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BrawnGP

Alles spricht über Buttons Wunder-Runden

BGP 001 Foto: Brawn GP 35 Bilder

Die Wunderzeiten des Nachfolgerennstalls von Honda bei Testfahrten in Barcelona sorgen im Fahrerlager für hitzige Diskussionen.

12.03.2009 Michael Schmidt

"Wenn sie die Rundenzeiten in Melbourne wiederholen können, die Button am Mittwochmorgen bei seinem Dauerlauf gezeigt hat, gewinnen Button und Barrichello den Grand Prix von Australien mit einer Runde Vorsprung", orakelte Williams-Technikchef Sam Michael. Als Button dann unter Qualifikationsbedingungen mit 1.19,127 noch eine absolute Bestzeit aufstellte, da läuteten bei der Konkurrenz die Alarmglocken.

Die Gegner wetzen die Messer

"Die sind eine Sekunde schneller als wir. Das ist doch gar nicht möglich", schüttelten die Ferrari-Ingenieure den Kopf. Felipe Massa war mit 1.20,188 Minuten Zweitschnellster am Mittwoch. Auch der Vize-Weltmeister war mit einer Minimalmenge Sprit unterwegs. Renault-Chef Flavio Briatore hatte seinem Team einen Kurzbesuch abgestattet und grummelte: "Als ich hier ankam war ich noch optimistisch, was unsere Chancen betrifft. Jetzt bin ich es nicht mehr." Dabei war Fernando Alonso mit 1.20,863 eine gute Rundenzeit gefahren, wenn man bedenkt, dass im Renault ausreichend Benzin im Tank und KERS an Bord war.

Buttons Superzeiten verhagelten Briatore die gute Laune. Das ganze Fahrerlager fragt sich: Wie ist es möglich, dass ein totgesagtes Team allen anderen um die Ohren fährt. Da ist von Untergewicht die Rede, um Sponsoren anzulocken und von einem Diffusor, bei dem nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Der erste Vorwurf ist Unsinn. Teamchef Ross Brawn würde nie der Show willen Ballast aus dem Auto nehmen lassen. Er weiß genau, dass in 17 Tagen in Melbourne die Wahrheit auf den Tisch kommt. Wäre der BrawnGP dort nur noch Mittelmaß, wäre seine Taktik durchschaut und die Sponsoren würden auf alle Ewigkeiten die Finger von diesem Team lassen. Brawn erwidert Kritikern: "Ich suche einen langfristigen Partner, keinen, der wegen schneller Rundenzeiten billig Sponsorplatz kaufen will." Der Diffusor des Brawn BGP001 ist speziell. Das gleiche Prinzip wie bei Toyota, nur ein anderer Denkansatz. Brawn braucht keine Erweiterung für seinen Zusatz-Diffusor. Doch die Gegner haben schon die Messer gewetzt.

Pat Symonds wettert

Wie bei Toyota. Wenn Underdogs plötzlich schnelle Rundenzeiten fahren, dann muss etwas faul sein, denkt sich das Establishment. FIA-Rennleiter Charlie Whiting tauchte nicht umsonst zur Inspektion der Autos in Barcelona auf. Es geht um die Frage, wie die Luft in den zweiten Diffusor geleitet wird.

"Da gibt es unterschiedliche Interpretationen, was erlaubt ist und was nicht", wettert Renault-Ingenieur Pat Symonds. Die Ingenieure verlangen eine Klärung, um zu wissen, ob es sich lohnt, die Tricks von Brawn und Toyota zu kopieren. Auf Ross Brawn wird vor dem Saisonstart noch ein heißer Tanz zukommen. Der BrawnGP001 ist aber nicht nur wegen des Diffusors schnell. Mercedes-Sportchef Norbert Haug wirft ein: "Das Team hatte viel mehr Zeit, das 2009er Auto zu entwickeln als alle anderen. Das zahlt ich jetzt aus."

Dem ersten Mann von Mercedes kann es Recht sein. Im Heck des BrawnGP sitzt Mercedes-Power. Auch der Motor trägt zu der Sensation von Barcelona bei. Rubens Barrichello wirft ein: "Allein von der Fahrbarkeit ist der Motor ein Traum. Ich weiß jetzt beim Beschleunigen wieder, was mich erwartet. Der Schub setzt wunderbar sanft und berechenbar ein."

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