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Boxenstopp-Charts

Mercedes auch in der Box die Nummer eins

Nico Rosberg - Mercedes - GP Spanien 2015 - Rennen - Sonntag - 10.5.2015 Foto: Wolfgang Wilhelm 22 Bilder

Mercedes gewinnt nicht nur auf der Rennstrecke. Die WM-Spitzenreiter sind auch in der Boxengasse die schnellsten. Im Durchschnitt wechselt keiner die Reifen so flott wie die sechsfachen Saisonsieger.

16.06.2015 Michael Schmidt

Eigentlich hat es Mercedes gar nicht nötig. Die Crew der Seriensieger könnte sich beim Reifenwechsel Zeit lassen. Wer komfortabel auf der Rennstrecke führt, muss in der Box nicht die letzten Zehntelsekunden gewinnen. Es ist viel zu riskant, dabei einen Fehler zu machen, das Rad nicht richtig anzuschrauben und womöglich noch eine Zeit- oder Durchfahrtstrafe zu kassieren.

Im letzten Jahr hielt sich Mercedes eisern an diese Regel. Laut Teammanager Ron Meadows bauten die Mercedes-Mechaniker 2014 bei allen Boxenstopps einen Sicherheitspuffer von einer halben Sekunde ein. Man war so überlegen, dass man trotzdem gewann. Sollten sich die Reifenwechsel-Rekorde ruhig andere holen.

Ohne Reparaturen und SafetyCar-Stopps

Auch in diesem Jahr hat eine sichere Abwicklung beim Boxenstopp Vorrang. Doch mit Ferrari ist zumindest auf einige Strecken wieder ein Gegner da, den Mercedes im Auge behalten muss. Hin und wieder kommt es dann doch auf einen schnellen Boxenstopp an. Dieser Mix aus Sicherheit und dem Konkurrenzdruck wirkt sich positiv aus. Mercedes führt die Liste der Boxenstopps nach den ersten sieben Grand Prix dieser Saison an. Ferrari zum Beispiel hat in Melbourne bei Kimi Räikkönens Boxenstopps viel riskiert, und dann doch bezahlt. Der Finne musste mit einem lockeren Rad auf der Strecke anhalten.

Die Aufzeichnungen berücksichtigen nur echte Reifenwechsel ohne Reparaturen. Auch Boxenstopps während einer SafetyCar-Phase sind ausgenommen, da sie die Teams im mittleren und hinteren Feld benachteiligen. Wenn alle glerichzeitig zum "Gratis-Stopp" an die Boxen kommen, verlieren die Teams im Mittelfeld wegen des Verkehrs in der Boxengasse mehr Zeit als die an der Spitze. Reifenwechsel mit Pannen sind natürlich eingerechnet.

Da die exakten Stopp-Zeiten nicht zugänglich sind, wird zur Bewertung die Zeit in der Boxengasse herangezogen. Damit filtert sich der Stopp aus, weil das Speedlimit in der Box für alle gleich ist. Wir haben bei jedem Rennen den Mittelwert aller Stopps eines Teams genommen und daraus eine Tabelle zusammengestellt.

Force India stark, McLaren schwach

Für die Gesamtwertung haben wir alle Durchschnittswerte zusammengezählt. Die Rangliste der mitteleren Platzierung und Boxenstopp-Zeiten ist nicht identisch, weil die Boxengassen unterschiedliche Längen haben und damit auch die Verweildauer unterschiedlich ist. Lotus und Manor haben in Melbourne gar keine Boxenstopps durchgeführt. Der eine, weil beide Fahrer schon nach einer Runde aus dem Rennen waren. Der andere, weil die Autos nicht antraten. Und ein kapitaler Fehler kann einem Team bei einem Rennen die Platzierung verhageln, in der Gesamtzeit aber den Schnitt über alle sieben Grand Prix.

In beiden Ranglisten liegt Mercedes vorne. Siehe Tabelle. Die Reihenfolge liest sich ganz ähnlich wie der WM-Stand. Was beweist, dass auch hier Personal, Werkzeuge, Training und Analyse eine Rolle spielen. Wer schnellere Autos baut, hat auch die Mittel auf den Nebenkriegsschauplätzen besser dazustehen. Trotzdem kann man manchmal auch mit weniger Geld die Großen schlagen. Beispiel Force India: Die Truppe aus Silverstone legte die schnellsten Boxenstopps in Montreal aufs Parkett und war nirgendwo richtig schlecht. Enntäuschend sind dagegen die früheren Boxenstopp-Könige Red Bull und auch McLaren. Da wären die Möglichkeiten vorhanden, auch wenn die Autos langsam sind.

Um die Gesamtübersicht besser zu erklären, lösen wir die Tabelle Team für Team auf:

  • Mercedes: Drei Mal P1 (Malaysia, China, Monte Carlo), schlechteste Platzierung P5 in Bahrain (Hamilton, Rosberg)
  • Ferrari: Zwei Mal P1 (Bahrain, Spanien), schlechteste Platzierung: P7 Australien (Räikkönen), P9 Kanada (Vettel)
  • Williams: Ein Mal P1 (Australien), schlechteste Platzierung: P8 Kanada (Bottas)
  • Force India: Ein Mal P1 (Kanada), schlechteste Platzierung: P6 (Malaysia, Bahrain)
  • Toro Rosso: Beste Platzierung: P4 Malaysia, schlechteste Platzierung P8 Australien (Sainz), Monaco (Verstappen), P10 Bahrain (Verstappen, Sainz)
  • Lotus: Beste Platzierung: P3 (Malaysia), schlechteste Platzierung P9 Spanien (Grosjean)
  • Manor: Beste Platzierung: P8 (Bahrain), schlechteste Platzierung P10 (Malaysia, China, Spanien, Monaco, Kanada)
  • Sauber: Beste Platzierung: P4 (Australien), schlechteste Platzierung P9 China (Ericsson), Bahrain (Ericsson), Monaco (Nasr)
  • Red Bull: Beste Platzierung: P3 (Australien, China, Kanada), schlechteste Platzierung P8 Malaysia (Kvyat)
  • McLaren: Beste Platzierung: P3 (Bahrain), schlechteste Platzierung P9 Malaysia (Button)
TeamØ PlatzierungenPlatzØ BoxenzeitenPlatz (Zeiten)
Mercedes2,28 (2/1/1/5/4/1/2)*123,594 s1
Ferrari3,32 (7/2/2/1/1/2/9)223,902 s3
Williams3,85 (1/5/6/2/2/3/8)323,887 s2
Force India4,28 (5/6/5/6/3/4/1)423,988 s5
Red Bull4,57 (3/8/3/4/6/5/3)523,971 s4
Lotus5,66 (-/3/4/7/9/7/4)624,463 s7
McLaren6,28 (6/9/7/3/7/6/6)724,368 s6
Toro Rosso6,85 (8/4/8/10/5/8/5)827,482 s10
Sauber7,57 (4/7/9/9/8/9/7)925,074 s8
Manor9,66 (-/10/10/8/10/10/10)1026,615 s9
*Platz Summe Boxenstopps
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