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Briatore träumt von Alonso

Foto: dpa

Am 31. Juli wollte Renault seine drei Fahrer informieren, wer im nächsten Jahr einen Stammplatz bekommt. Doch Giancarlo Fisichella, Heikki Kovalainen und Nelson Piquet junior müssen sich noch gedulden. Briatore will den Tag der Entscheidung verschieben.

24.07.2007

"Ich werde mir noch ein paar Wochen Zeit lassen. Erst will ich meinen Fahrern ein besseres Auto geben. Dann kann ich ihre Leistungen besser beurteilen."

Kleine Chance für Alonso-Rückkehr?

Das ist die offizielle Version. Tatsächlich sieht Briatore immer noch eine kleine Chance, dass Fernando Alonso zu ihm zurückkehrt. Er setzt darauf, dass sein Ex-Pilot bei McLaren-Mercedes nicht glücklich ist. Tatsächlich wirkt Alonso in seiner neuen Umgebung immer noch etwas isoliert. Ständig hockt er mit seinem Vater, seiner Freundin und seinem Manager zusammen. Selten sieht man den Weltmeister im neuen McLaren-Motorhome mal mit Teammitgliedern reden. Hin und wieder geht er sogar zum Kartenspielen zu seinen alten Kumpels von Renault.

Die Chancen, dass Alonso vorzeitig aus seinem Zweijahresvertrag aussteigt, sind praktisch gleich null. Teamchef Ron Dennis würde ihn nie freiwillig ziehen lassen. Bei McLaren-Mercedes hat er derzeitig technisch das beste Paket. Renault konnte den Rückstand trotz zahlreicher Modifikationen am Auto nicht verkürzen. Alonso hat bereits drei Grand Prix gewonnen. Renault schaffte noch nicht einmal einen Podestplatz. Sportlicher Erfolg tröstet auch über vieles hinweg.

Spiel mit dem Feuer

Und Alonso bräuchte juristisch einen Grund, vor Ablauf des Vertrages auszusteigen. Möglicherweise spekuliert Briatore darauf, dass so ein Grund bei einer Bestrafung wegen der Stepney-Affäre gegeben wäre. Würden den Fahrern Punkte abgezogen, könnte Alonso Imageschädigung ohne eigenes Verschulden geltend machen. Die Entscheidung des FIA-Weltrates fällt am kommenden Donnerstag (26.7.). Für die Renault-Piloten ist die Hinhaltetaktik ein Spiel mit dem Feuer. Ende August sind möglicherweise alle Cockpits besetzt.

Piquet und die Suche nach Fahrpraxis

Nelsinho Piquet durfte bei den letzten Tests in Silverstone und Spa jeweils einen Tag testen, und in dieser Woche in Jerez soll er sogar zwei von drei Tagen im Auto sitzen. Ist das ein Indiz dafür, dass seine Chancen gut stehen? Giancarlo Fisichella dagegen kam seit Saisonbeginn nur an drei Testtagen zum Einsatz. Sein Manager Enrico Zanarini nahm bereits Kontakt zu Frank Williams auf. Fisichella muss sich absichern. Auch Piquet spricht mit dem Mann im Rollstuhl. Für den Fall, dass er zwischen alle Stühle fällt. Über seinen Vater hat Piquet junior einen guten Kontakt zu Williams. Der dreifache Ex-Weltmeister fuhr 1986 und 1987 für den britischen Rennstall. Die Variante, dass Piquet schon in diesem Jahr für Williams an Stelle von Alexander Wurz fährt, hat sich den starken Leistungen von Wurz bei den letzten Rennen erübrigt. "Ich habe über dieses Thema nie mit Flavio gesprochen", bestätigt Frank Williams. Piquet sucht händeringend Fahrpraxis. Er bietet sich sogar für Aerodynamik-Versuchsfahrten auf Flugplätzen bei Renault an, er fährt alle Tests mit dem neuen GP2-Dallara für 2008.

Die F1 denkt kurzsichtig

Als bei Spyker durch die Entlassung von Christijan Albers ein Cockpit frei wurde, winkte Piquet junior jedoch ab. "Mein Vater meinte, ich solle fahren. Doch bei der Nummer kannst du nur verlieren. Das Auto ist schwierig zu fahren, und Sutil kennt es in- und auswendig. Es dauert, bis du diesen Erfahrungsrückstand wettmachst. In der Zwischenzeit ist dein Marktwert kaputt. Die Leute in der Formel 1 denken leider sehr kurzsichtig. Da hatte Timo Glock mal zwei unglückliche Rennen in der GP2, und schon sinkt das Interesse an ihm. Dabei ist Timo ein sehr guter Rennfahrer."

Der Spyker-Test von Christian Klien und der Einsatz von Markus Winkelhock bestätigen die Einschätzung von Piquet. Winkelhock verlor 1,4 Sekunden auf Teamkollege Adrian Sutil. Der Schwabe ist aber bestimmt nicht um soviel langsamer. "Ich hatte vor dem Nürburgring nur 200 Kilometer Fahrpraxis mit dem Auto. Es ist unmöglich, sich an einem Wochenende darauf einzuschießen."

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