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Knackpunkt Bridgestone-Reifen

BMW und Ferrari teilen ein Problem

GP Türkei 2009 Foto: Daniel Reinhard 51 Bilder

Aerodynamisch haben BMW und Ferrari aufgerüstet. Beide fahren mittlerweile mit einem Doppeldiffusor. Trotzdem stockt die Aufholjagd. In der Türkei hatten beide Teams Probleme. Möglicherweise ist der Reifen der Knackpunkt für schnelle Zeiten.

15.06.2009 Michael Schmidt

Ferrari debütierte in Barcelona mit seinem Doppeldiffusor. Die roten Autos wurden prompt zur dritten Kraft im Feld mit der Hoffnung auf Mehr. Vor dem GP Türkei galt Ferrari sogar als Geheimfavorit, denn die Ingenieure präsentierten die zweite Stufe des Doppeldiffusors. Die Realität sah anders aus. Toyota überholte den Konstrukteurs-Weltmeister von 2008 wieder und zog auf Platz drei.

Kleiner Fortschritt bei BMW

BMW debütierte in Istanbul mit seinem Doppeldiffusor. Das brachte den WM-Dritten des Vorjahres zwar aus dem Tal der Tränen, aber immer noch nicht dorthin, wo man nach der Integration des doppelstöckigen Unterbodens zu landen glaubte. Ein Platz in den Top Ten der Startaufstellung und zwei WM-Punkte für Robert Kubica sind ein kleiner Fortschritt, aber lange noch nicht genug.

Bei Ferrari und BMW wurde nach dem Grand Prix in der Türkei gerätselt, was den Aufwärtstrend gebremst haben könnte. Beide leiden möglicherweise unter dem gleichen Problem: Ihre Autos sind zu nett zu den Reifen. In Istanbul waren die Mischungen "soft" und "hard" im Angebot. Eigentlich ist der weiche Gummityp der ideale Reifen für Ferrari. Wenn die Bedingungen stimmen. Denn der Reifen der Marke "soft" ist ein so genannter "low working range"-Reifen. Das heißt, dass ab einer bestimmten Asphalttemperatur die guten Eigenschaften des Gummis verloren gehen.

Ferrari hadert mit der Hitze

In Istanbul war es schlicht zu heiß für diesen Reifentyp. Ab 40°C Grad liefert er weniger Grip als die harte Alternative. Am Freitag, als es noch kühler war, sah Ferrari aus wie ein Siegkandidat. Mit zunehmenden Temperaturen schmolzen auch die roten Hoffnungen dahin. Denn der Reifen, der eigentlich wie maßgeschneidert für den F60 ist, war plötzlich die schlechtere Wahl. Mit dem harten Pneu jedoch hat Ferrari seine Schwierigkeiten. Es dauert ewig, bis der Reifen schonende F60 den Betongummi auf Temperatur bringt.

Bei BMW verhält es sich ähnlich. Wie freundlich das Auto mit seinen Sohlen umgeht, zeigte sich in Monte Carlo. Wenn die Piloten es einmal schafften, die Reifen aufzuheizen, reichte ein langsames Auto vor der Nase, dass die Reifentemperatur wieder in den Keller fiel. "Wir brauchen absolut freie Straße vor uns, um in der Aufwärmrunde den Reifen so zu konditionieren, dass er Grip entwickelt", beschreibt Robert Kubica die BMW-Misere.

In Istanbul wurde der aerodynamische Fortschritt dadurch aufgefressen, dass der harte Reifen die bessere Option war, und mit dem hat BMW wie Ferrari so seine Probleme. BMW verlor vor allem im letzten, langsamen Streckensektor Zeit. Komischerweise war man auch in der superschnellen Kurve 8 zu langsam. Da fehlten nach dem Rennen noch die Erklärungen.

Toyota dank Extrem-Diffusor auf dem Vormarsch

Szenekenner werden den Einwand bringen, dass die normalerweise ebenfalls Reifen schonenden Toyota in Istanbul eine Renaissance erlebten. Das ist richtig, kann aber erklärt werden. Speedmessungen zeigten, dass Jarno Trulli und Timo Glock die schnellsten in der Vierfach-Linkskurve mit der Nummer 8 waren. Das Aerodynamikpaket des TF109 erwies sich als Volltreffer. "Die haben den extremsten Diffusor", staunte BMW-Technikkoordinator Willy Rampf. Der hohe Speed in Kurve 8 bringt jeden Reifen auf Temperatur. Deshalb kam Toyota auch ausnahmsweise mal mit der harten Mischung zurecht.

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