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Boxenstopp-Ranking 2015

Mercedes auch beim Boxenstopp top

Mercedes - Boxenstopp - Formel 1 - 2015 Foto: Wilhelm 12 Bilder

Mercedes war im abgelaufenen Jahr nicht nur auf der Rennstrecke am schnellsten. Der Weltmeister gewann auch die Boxenstopp-Wertung. Im Schnitt der 19 Rennen belegte das Team der Silberpfeile Platz 2,4. Gefolgt von Ferrari und Red Bull.

01/18/2016 Michael Schmidt

Die Reihenfolge in der Boxengasse ist fast die gleiche wie auf der Rennstrecke. Mercedes fuhr nicht nur die schnellsten Rundenzeiten. Die Silberpfeile stellten auch die beste Reifenwechsel-Crew. Das ergibt eine Analyse aller Boxenstopps der Saison 2015.

Mercedes im Schnitt am Schnellsten

Es zählt die Zeit, die das Auto in der Boxengasse verbringt. Ausgenommen sind Stopps in Safety-Car-Phasen und wegen technischer Probleme. Bei Safety-Car-Phasen kommen oft alle Autos auf einmal. Dadurch entstehen Verzögerungen beim Rein- und Rausfahren oder durch Warten auf den Teamkollegen. Die entsprechend schlechtere Verweilzeit in der Boxengasse würde die echten Standzeiten verzerren.

Daraus ergibt sich für die 19 Rennen pro Team jeweils eine Durchschnittszeit und daran bemessen eine Platzierung. Das Mittel der Platzierungen ergibt den Gesamtstand. Und da führt Mercedes mit dem durchschnittlichen Rang 2,4 die Rangliste an. Gefolgt von Ferrari mit 3,2 und Red Bull mit 3,9. Es fällt auf, dass die Tabelle in weiten Zügen auch dem Gesamtstand in der Konstrukteurs-Wertung entspricht.

Ausreißer sind McLaren, die in der Box immerhin Platz 6 belegen. Aber auch in dieser Disziplin war das Team aus Woking schon einmal besser. 2012 schaffte McLaren regelmäßig die schnellsten Boxenstopps. Red Bull und Williams haben genauso wie Lotus und Toro Rosso in der Boxenstopp-Wertung die Plätze getauscht.

Geheimnis liegt in der Gleichmäßigkeit

Die meisten Teams haben über die Jahre ihre Taktik geändert. Nicht mehr der Rekord-Wechsel zählt, sondern die Gleichmäßigkeit. Force India zum Beispiel trainiert seine Boxenstopps auf einen Mittelwert von 2,5 Sekunden. Dieser Wert geht auch in die Programme für die Rennsimulationen ein. "Würden wir krampfhaft versuchen, die zwei Sekunden zu unterbieten, würden sich viel mehr Fehler einschleichen", erklärt Teammanager Andy Stevenson.

Mercedes verfährt nach der gleichen Taktik. Die Überlegenheit auf der Strecke ist hier eine Trumpfkarte. Die Männer um Teammanager Ron Meadows können mit einer Sicherheitsmarge von 3 bis 5 Zehntel planen. Es geht beim Boxenstopp nicht um das letzte Zehntel. Das schränkt die Fehlerquote ein. Deshalb lag Mercedes acht Mal auf Platz 1 und hatte mit Rang 6 in Budapest und den Plätzen 5 in Bahrain und Monza nur drei Ausreißer nach unten.

Ferrari patzte in Australien (P7), Montreal (P9), am Red Bull-Ring (P9) und in Abu Dhabi (P6). Dafür stellte der Vize-Weltmeister in Bahrain, Barcelona, Spa, Sochi und Mexiko die schnellsten Schrauber. Red Bull war in Budapest und Monza die Nummer 1, kam in Malaysia aber nur auf den achten Platz.

Die Boxenstopp-Sieger rekrutieren sich nicht nur aus den Top 3. Williams gewann in Australien, Force India in Kanada und McLaren in Brasilien. Lotus schaffte es in Österreich auf Platz 2. Das gleiche Kunststück gelang Toro Rosso in England.

Die finanzschwachen Teams zahlen auch einen Preis für die schlechtere Boxenstopp-Ausrüstung. Bei Sauber und Manor liegen Spezial-Wagenheber und Highspeed-Schlagschrauber nicht im Budget. Deshalb rangieren die beiden Teams auch am Ende der Tabelle. Sauber hatte seine Highlights mit Platz 4 in Australien und England. Für Manor zählt der sechste Rang von Österreich fast schon wie ein Sieg.

In unserer Galerie finden Sie die genauen Boxenstopp-Daten zu allen 10 Teams.

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