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Boykott-Drohung für F1-Finale

"Bis Abu Dhabi muss Lösung her"

Gerard Lopez & Monisha Kaltenborn - GP USA 2014 Foto: xpb 23 Bilder

Lotus, Force India und Sauber sind nicht gewillt ihre Kampagne für eine gerechtere Verteilung der Einnahmen und die Senkung der Kosten einzustellen. Die Boykottdrohung ist noch nicht vom Tisch. Wenn es bis Abu Dhabi keine Lösung gibt, könnte das Finale bestreikt werden.

03.11.2014 Michael Schmidt

Es ist die goldene Chance für einen Strukturwandel in der Formel 1. Lotus, Force India und Sauber wollen sie nicht verstreichen lassen. Der Anfang wurde in Austin gemacht. Die Teamchefs Gerard Lopez, Vijay Mallya und Monisha Kaltenborn haben erstmals klare Aussagen getroffen. Die Kosten müssen runter, das Geld gerechter verteilt werden.

Die 4 großen Teams Ferrari, Red Bull, Mercedes und McLaren sollen auf einen Teil ihrer überproportional hohen Einkünfte aus dem Topf der TV- und Antrittsgelder verzichten, um das Mittelfeld und die Hinterbänkler zu stärken. Bei Mercedes beginnt sich bereits ein Umdenken breit zu machen: "Wir würden zum Wohle des Sports auf ein paar Prozent verzichten, wenn es Ferrari und Red Bull auch trifft", machen die Mercedes-Chefs Toto Wolff und Niki Lauda Hoffnung. Beide wissen genau, dass sie sich bei einer unnachgiebigen Haltung ein Eigentor schießen würden. Wenn 2015 auch noch Lotus und Force India verschwinden, sind 40 Millionen Euro weniger in der Motorenkasse.

Ultimatum bis Abu Dhabi

Lotus-Chef Gerard Lopez glaubt, dass den Teams im Mittelfeld und im Tabellenkeller schon geholfen wäre, wenn es 20 Millionen Dollar pro Team mehr gibt. "Die großen Teams würden gar nichts davon merken. Sie würden davon profitieren, weil alle etwas enger zusammenrücken und der Sport besser wird."

Bernie Ecclestone hat sogar angeboten, die Schulden der schwächelnden Teams zu begleichen, wenn sich alle Teams auf einen neuen Verteilungsschlüssel einigen. Marussia soll auf diesem Weg gerettet werden. Zwei indische Geschäftsleute verhandeln gerade mit dem Rennstall. Marussia soll in Abu Dhabi starten, um die Lizenz zu behalten.

Boykott beim Formel 1-Finale?

Die Rebellen wollen sich diesmal aber nicht mit leeren Worten abspeisen lassen. Lopez droht: "Wir wollen bis nächste Woche in Brasilien Lösungen sehen und bis zum Finale in Abu Dhabi einen Vertrag." Und was passiert, wenn nichts passiert? Dann werden die drei Teams ihre Boykottdrohung wahrmachen.

Wahrscheinlich eher in Abu Dhabi als in Brasilien. Weil beim Finale der Aufmerksamkeitswert größer wäre. Das würde die Teams noch stärker an den Pranger stellen, die sich gegen Reformen sträuben. Lopez setzt jetzt auf Bernie Ecclestone: "Zum Glück haben wir Bernie noch. Wenn einer etwas ändern kann, dann er. Und wenn er es will, setzt er es auch durch."

Für Ecclestone geht es auch um viel. Jetzt kann der Formel 1-Chef den Heckenschützen aus den Reihen von Rechteinhaber CVC zeigen, was er wert ist. Auch FIA-Präsident Jean Todt steht unter Druck. Er will nicht der Präsident sein, unter dem die Formel 1 stirbt.

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