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Button-Transfer perfekt

Jenson Button wechselt zu McLaren

Jenson Button Foto: Brawn GP 68 Bilder

Update ++ Der spektakuläre Wechsel von Jenson Button von Brawn GP zu McLaren ist perfekt. Der Weltmeister wird neuer Teamkollege von Lewis Hamilton. Das Team aus Woking hat den Transfer mittlerweile offiziell bestätigt.

18.11.2009 Tobias Grüner

Nach den Entwicklungen der letzten Tage war es am Ende keine Überraschung mehr. Weltmeister Jenson Button verlässt sein Team und wechselt zu Konkurrent McLaren. Am Mittwoch hat sein neuer Rennstall den spektakulären Transfer endlich bestätigt. McLaren spricht von einem "mehrjährigen Vertrag". Experten gehen von einer Laufzeit von drei Jahren aus.

"Es ist immer eine schwere Entscheidung, ein Team zu verlassen, wenn man sehr lange dort gewesen ist. Aber im Leben geht es immer um Herausforderungen - und das Wichtigste ist es, sich selbst neue Aufgaben zu stellen", begründete Button seinen Wechsel. "Obwohl ich vergangenes Jahr die Meisterschaft gewonnen habe, wollte ich mir immer neue Herausforderungen setzen."

Button wählt die Risiko-Variante

Auch die erhöhte Gage dürfte eine Rolle bei seiner Entscheidung zum Wechsel gespielt haben, auch wenn Teamchef Martin Whitmarsh den Vorwurf explizit bestritt. McLaren war bereit, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und dem langjährigen Partner Mercedes so ein Schnippchen zu schlagen. Die Verantwortlichen von Brawn weigerten sich dagegen bis zuletzt, auf die Gehaltsforderungen des Button-Managements einzugehen. McLaren kann sich nun auf die Fahnen schreiben, das erste Team mit den Weltmeistern der vergangenen beiden Jahre zu sein.

Allerdings könnte sich der Rennstall damit selbst ein Bein gestellt haben. Mit Hamilton und Button fahren nun zwei Piloten in einem Team, die sich nach ihren Erfolgen wohl kaum mit der Rolle der Nummer zwei zufrieden geben werden. Dabei besitzt Hamilton einen nicht zu vernachlässigenden Erfahrungsvorsprung von drei Jahren. McLaren ist sein Team. Es wäre sicherlich überraschend, wenn Button auf Anhieb auf dem Niveau seines jungen Kollegen fahren könnte.

"Es sind fantastische Neuigkeiten, dass Jenson sich entschieden hat, zu McLaren zu kommen", bereitete Hamilton seinem neuen Partner einen freundlichen Empfang. "Ich freue mich, mit ihm und unseren Ingenieuren zusammenzuarbeiten und sicherzustellen, dass wir die Saison 2010 mit einem Auto beginnen, dass gut genug für den Titelgewinn ist." Dabei vergisst Hamilton aber auch nicht den Vorgänger von Button. "Ich möchte meinem ehemaligen Teamkollegen und Freund Heikki Kovalainen alles Gute für seine Zukunft wünschen. Er ist einer der nettesten Menschen, die ich je getroffen habe."

Button: "Wir können viel voneinander lernen"

Auch Button hatte für seinen neuen Konkurrenten im eigenen Team nette Worte zur Begrüßung parat: "Lewis hat in kurzer Zeit große Erfolge erreicht. Er ist ein sehr talentierter Fahrer, der den Respekt aller F1-Piloten genießt. Ich bin sicher, dass wir viel voneinander lernen können und ich freue mich darauf, unser gemeinsames Wissen zu nutzen, um das Team nach vorne zu bringen."

Auch Teamchef Martin Whitmarsh verspricht sich viel von der neuen Weltmeister-Kombination. "Es war immer unsere Politik, die zwei bestmöglichen Fahrer zu verpflichten - und mit Jenson und Lewis haben wir das Gefühl, nicht nur das schnellste Duo der Formel 1 zu haben, sondern auch die beiden komplettesten, professionellsten und engagiertesten Fahrer. Jetzt müssen wir ihnen nur noch eine Maschine geben, die Rennen gewinnen kann."

Brawn erhält Korb von Button

Ross Brawn glaubte noch bis zum Ende daran, dass Button auch 2010 an Bord bleibt. Auf 99 Prozent schätzte er noch vor wenigen Tagen die Chancen, dass der Engländer seinen Vertrag verlängert. Er nannte es "die logischste Variante". Doch sein Schützling hatte andere Pläne. Am Ende setzte sich das eine Prozent durch.

Beim neu gegründeten Mercedes GP-Werksteam hätte sich Button viel Ärger und Risiko sparen können. Die Mannschaft wäre nach dem Titelgewinn fest hinter ihm gestanden. Mit Nico Rosberg kommt zudem ein Pilot ins Team, der erst noch beweisen muss, dass er Rennen gewinnen kann. Ob Button nächstes Jahr bei McLaren ein besseres Auto bekommt, weiß niemand. Der Champion spielt mit dem Feuer und mit seinem guten Ruf.

Mercedes muss auf die "Eins" verzichten

Auch für Mercedes ist der Verlust von Button nur schwer zu kompensieren. Gerne wäre das neue Werksteam mit der Nummer eins in die kommende Saison gegangen, auch wenn Daimler-Konzernchef betonte, dass eine "geliehene Eins" nicht so wertvoll sei, wie eine selbst verdiente. Gleichwertigen Ersatz zu finden, wird sicher schwierig. Nick Heidfeld soll auf der Liste stehen. Aber will Mercedes seine neuen Partner in England direkt mit zwei deutschen Piloten vor den Kopf stoßen?

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Lesen Sie zum Button-Transfer auch den aktuellen Blog von F1-Experte Michael Schmidt: "Der Fluch der Manager"

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