Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel 1: 40. Todestag von Bruce McLaren

McLaren erinnert an den Tod seines Gründers

Bruce McLaren 1969 Foto: xpb 17 Bilder

Am 2. Juni jährt sich der Todestag von Bruce McLaren. Der Gründer des gleichnamigen Rennstalls starb vor genau 40 Jahren bei Testfahrten in Goodwood. Grund genug, noch einmal auf die spannende Karriere des Neuseeländers zurückzublicken.

02.06.2010 Michael Schmidt

Wie kann man besser an den Mann erinnern, der dem Rennstall seinen Namen gab? Der Doppelsieg der McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button war die perfekte Hommage an Bruce McLaren, der heute vor 40 Jahren abseits der Öffentlichkeit den Rennfahrertod starb.

Es war ein schöner Sommertag in Goodwood, einer beliebten Teststrecke im Süden von England. Am Tag zuvor war Bruce McLaren aus Indianapolis zurückgekehrt, wo er neben der Formel 1 auch in der CanAm-Serie seine Fahrzeuge einsetzte. Ein Wochenende später stand der GP Belgien in Spa auf dem Programm. Und danach wollte McLaren ins kanadische Mosport fliegen, wo der Auftakt zur CanAm-Serie 1970 stattfinden sollte.

McLaren springt für Hulme ein

CanAm, das waren Sportwagen ohne ein Reglement. Erlaubt war praktisch alles. Die 650 PS-Bomber erzielten auf vergleichbaren Rennstrecken schnellere Zeiten als die Formel 1. Die neue Konstruktion, ein McLaren M8D, hatte einen Heckflügel, der in die Verkleidung integriert war. Der rennfahrende Ingenieur saß an diesem Tag nur deshalb in seinem Eigenbau, weil sein neuseeländischer Landsmann Denis Hulme nach einem Trainingsunfall in Indianapolis verletzt war. Hulme hatte sich die Hände verbrannt.

McLaren sprang ein. Kurz vor der Mittagspause löste sich ausgangs einer Vollgaskurve die Heckverkleidung, was den orangefarbenen Sportwagen gegen einen gemauerten Unterstand für Streckenposten warf. Bruce McLaren wurde aus dem Auto geschleudert und war auf der Stelle tot. Der Aufprall war so heftig, dass die Wrackteile über hunderte Meter verstreut wurden.

McLaren mit 100 Grand Prix-Starts und vier Siegen

Augenzeugen am Unfallort berichteten: "Bruce lag zusammengerollt wie eine Puppe neben seinem Auto, fast so als würde er schlafen." Der vierfache GP-Sieger war 1963 seinem Vorbild Jack Brabham gefolgt und begann Rennautos in Eigenregie zu bauen. 1966 debütierte er beim GP Monaco in der Formel 1. Schon beim zweiten Einsatz in Brands Hatch gab es den ersten WM-Punkt. Zwei Jahre später feierte McLaren den ersten GP-Sieg für sein Unternehmen im Typ M7A beim GP Belgien in Spa. Die Saison 1969 schloss er als Dritter in der Formel 1-WM ab. In der CanAm-Serie waren seine Autos praktisch unschlagbar. Er und sein Teamkollege Hulme wechselten sich bei den Siegen und den Meistertiteln ab.

Auch die Saison 1970 ließ sich gut an für den Mann mit dem leicht hinkenden Gang - ein Andenken an eine Knochenkrankheit, die ihn in jungen Jahren drei Jahre lang an ein Streckbett gefesselt hatte. McLaren beendete den GP Spanien als Zweiter. Sein letztes Rennen fuhr er in Monte Carlo, wo er nach 20 Runden mit einem Aufhängungsbruch ausschied. Dann kam der unheilvolle 2.Juni, der dem noch jungen Team seinen Chef raubte.

McLaren-Erbe wird erfolgreich fortgeführt

Die Amtsgeschäfte wurden von McLarens Witwe Pat, seinem neuseeländischen Kumpel Phil Kerr und Teammanager Teddy Mayer weitergeführt. Obwohl Pat McLaren am Tag des Unfalls den Mitarbeitern für den nächsten Tag freigegeben hatte, erschienen alle am nächsten Morgen zur Arbeit. "Bruce hätte es so gewollt", sagte die verschworene Gemeinschaft.

Der Rest ist Geschichte. Teddy Mayer wuchs langsam in die Chefrolle hinein, und als nach zwei WM-Titeln 1974 und 1976 die Erfolge ausblieben, wurde auf Druck von Hauptsponsor Marlboro Ende 1980 Mayer durch den aufstrebenden Rennstallbetreiber Ron Dennis ersetzt. Der Ex-Mechaniker von Jack Brabham machte aus dem Rennstall ein kleines Imperium, das hinter Ferrari zum zweiterfolgreichsten Team der Formel 1-Geschichte werden sollte.

Im vergangenen Jahr gab Dennis den Staffelstab an Martin Whitmarsh weiter. Und der würdigte am 40. Todestag den Urvater aller McLaren: "Das Datum gibt uns die Gelegenheit, über sein Vermächtnis nachzudenken und wertzuschätzen, wie viel von seinen Visionen noch in unserem Team weiterlebt. Bruce war ein sehr guter Rennfahrer und ein pragmatisch denkender Ingenieur, der sich mit den Besten im Motorsport messen wollte. Für Millionen Menschen steht der Name McLaren für Rennsport. Es könnte kein besseres Zeugnis von seiner Arbeit geben."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden