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Boxenstopp-Zeitvorgabe abgelehnt

Piloten gegen langsame Reifenwechsel

Red Bull - GP Deutschland 2013 Foto: Red Bull 83 Bilder

Die FIA hat überlegt, die Boxenstopps aus Gründen der Sicherheit absichtlich zu verlangsamen. Doch der Vorschlag scheiterte an der Ablehung der Teams. Auch die Piloten sprachen sich mehrheitlich dagegen aus. Tenor: "Boxenstopps gehören zur Faszination Formel 1 dazu."

25.07.2013 Tobias Grüner

Der Unfall in der Boxengasse am Nürburgring schlägt immer noch hohe Wellen. In Budapest trafen sich die Teams mit der FIA um über Maßnahmen zu diskutieren, wie die Sicherheit bei den Reifenwechseln künftig verbessert werden kann. Die Reduzierung der Geschwindigkeit und eine Beschränkung der Berichterstatter in der Boxengasse wurde bereits für Ungarn beschlossen.

Zudem hat die FIA angekündigt, künftig härter durchzugreifen. Statt Geldstrafen gibt es ab dem Budapest-Rennen eine Rückversetzung um 10 Plätze, wenn ein Team ein Rad nicht richtig befestigt. Auch wenn ein Pilot einem Konkurrenten nach dem Boxenstopp in den Weg fährt ("unsafe release") drohen ab dem GP Ungarn härtere Sanktionen.

"Wenn Unfälle passieren, muss man reagieren. Wir müssen alle mithelfen, die Sicherheit zu verbessern. Das reduzierte Tempolimit in der Boxengasse ist eine gute Sache, weil es keinen bevorzugt oder benachteiligt", begrüßte Fernando Alonso die bereits beschlossenen Änderungen. Doch die FIA wollte eigentlich noch mehr durchsetzen.

Diskussion um Boxenstopp-Zeitvorgabe

Ein weiterer Vorschlag, der auf dem Tisch lag, sah die Einführung einer Mindestdauer der Boxenstopps vor. Die Mechaniker müssten die Räder dann nicht mehr unter Hochdruck auf die Autos hämmern. Die Fehleranfälligkeit würde sinken, die Sicherheit steigen. Doch die Einführung der Maßnahme scheiterte am Widerstand der Teams. Auch die Piloten lehnten das Vorhaben mehrheitlich ab, wie eine kleine Fahrerlager-Umfrage zeigt.

So warnte zum Beispiel Sebastian Vettel vor übertriebenem Aktionismus. "Die Geschwindigkeit runterzusetzen war eine richtige Entscheidung. Die Boxenstopp-Zeit vorzuschreiben sehe ich aber ein bisschen kritisch", erklärte der Weltmeister. "Boxenstopps gehören einfach zu der Faszination der Sportart dazu. Sie wurden damals eingeführt, damit etwas mehr passiert und mittlerweile sind sie Teil des Ganzen."

"Die Mechaniker lieben auch die Aufgabe, schneller zu sein als die Kollegen im anderen Team. Dass dabei ein gewisses Risiko mitfährt, ist klar. Es kann immer etwas passieren. Das ist aber Teil des Motorsports. Wenn wir auf der Strecke in kritischen Kurven eine bestimmte Geschwindigkeit einhalten müssten, wäre es für die Zuschauer ja auch nicht mehr so spannend, wie es jetzt ist."

Boxenstopps sind rennentscheidend

Red Bull-Teamkollege Mark Webber pflichtet dem Heppenheimer bei: "Boxenstopps sind ein wichtiges Schaufenster für die Formel 1, in dem wir zeigen können, auf welchem Niveau gearbeitet wird. Die Leute reden über Boxenstopps, die nur zwei bis drei Sekunden dauern."

McLaren-Pilot Jenson Button würde ebenfalls nur ungern auf das Spannungselement verzichten: "Boxenstopps sind Teil des Sports. Sie können helfen, eine Position zu gewinnen oder zu verlieren. Es wäre deshalb schade, sie in der Zeit zu limitieren. Wir wissen doch alle: Motorsport ist gefährlich. Mit dem Verbot der Tankstopps wurde ein Risikofaktor schon weggenommen.

Rosberg lobt Arbeit der FIA

Nico Rosberg wollte sich dagegen nicht festlegen. Der Mercedes-Pilot nimmt es wie es kommt. "Ich vertraue der FIA da voll. Die Formel 1 ist ein gefährlicher Sport. Deshalb ist es gut, wenn weiter für die Sicherheit gekämpft wird. In den letzten 20 Jahren wurde diesbezüglich ein super Job gemacht."

"Wegen dem Geschehen am Nürburgring liegt der Fokus auf den Boxenstopps. Da wurden ein paar gute Schritte gemacht, zum Beispiel die Geschwindigkeit zu reduzieren und weniger Leute in die Boxengasse zu lassen. Mal sehen, mit was für Ideen sie jetzt noch kommen. Wichtig wäre es, technisch zu verhindern, dass der Reifen abfliegt."

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