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Sebastian Vettel - GP Österreich 2014 66 Bilder Zoom

Bug in der Standard-Elektronik: Renault nicht schuld an Vettel-Problem

Renault steht unter Beschuss. Motorenchef Rob White erklärt, warum Sebastian Vettels Problem in Österreich kein Fehler von Renault war, er antwortet auf die Kritik von Red Bull und nimmt Stellung zu Gerüchten, dass die Motorenabteilung in Viry-Chatillon verkauft werden soll.

Nach dem GP Österreich musste Renault viel Kritik einstecken. Das beste Auto mit Daniel Ricciardo landete auf Platz 8. Sebastian Vettel kostete ein mysteriöser Defekt im Motorumfeld in der zweiten Runde 1.23 Minuten. Der Weltmeister parkte am Streckenrand bis ein Neustart gelang. Red Bull-Teamchef Christian Horner nahm seinen Motorenpartner in die Pflicht: "Leistung und Zuverlässigkeit sind nicht akzeptabel. Es muss sich etwas ändern."

In Bezug auf Vettel muss Horner seinen Vorwurf an Renault zurücknehmen. Renault konnte nichts dafür. Motorenchef Rob White erklärt, dass ein Programmfehler der Standard-Elektronik von MES schuld an Vettels unfreiwilliger Pause zu Rennbeginn war: "Die Standard-Elektronik hat sich beim Drücken des Überholknopfes bei der Legalitätsprüfung auf falsche Daten gestützt. In diesem Fall checkt die Standard-Elektronik, ob der Einsatz des Knopfes regelkonform ist. Die Software ist für alle gleich."

Red Bull reagierte schnell. Ricciardo bekam sofort die Warnung ins Cockpit gefunkt, den Überholknopf nicht mehr zu nutzen. Dass Vettel nach 83 Sekunden weiterfahren konnte, lag daran, dass in dem Überprüfungsprogramm eine Zeitschleife abgelaufen war. Danach gab es einen automatischen Neustart.

Vettel-Problem mit Vorgeschichte

Es war Pech oder Zufall, dass Vettel dem Problem zum Opfer fiel. Theoretisch hätte es jeden der acht Renault-Piloten treffen können. Mercedes und Ferrari haben ihre Motoren möglicherweise so kalibriert, dass der Fehler in der Standardsoftware ignoriert wurde.

Die Panne ist vergleichbar mit der von Ferrari beim Saisonauftakt in Melbourne. Dort schaltete sich die MGU-K aufgrund eines falschen Zeitsignals in der Standard-Elektronik ab. Sie setzte die Uhr immer wieder auf Null, weswegen der Computer davon ausging, dass man sich in der Startphase befände. Da bis 100 km/h der Einsatz des Elektromotors verboten ist, stellte sich die MGU-K tot.

Der jüngste Fall wurde an die FIA und an MES, den Lieferanten der Standardelektronik berichtet, um eine Wiederholung auszuschließen. Auch Renault hat seine Software angepasst, und zwar dahingehend, dass man bei Wiederholung nicht mehr in die gleiche Falle tappt. White räumt ein, dass man das Malheur vielleicht hätte vermeiden können, wenn man die Zeichen bei einem entfernt verwandten Fall bei einem früheren Rennen richtig gedeutet hätte. "Es passierte bei einem anderen Auto an anderer Stelle im Feld und einer anderen Einstellung des Überholknopfes mit wesentlich geringen Konsequenzen."

Mercedes 2014 nicht mehr einzuholen

Die Kritik von Red Bull nimmt sich White zu Herzen. "Wir haben uns im Verlauf der Saison stark verbessert, wissen aber, dass dies weder unseren Ansprüchen noch denen von Red Bull entspricht. Deshalb werden wir im Zusammenspiel mit Red Bull weiter Änderungen am aktuellen Motor vornehmen, die uns das Reglement erlaubt."

Im Sinne der Leistungssteigerung sind das im Wesentlichen Modifikationen an der Software und beim Kraftstoff. "Eingriffe an der Hardware sind nur erlaubt, wenn sie der Verbesserung der Standfestigkeit, der Sicherheit oder zur Kostenersparnis dienen."

Unter diesen Umständen zweifelt White, ob der Rückstand zu Branchenprimus Mercedes in diesem Jahr noch einzuholen ist. "Das wird sehr schwierig, weil uns zum Teil die Hände gebunden sind." Andererseits will man bei Renault nicht allein der Sündenbock sein. Ja, der Red Bull-Ring ist eine Motorenstrecke, und es kann auch kein Zufall sein, dass sieben Autos in den Top Ten einen Mercedes-Motor fuhren. Doch nach internen Berechnungen trug der Motorfaktor in Österreich nur rund drei Zehntel zur Rundenzeit bei.

Autonis 2014

Renault-Motoren-Abteilung in Viry wird nicht verkauft

Bei Renault laufen die Uhren schon mehrheitlich für 2015. Dann erlaubt das Reglement auch Eingriffe in die Antriebseinheit, die sich auf die Leistung oder den Benzinverbrauch auswirken. Die FIA hat dazu eine Tabelle mit den Komponenten erstellt, die man anfassen darf.

"Für jede Änderung verbrauchst du einen Token. Im ersten Jahr hast du 32 davon. In den Folgejahren werden es immer weniger, und die Zahl der Komponenten, die man modifizieren darf, verringert sich mit jedem Mal", erklärt White.

Eine komplette Neukonstruktion ist schon im kommenden Winter nicht mehr möglich. Daraus entstanden Gerüchte, Renaults Motorenabteilung in Viry-Chatillon werde verkauft oder teilweise von Red Bull übernommen. Laut Rob White besteht dazu keine Notwendigkeit. "Wir arbeiten jetzt schon sehr eng mit Red Bull zusammen. Im Moment gibt es keine Absicht, die Motorenabteilung in Viry zu verkaufen. Sie bleibt eine Tochterfirma von Renault."

Neuer Motor unter neuem Namen verboten

Wenn Red Bull auf Basis des bestehenden Renault EF1-2014 V6-Turbo keine Perspektive sähe, müsste das Weltmeisterteam entweder den Lieferanten wechseln oder von Grund auf einen neuen Motor bauen. Die Hintertür, sich die Motorenabteilung von Renault einzuverleiben und dann unter anderem Namen eine Neukonstruktion an den Start zu bringen, ist vom Reglement verstellt.

White bestätigt: "Es ist nicht möglich, auf den Zylinderkopf ein anderes Siegel zu kleben und bei Null anzufangen. Die Regeln in Anhang 4 der Sportgesetzes sind eindeutig. Du kommst nicht einfach so aus dem Gefängnis raus, in dem du den Namen des Motors änderst. Noch nicht einmal Honda kann als Neueinsteiger machen, was sie wollen. Auch neue Antriebseinheiten unterliegen bestimmten Regeln und müssen von der FIA abgesegnet werden."

Michael Schmidt

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