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Williams-Renault wieder mit Senna

Bruno Senna fährt 2012 für Williams

Bruno Senna - Williams 2012 Foto: Williams 20 Bilder

Bruno Senna wird 2012 für Williams an den Start gehen. Schon sein berühmter Onkel Ayrton war für den Traditionsrennstall gefahren. Die sportliche Leistung spielte bei der Verpflichtung des 28-jährigen Brasilianers aber nicht die einzige Rolle.

17.01.2012 Tobias Grüner

Lange wurde gemunkelt, jetzt ist es endlich perfekt. Die Fahrersuche bei Williams hat ein Ende. Am Dienstag (16.1.) wurde Bruno Senna offiziell als zweiter Stammpilot neben Pastor Maldonado vorgestellt. Der Brasilianer löst damit seinen Landsmann Rubens Barrichello ab, dessen Karriere nach 19 Jahren in der Formel 1 vor dem Ende steht.

Bruno Senna war in der vergangenen Saison noch bei Lotus Renault unter Vertrag, wo er ab dem Rennen in Belgien Nick Heidfeld vertreten durfte. 18 Jahre nach dem Tod seines berühmten Onkels Ayrton (1994) wird damit wieder ein Pilot namens Senna in einem Williams-Renault sitzen.

"Das wird sehr interessant sein, für ein Team zu fahren, für das auch schon mein Onkel gefahren ist", kommentierte Senna die Vertragsunterschrift. "Einige Leute hier haben ja noch mit ihm zusammengearbeitet. Hoffentlich können wir einige Erinnerungen wieder zum Leben erwecken und einige gute neue erschaffen." Die Herauszögerung der Bekanntgabe hing angeblich mit der langen Zeit zusammen, die der Rennstall für die Beurteilung der Leistungen des 28-Jährigen benötigte.

Williams auf Talfahrt

Williams will 2012 endlich wieder positive Schlagzeilen schreiben. Mit nur fünf WM-Punkten und dem enttäuschenden neunten Platz zehn im Konstrukteurspokal verfehlte man die sportlichen Ziele deutlich. Auch finanziell ist das Traditionsteam nicht auf Rosen gebettet. Der Rennstall, der 2011 an die Börse ging, verlor innerhalb eines Jahres rund ein Viertel an Wert.

Dazu kam der Verlust von Titelsponsor at&t und die Querelen um die venezolanische Mitgift von Pastor Maldonado. Mit Bruno Senna scheint man nun zumindest finanziell etwas besser aufgestellt zu sein. Aus Brasilien ist zu hören, dass die Sponsoren des Paulista einen zweistelligen Millionenbetrag einbringen.

"Ich möchte die Unterstützung meines Heimatlandes mit guten Ergebnissen zurückzahlen. Diese Unterstützung hat mir dabei geholfen, dass ich jetzt in dieser Position bin. Ich bin stolz, ein Brasilianer zu sein und noch motivierter als jemals zuvor. Seit ich im Kart begonnen habe, wollte ich nichts anderes."

Senna besser als Sutil und Barrichello?

Ob Senna sportlich die richtige Wahl ist, muss sich erst herausstellen. Bei seinen beiden bisherigen Stationen in der Formel 1 - Hispania und Lotus Renault - konnte sich der GP2-Vizemeister von 2008 noch nicht ins Rampenlicht fahren.

Experten bezweifeln dass der unerfahrene Senna das Team wieder auf die Erfolgsspur bringen kann. Der erfahrene Rubens Barrichello oder der schnelle Adrian Sutil, die ebenfalls lange auf das Williams-Cockpit spekuliert hatten, lagen bei Formel 1-Experten deutlich höher im Kurs. Barrichello verschickte direkt nach der Bekanntgabe Glückwünsche via Twitter: "Ich werde den Williams nicht fahren und wünsche meinem Freund Bruno Senna alles Gute. Meine Zukunft bleibt offen."

Der Verdacht drängt sich auf, dass bei Williams wieder einmal monetäre Faktoren den Ausschlag für die Fahrerwahl gegeben haben. Schon nach der Saison 2010 musste Nico Hülkenberg sein Cockpit trotz guter Leistungen für Maldonado räumen.

Williams freut sich auf Talent Senna

Teamchef Frank Williams zieht dagegen die sportlichen Leistungen in den Vordergrund: "Die Umstände seiner beiden Formel 1-Jahre gaben ihm nicht gerade die ideale Gelegenheit, konstante Leistungen zu zeigen. Es war deshalb wichtig, dass wir viel Zeit mit ihm verbringen, um mehr über sein Potenzial herauszufinden."

"Das geschah sowohl auf der Rennstrecke als auch im Simulator. Er hat bewiesen, dass er schnell ist, technisches Verständnis besitzt und sehr lernbereit ist. Wir freuen uns schon darauf, dieses Talent in unserem Auto zu sehen."

Sutil und Barrichello müssen zittern

Mit der Verpflichtung von Bruno Senna ist nun nur noch ein offizieller Platz in der Formel 1 frei. Hispania hat neben Pedro de la Rosa noch keinen zweiten Fahrer verpflichtet. Allerdings wackelt auch der Stuhl von Jarno Trulli. Neben Rubens Barrichello machen sich auch Vitaly Petrov und Adrian Sutil Hoffnungen auf das Cockpit bei Caterham.

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