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Briatores Tanz auf dem Drahtseil

Foto: dpa 63 Bilder

Die FIA hat den Renault-Teamchef wegen kritischer Aussagen auf dem Kieker. Briatore äußerte sich im italienischen Fernsehen abfällig über die Sportbehörde. Nun rudert der Italiener hastig zurück, um einer Bestrafung zu entgehen. Die FIA hat bereits angekündigt, den Vorfall zu untersuchen.

12.09.2006 Markus Stier

Auf Verunglimpfungen und vor allem Vorwürfe von Parteilichkeit reagiert die Sportbehörde äußerst empfindlich. Dementprechend ungehalten war die FIA-Spitze, als Flavio Briatore nach der Bestrafung von Fernando Alonso (wegen angeblicher Behinderung Felipe Massas) im italienischen Fernsehen vom Leder zog, dass die Formel 1-Saison 2006 doch längst am grünen Tisch entschieden sei: "Sie haben entschieden, die WM an Schumacher zu vergeben, und so wird es auch kommen", sagte der frustrierte Renault-Teamchef gegenüber der "RAI".

Auch der sonst so zurückhaltende Fernando Alonso maulte für seine Verhältnisse erstaunlich lautstark, dass die Formel 1 für ihn kein Sport mehr sei. Über Michael Schumacher sagte der Spanier bei "Radio Marca": "Schumacher ist der unsportlichste Pilot der Geschichte. Es gibt niemanden der öfter bestraft wurde."

Einmal warmgelaufen, legte auch Briatore nach und meinte, wenn er sähe, was in der Formel 1 geschehe, könne er über den Fußball-Skandal in Italien nur lächeln. Als die FIA ankündigte, man werde die Aussagen genauer untersuchen, bekam der aufgebrachte Briatore kalte Füße. "Meine Aussagen sind völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Was als spaßiger Spruch gemeint war, ist zu etwas geworden, was es nie sein sollte."

Briatore: "Habe volles Vertrauen"

Anschließend machte er einen tiefen Bückling: "Ich habe volles Vertrauen in unsere Sportbehörde und bin zuversichtlich, dass unser Team in dieser Saison um die Formel 1-Weltmeisterschaft kämpfen und sie gewinnen kann."

Ob Briatores Rückzieher ihn vor einer Bestrafung schützt, ist ungewiss. Die FIA hat für den 19. Sepember eine Sitzung angesetzt, um sich mit den Vorfällen bei der Siegerehrung zum türkischen Grand Prix zu befassen, wo der Präsident Nordzyperns an der Podiumszeremonie teilnahm und damit Verstimmung bei der süd-zyprischen Regierung auslöste. Ein möglicher Fall Briatore könnte im gleichen Aufwasch behandelt werden.

Luca di Montezemolo: "Besser Schweigen"

Bedrohlich für den temperamentvollen Italiener ist ein Gummi-Paragraph, der alles unter Strafe stellt, "was die Meisterschaft in Misskredit bringt". Betrugsvorwürfe an die Regelhüter gehören zweifellos dazu. Die Regel erlaubt im extremen Fall sogar, ein Team zu disqualifizieren.

Ferrari-Präsident Luca die Montezemolo bügelte seinen Landsmann nach dessen Äußerungen kurz und heftig ab: "Es gibt da jemanden, der redet zu viel, antstatt eine gute Gelegenheit zu nutzen, um zu schweigen. Im Leben sollte man ein wenig Klasse haben, und daher ziehe ich es vor, nicht darauf zu antworten." Auch eine Antwort.

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