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Bourdais-Strafe

Kommissare machen sich lächerlich

Foto: Red Bull 60 Bilder

Was haben sich die Sportkommissare Graham Stoker, José Abed und Kazunari Yamanashi dabei gedacht? Der Sechstplatzierte Sebastien Bourdais bekam eine 25-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt, weil er Artikel 16.1 des Sportgesetzes verletzt haben soll.

13.10.2008 Michael Schmidt

Er habe, so das Urteil, die Kollision mit Felipe Massa verursacht. Tenor im Fahrerlager: Diese Strafe ist lächerlich. Weil Massa durch die Rückversetzung von Bourdais auf Platz zehn einen WM-Punkt dazu gewann, festigt sich in der Szene der Verdacht, dass hier wieder einmal Ferrari geholfen werden soll. "Ich sage jetzt besser gar nichts, sonst müsste ich es bereuen", meinte McLaren-Chef Ron Dennis.

Kein Platz für Bourdais

Was war passiert? Bourdais kam nach seinem zweiten Tankstopp aus der Box, Massa flog auf der Zielgeraden heran. Bourdais lag innen, Massa außen. Der Toro Rosso-Pilot fuhr mit den kurveninneren Rädern auf den Randstein. "Mehr ging nicht. Massa hatte Platz genug. Wo sollte ich denn sonst noch hin?", verteidigte sich Bourdais. Die Kommissare warfen dem Franzosen vor, dass er nicht rechtzeitig gebremst habe, um Massa auf der normalen Rennlinie in die Kurve einlenken zu lassen? Was für ein Unsinn! Beide Fahrer kämpften um Positionen in den Punkterängen. Es handelte sich hier nicht um ein Überrundungsmanöver.

Massa hätte Sebastien mehr Platz lassen müssen. Warum zieht er so stark in die Kurve rein?", fragte Toro Rosso-Teamchef Franz Tost. Die Strecke von Fuji ist an allen Stellen über 15 Meter breit. Durch die Haarnadel können locker zwei Autos parallel fahren, wenn der Fahrer, der außen liegt, mitspielt. Kimi Räikkönen und Robert Kubica haben wenig später vorexerziert, dass es geht.

Normaler Rennunfall

Massa fand die Bestrafung gerecht. "Ich hatte bereits in die Kurve eingelenkt. Er traf mich von hinten und drehte mich herum." Der Skandal bei der Bestrafung ist, dass die Sportkommissare gegen ihre eigenen Regeln entschieden. Rennleiter Charlie Whiting hatte die Piloten bei der Fahrerbesprechung in Singapur klar instruiert, wie das Vorfahrtsrecht aussieht, wenn ein Fahrer aus der Box sich in den Rennverkehr einfädelt. Der Fahrer, der auf der Strecke ist, muss auf den aufpassen, der aus der Box kommt. Was auch logisch ist.

Er kann die Situation viel besser einschätzen, weil er den anderen vor sich sieht. Der Fahrer, der die Boxengasse verlässt, kann weder nach hinten noch zur Seite schauen. Die Sicht ist wegen der hohen Cockpit-Seitenwände stark eingeschränkt. Er muss nur sicherstellen, dass er innerhalb der weißen Linie bleibt, die die Boxenausfahrt von der Strecke abtrennt. Das hat Bourdais gemacht. Der Zweikampf fand weit nach Ende der weißen Linie statt. Es war also ein ganz normaler Rennunfall.

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