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Jenson Button - McLaren - Formel 1 - GP Brasilien - Sao Paulo - 23. November 2012 26 Bilder Zoom

Button und Räikkönen: Wer profitiert von neuen Pirelli-Reifen?

Pirelli bringt 2013 ein neues Produkt an den Start. Die Reifen heizen sich schneller auf, sie bauen aber auch schneller wieder ab. Sie sind präziser beim Einlenken und ermöglichen eine bessere Traktion. Eigentlich die perfekten Sohlen für Lenkradästheten wie Jenson Button und Kimi Räikkönen.

Alle reden von der Fortsetzung des WM-Duells zwischen Sebastian Vettel und Fernando Alonso. Ganz große Optimisten haben noch Lewis Hamilton auf der Rechnung, doch da müsste Mercedes schon ein Wunder vollbringen. Jenson Button und Kimi Räikkönen gelten als krasse Außenseiter. Doch vielleicht haben sich alle getäuscht. Wenn die neuen Reifen das bringen, was Pirelli verspricht, dann profitieren vor allem die Ästheten am Lenkrad. Und das wären Button und Räikkönen. Einige werden noch Sergio Perez ins Gespräch bringen, doch dem Mexikaner fehlt für einen Kampf um den Titel die Erfahrung.

Reifen bekommen eine neue DNA

Pirelli gibt seinen Reifen eine neue DNA. Sportchef Paul Hembery räumt ein, dass der Schritt von 2012 auf 2013 größer ist als der von 2011 auf 2012. Das liegt daran, dass sich der Unterbau des Reifens grundlegend ändert. Die Kontaktfläche des Reifens oder wie die Engländer sagen der Fußabdruck, wurde um drei Prozent größer. Da die Reifenbreite gleich bleibt, ging das nur über eine Ausweitung der Lauffläche, die nun steiler in die Seitenwände übergeht. Die Lauffläche selbst bewegt sich bei Kurvenfahrt weniger in horizontaler Richtung. Das gibt den Fahrern mehr Sicherheit in schnellen Kurven. Andererseits walkt der Reifen stärker, weil die vertikale Steifigkeit der Flanken um zehn Prozent verringert wurde. Um den Verlust an Seitenstabilität zu kompensieren, wurde in der Reifenschulter ein zusätzlicher Stahlring eingebaut. Dazu kommen Mischungen, die um eine Stufe weicher ausfallen. Der neue harte Reifen hat jetzt den Weichheitsgrad des alten Medium-Gummis.

Beim Einlenken präziser, beim Beschleunigen mehr Grip

Die Auswirkungen liegen auf der Hand. Weichere Gummimischungen und mehr vertikale Walkarbeit helfen den Reifen schneller auf Betriebstemperatur zu bringen. Innen wie außen. Der Reifen wird im Dauerbetrieb aber auch thermisch stärker belastet. Damit baut er schneller ab. "Unser Ziel ist es, dass ein Reifensatz rund 100 Kilometer hält", sagt Hembery. Damit wäre sichergestellt, dass die Fahrer mindestens zwei Mal zum Reifenwechsel an die Boxen müssen. Eine neue Reifenkonstruktion ändert auch das Fahrverhalten. "Das Einlenkverhalten wird präziser. Und die Fahrer können früher aufs Gas steigen", verspricht Hembery.

Reifen lösen das Trainingsproblem von Button und Räikkönen

Diese Eigenschaften sind wie gemalt für Fahrer wie Jenson Button und Kimi Räikkönen. Beide gehen sparsam mit Lenkradbewegungen um. Beiden schonen die Reifen. Ihr größtes Problem war 2012 das Training. Es dauerte zu lange, bis sie die Reifen in das magische Temperaturfenster gebracht haben. Der Preis waren schlechte Startplätze. Im Rennen konnten sie ihren weichen Fahrstil nicht ausspielen, weil sie in der Anfangsphase ständig im Verkehr gesteckt sind. Die neuen Reifen sollten das Trainingsproblem kaschieren. Und im Rennen können Button und Räikkönen vielleicht die entscheidenden ein bis zwei Runden länger fahren. Mehr Flexibilität bedeutet besseres Timing der Boxenstopps. Die Situation im Rennen lässt sich ein bisschen mit 2011 vergleichen. Da hatte Button seinen Teamkollegen Hamilton im Griff. Das präzisere Einlenkverhalten hilft den Lenkradkünstlern auch, das Auto so in die Kurve zu bringen, wie es zu ihrem Fahrstil passt. Button klagte im letzten Jahr: "Um die Vorderreifen auf Temperatur zu bringen, war ich gezwungen, das Auto aggressiv in die Kurven zu werfen. Das geht mir gegen den Strich."

Viel hängt vom Auto ab

Paul Hembery warnt jedoch, sich die Reifenrechnung so einfach zu machen. "Jeder hat uns vor zwei Jahren gesagt, dass Lewis Hamilton mit seinem wilden Fahrstil mit unseren Reifen ein Problem bekommen wird. Er hat seine Kritiker widerlegt und in den letzten zwei Jahren sieben Grand Prix gewonnen." Außerdem spielt auch das Auto eine große Rolle. "McLaren und Renault hatten 2012 anfangs große Probleme, die Vorderreifen in den Arbeitsbereich zu bringen. Dafür haben Jenson und Kimi bezahlt. Als die Ingenieure das Problem gelöst hatten, wurden beide sofort stärker."

Aggressivere Reifenwahl gegen Langeweile

Pirelli wird 2013 alles tun, damit die Weltmeisterschaft nicht einem vorbestimmten Muster folgt. Der italienische Reifenhersteller hat den Fahrern und Ingenieuren zwei Aufgaben gestellt. "Die Reifen haben eine neue Form und sie verformen sich um zehn Prozent stärker als im letzten Jahr. Das ist eine Herausforderung für die Aerodynamiker", warnt Hembery. "Ich glaube aber, dass sie dieses Problem schnell in den Griff bekommen. Die neuen Mischungen werden ihnen dagegen schon ein paar Rennen lang Kopfzerbrechen bereiten. Und wir werden in diesem Jahr die beiden Optionen wesentlich aggressiver wählen. Was 2012 noch medium und hart war könnte in dieser Saison durchaus medium und soft werden."

Michael Schmidt

Autor

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xpb

Datum

24. Januar 2013
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