Nächstes Rennen: 10. Juni 2012
GP Kanada

Briatore: "Kosten müssen mindestens 50 Prozent runter"

Die Finanzkrise schweißt die Formel 1-Teams zusammen. Hersteller und Privatteams fahren bei in ihren Vorschlägen, wie man die Kosten in der Formel 1 reduzieren könnte, einen gemeinsamen Kurs.

Renault-Teamchef Flavio Briatore fordert: "Die Kosten müssen bis 2010 um mindestens 50 Prozent runter. Sonst sieht es zappenduster aus." Toro Rosso-Kollege Franz Tost greift dem Kostengipfel übernächste Woche voraus: "Das ist die beste Gelegenheit, den Plan von der Budgetobergrenze durchzusetzen. Jetzt kapiert jeder, dass wir sparen müssen."

Die Rede ist von 60 Millionen Euro pro Jahr. An solche Zahlen war vor ein paar Monaten noch gar nicht zu denken. Die Werksteams wollten nichts unter 150 Millionen akzeptieren.

Testfahrten drastisch reduzieren

Inzwischen gibt es auch konkrete Vorschläge, wie man das Wettrüsten eindämmen könnte. Mit einem Einhneitsgetriebe können alle leben. Die Lebensdauer der Motoren soll in einem Stufenplan bis auf zehn GP-Wochenenden ausgedehnt werden. Testfahrten während der Saison soll es nicht mehr geben.

Stattdessen soll am Freitag vor dem Grand Prix von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 16.00 Uhr trainiert werden. Vor der Saison wären dem Toro Rosso-Vorschlag zufolge vier Testtermine à vier Tage mit einem Auto erlaubt, nach der Saison zwei Testtermine à vier Tage mit zwei Autos.

Prämien sollen zum Überleben reichen

Die Teams fordern von Bernie Ecclestone, dass er in Zukunft 80 statt 50 Prozent aller Einnahmen ausschüttet, und zwar an alle Teams im Feld und nicht nur die Top Ten. Mittelfristig plant die Formel 1 mit zwölf Teams und 24 Autos. Die drastische Kostensenkung soll neue Teams anlocken. Toro Rosso-Mitbesitzer Gerhard Berger erklärt: "Ein Team sollte von dem Geld, was wir von Bernie bekommen, leben können. Sponsoren wären eine Zugabe."

Nur mit einem Vorschlag steht der Juniorpartner von Red Bull noch ziemlich allein da. "Ideal wäre es, wenn jeder der sechs Hersteller ein Satellitenteam mit Motoren, dem Antriebsstrang oder auch dem kompletten Auto ausrüsten würde." Die Hersteller haben die Sorge, dass die B-Teams als taktisches Mittel eingesetzt werden könnten.

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Michael Schmidt

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