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Bourdais

"Ich bin zur Zeit nur 60 Prozent wert"

Foto: Red Bull 13 Bilder

Trotz seiner besten Saisonleistung beim GP Belgien äußert sich Sebastien Bourdais sehr kritisch über sein erstes Formel 1-Jahr. Der Franzose spricht erstmals über die Probleme, die ihn bremsen.

12.09.2008 Michael Schmidt

Sie sind in Spa Ihr bestes Formel 1-Rennen gefahren. Sind Sie zufrieden damit?
Bourdais: Wenn ich mir anschaue, wo ich vor der letzten Runde lag, dann nicht. Die letzte Runde war eine Lotterie. Es war so tückisch, dass das Auto mit jeder Lenkraddrehung ausbrechen wollte. Nach dem enttäuschenden Verlauf meiner Saison wollte ich unter keinen Umständen eine Punkteplatzierung riskieren. Also bin ich vorsichtig gefahren. Die letzte Runde verlief so wild, dass ich fast den Überblick verlor, und auf dem Zielstrich nicht mal wusste, wo ich lag. Nach dem großartigen Wochenende war der siebte Platz frustrierend.

War das Rennen trotzdem der Durchbruch für Sie?
Bourdais: Das glaube ich nicht. Spa hat mir geholfen, weil dort die Kurven alle in einem Bereich liegen, in dem unser Auto gut ausbalanciert ist. Sind die Kurven langsam übersteuert das Auto, in schnellen übersteuert es. Ich brauche ein Auto, das in allen Kurventypen gut ausbalanciert ist. Wenn die Aerobalance so stark schwankt, habe ich Probleme. Ich bin in meiner Karriere immer so verfahren: Zuerst stimme ich das Auto ab, wie ich es haben will, dann gebe ich Gas. Aber dieses Auto lässt sich nicht auf allen Strecken so hintrimmen, damit ich damit schnell fahren kann.

Welche Rolle spielen die für Sie ungewohnten Rillenreifen?
Bourdais: Überhaupt keine. Auch mit Slicks wären die Probleme da. Es ist eine rein aerodynamische Angelegenheit. Ich glaube, es gibt im Feld kein Auto, dass von langsamen zu schnellen Kurven so starke Schwankungen zeigt wie unser Toro Rosso. Auch ein Coulthard hat seine Probleme damit.

Das war zu Saisonbeginn noch nicht so?
Bourdais: Da sind wir auch mit dem Vorjahresauto gefahren. Das war gutmütiger. Da lag ich auch immer dicht bei meinem Teamkollegen. Seit wir auf den STR3 umgestellt haben, kann ich nicht mehr mein volles Potenzial abrufen. Eigentlich erst seit Magny-Cours, als wir ein neues Aerodynamik-Paket bekommen haben. Das Problem dabei ist: Im Windkanal ist dieses Paket besser, und Vettel unterstreicht das ja auch auf der Strecke.

Trotzdem zeigen Sie seit Valencia einen Aufwärtstrend.
Bourdais: In Valencia war das Auto besser, nicht ich. Ich war sechs Zehntel langsamer als Sebastian. Das ist nicht akzeptabel.

Warum kommt er mit dem Auto besser zurecht?
Bourdais: Der Bereich, in dem er sich mit einem Auto wohl fühlt ist ungefähr drei Mal größer als meiner. Das ist seine Stärke und meine Schwäche. Ich bin zur Zeit nur 60 Prozent wert.

Sehen Sie eine Chance, auch 2009 für Toro Rosso zu fahren?
Bourdais: Das entscheide nicht ich, sondern meine Chefs. In der Formel 1 zählen Resultate und nicht wenn und aber. Vielleicht habe ich im nächsten Jahr die Probleme nicht mehr, wenn die Autos nach dem neuen technischen Reglement aerodynamisch weniger spitz sein werden. Ob das Team soviel Geduld mit mir aufbringt, kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur eine Geschichte erzählen. Meine erste ChampCar-Saison 2003 verlief auch zäh. Newman-Haas hat an mir festgehalten, und ich habe mich mit vier Meistertiteln dafür bedankt.

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