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Brasilien sucht einen Fahrer

Wo landet Felipe Massa?

Felipe Massa - Ferrari - Formel 1 - GP Singapur - 19. September 2013 Foto: xpb 45 Bilder

Felipe Massa ist auf der Suche nach einem Cockpit. Rubens Barrichello träumt von einem Comeback. Und GP2-Pilot Felipe Nasr will den Sprung in die Formel 1 schaffen. Brasilien braucht einen Formel 1-Fahrer, und die Formel 1 braucht einen Brasilianer - Notfalls steht eine ganze Nation hinter dieser Aufgabenstellung.

30.09.2013 Michael Schmidt

Alles begann mit dem GP England 1970. Damals debütierte ein gewisser Emerson Fittipaldi auf dem dritten Lotus neben Jochen Rindt und John Miles. Der Mann mit dem lustigen Namen gewann in der gleichen Saison seinen ersten Grand Prix und wurde zwei Jahre später Weltmeister. Seitdem hat uns immer mindestens ein Brasilianer in der Formel 1 begleitet. Brasilien stellte Weltmeister wie Emerson Fittipaldi, Nelson Piquet und Ayrton Senna, GP-Sieger wie Carlos Pace, Rubens Barrichello und Felipe Massa, oder Punktelieferanten wie Wilson Fittipaldi, Chico Serra, Mauricio Gugelmin, Pedro Diniz, Roberto Moreno, Christian Fittipaldi, Cristiano da Matta, Ricardo Zonta, Antonio Pizzonia, Nelsinho Piquet und Bruno Senna. Im nächsten Jahr könnte die Ära der Brasilianer zu Ende gehen. Felipe Massa ist derzeit ohne Vertrag. Rubens Barrichello fuhr 2011 in Brasilien unfreiwillig sein Abschiedsrennen. Und Felipe Nasr wartet noch auf ein Angebot aus der Königsklasse.

Eine Nation steht hinter Massa

Seit Felipe Massa seinen Sitz bei Ferrari verloren hat, ist in Brasilien Nervosität ausgebrochen. Vor allem beim Fernsehsender TV Globo, der für die Übertragungsrechte teuer bezahlt. Und beim Veranstalter des GP Brasilien, der fürchten muss, dass ohne Brasilianer am Start die Ränge leer bleiben. Bernie Ecclestone weiß Bescheid. Er hat versprochen zu helfen. Massa will um seine Formel 1-Zukunft kämpfen. Notfalls auch mit geringeren Ansprüchen. Die ursprüngliche Kampfansage, dass ihn nur ein Siegerauto interessiere, wurde längst abgeschwächt: "Ich will in der Formel 1 bleiben. Aber nicht um jeden Preis. Nur mitfahren wäre mir zu wenig. Ich muss schon die Chance haben, um Punkteränge zu kämpfen." Der elffache GP-Sieger sagt, er sei im Frieden mit sich selbst: "Ich habe viel mehr erreicht, als ich als kleines Kind zu hoffen wagte. Das einzige, das mir noch fehlt, ist der WM-Titel." Fernando Alonso streut seinem treuen Helfer Rosen: "Für mich ist Felipe ein Weltmeister. Er war es jedenfalls 2008 für ein paar Sekunden lang."

Lotus will warten: Eine Chance für Massa?

Massa hat Kontakte zu Lotus, Force India und Sauber geknüpft. Sein Manager Nicolas Todt bezifferte die Chance dort zu landen in Singapur bei 30 Prozent. Auch Nico Hülkenberg steht dort auf der Liste. Der Sauber-Pilot ist nicht unbedingt ein Gegenspieler für Massa, denn er klopft bei den gleichen Adressen an. Wenn Hülkenberg zu Lotus geht, kann Massa auf Force India ausweichen. Oder umgekehrt. Lotus hat die Taktik inzwischen geändert. Statt eine schnelle Entscheidung zu treffen, will Teambesitzer Gerard Lopez abwarten. Erst soll der Deal mit Investor Infinity Racing unter Dach und Fach gebracht werden. Der arabische Investment Fonds will 35 Prozent des Teams kaufen. Mit dem Kaufpreis wären sämtliche Verbindlichkeiten getilgt und das Team hätte eine Basis, in den nächsten fünf Jahren um Siege und den WM-Titel zu kämpfen. Das Geld liegt auf der Bank, ist aber nicht freigegeben. Das hat politische Gründe. Wenn diese Hürde fällt, will sich Lotus mit den Fahrern festlegen.

Massa käme nicht mit leeren Händen

Massa wäre für alle Teams mit offenen Cockpits interessant. Auch Force India hat Kontakt mit Massas Management. Dort sollen seine Chancen noch besser sein als bei Lotus. Als Ersatz für Paul di Resta. Und für Sauber wäre die Heimkehr seines verlorenen Sohnes die perfekte Ergänzung zu Neuling Sergey Sirotkin. Der Vize-Weltmeister von 2008 käme nicht mit leeren Händen. In der Stunde der Not steht eine ganze Nation zusammen. Man erzählt sich, dass Massa bis zu sechs Millionen Dollar mitbringen könnte. Als mögliche Unterstützer werden Santander, Embratel und Petrobras genannt. Auch Rubens Barrichello taucht wieder aus der Versenkung auf. "Ich betrachte meine Formel 1-Karriere nicht als beendet. Ich hatte ja noch nicht einmal ein echtes Abschiedsrennen", sagt der Mann mit den meisten GP-Starts. Barrichello fährt derzeit in Brasilien StockCar-Rennen. "Aber meine Sinne sind immer noch auf Formel 1-Tempo geeicht. Für ein Comeback müsste ich nur meine Nackenmuskeln trainieren. Das wäre keine Hexerei." Auch Barrichello hat offenbar Geld im Gepäck. Die Quelle ist vorerst noch geheim.

Nasr hat eine Mitgift aber keine Resultate

Felipe Nasr soll angeblich für eine Mitgift von 10 Millionen Dollar gut sein. Banco do Brasil und Sky Brazil unterstützen den derzeit Dritten der GP2-Meisterschaft. Doch die Szene ist vorsichtig geworden mit derlei Ankündigungen. Im letzten Jahr hatte Luiz Razia sich mit angeblich 30 Millionen im Gepäck ins Gespräch gebracht. Als es bei Marussia ernst wurde, war das Geld plötzlich nicht da. Nasr hat die Chance versäumt, durch gute Resultate auf sich aufmerksam zu machen. Der 21-Jährige aus Brasilia  fährt in der GP2-Serie regelmäßig in die Punkte, wartet aber immer noch auf den ersten Sieg in der Nachwuchsklasse. Mit so einer Vita kann man eine Kategorie höher aber nicht punkten.

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