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Formel 1: Konstante Reifen als Spannungskiller?

Harter Gummi hält drei Rennen

Bridgestone Valencia Foto: Bridgestone 17 Bilder

Die Hoffnung, dass der GP Australien genauso chaotisch verläuft wie im letzten Jahr, ist nach den Trainingstagen auf Null gesunken. Bridgestone hat Reifen mitgebracht, die ein Langstreckenrennen überstehen können.

27.03.2010 Michael Schmidt

Erinnern Sie sich an letztes Jahr? Da kam in den letzten Runden plötzlich Dramatik auf, weil der weichere der beiden Reifen massives Körnen zeigte. Die Rundenzeiten stiegen um bis zu vier Sekunden an. Und plötzlich hatten alle die Fahrer gute Karten in der Hand, die sich für das Finale den harten Reifen aufgespart hatten.

Nach dem eintönigen Rennen von Bahrain schwang die Hoffnung mit, dass in Melbourne wieder der Reifen das Zünglein an der Waage spielt. Weit gefehlt: Die Reifentypen im Angebot (weich, hart) zeigen nicht die geringsten Verschleißerscheinungen. Auch das gefürchtete Körnen ist kein Thema.

Weicher Reifen hält konstant

Eines war nach dem ersten Trainingstag bereits klar. Der weiche Reifen ermöglicht schnellere Rundenzeiten, und er ist stabil genug, dass er im Dauerlauf nicht einbricht. Die Ingenieure meinten, man könne mit ihm eine ganze Renndistanz fahren. Und der harte Gummi? "Der schafft drei Rennen am Stück", spottete ein Ferrari-Techniker.

McLaren-Chef Martin Whitmarsh war ebenfalls erstaunt über das Universaltalent des harten Reifens: "Obwohl er so hart ist, gibt es kaum Probleme mit dem Aufwärmen. Und er hält ewig." Das gilt nicht für alle. "Ich bin auf den harten Reifen schnellere Zeiten gefahren als auf den weichen", berichtete Felipe Massa. Die Erklärung: Der Brasilianer drehte mit den harten Gummis vier Runden am Stück. In der vierten Runde waren sie besser aufgeheizt als die weichen Sohlen in der ersten Runde.

Neue Strategie in Melbourne

Ross Brawn sieht darin eine Chance, dass sich das Szenario von Bahrain mit einem extrem frühen Boxenstopp, um von weich auf hart zu wechseln nicht wiederholt: "Wenn es so kühl bleibt wie am Samstag, dann kann man mit einem frischen Satz Reifen in der ersten Runde keinen so großen Zeitvorteil rausholen wie in Bahrain, weil die harte Mischung ein paar Runden braucht, bis sie genügend Grip liefert."

Sind das vielleicht sogar Anzeichen für ein spannendes Rennen? Die Hoffnungen konzentrieren sich jetzt auf das wechselhafte Wetter und das Safety-Car. Nico Rosberg verrät: "Nach unseren Wetterprognosen könnte es eine Stunde nach dem Start anfangen zu regnen." Da würde der Albert Park seinem Ruf gerecht, meistens turbulente Rennen abzuliefern. "Gab es nicht fast bei jedem Rennen hier ein Safety-Car", fragt Michael Schumacher. Richtig. Im letzten Jahr rückte das Schrittmacherauto gleich zwei Mal aus.

Turburlente Startphase?

Und diesmal werden die Piloten nicht mehr so brav zur Sache gehen wie beim Saisonauftakt. Martin Brundle erklärt warum: "Seit Bahrain weiß jeder, wie sich ein Auto mit vollen Tanks in der Startrunde anfühlt. Und es gibt jetzt mehr Erfahrungswerte mit dem Reifenabbau. Die Fahrer werden also nicht mehr so vorsichtig sein wie in Bahrain. Es bleibt ihnen auch nicht viel anderes übrig als in den ersten Runden zu riskieren. Sonst ist die Reihenfolge nach dem Start festzementiert." Was Schumacher bezweifelt: "Du greifst immer nach den Chancen, die sich dir bieten. Keiner steckt freiwillig zurück."

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