen, dass wir auf jedem Auto Meister werden können. Das blöde Gerede, dass mein Team Newman-Haas bei Lola immer Sonderrechte bekommen hat, kann ich nicht mehr hören. Jetzt fahren wir alle mit Panoz-Chassis, und wir sind trotzdem vorne dabei.

Wie fährt sich der Panoz im Vergleich zum Lola?
Bourdais: Er ist nervöser am Kurveneingang. Ich mag das nicht so. Der Panoz hat mehr Abtrieb als der Lola, bietet mehr Luftwiderstand und ist etwas schwerer.

Warum ist Ihr Team Newman-Haas das beste der Serie?
Bourdais: Wenn alle Autos gleich sind, kommt es auf Kleinigkeiten an. Newman-Haas findet diese Kleinigkeiten besser als die anderen Teams.

Wie stark ist die fahrerische Konkurrenz?
Bourdais: Von den 17 Fahrern verdienen vielleicht sieben Geld. Der Rest muss Geld bringen. Damit ist die Frage beantwortet.

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