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Button verhindert Rosberg-Sieg

Verlor Rosberg das Rennen an der Box?

Mercedes - GP Belgien 2014 Foto: xpb 58 Bilder

In den Diskussionen um die Kollision der Mercedes-Piloten ging die Frage unter, warum Nico Rosberg den GP Belgien verloren hat. Der Nasenwechsel kostete sieben, der zusätzliche Stopp 23 Sekunden. Hat am Ende die Dreistopp-Strategie Mercedes den Sieg gekostet? Eine Analyse.

26.08.2014 Michael Schmidt

Die Karambolage zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg bestimmte die Schlagzeilen des GP Belgien. Da war kaum noch Platz für die Frage, ob Rosberg in Spa trotz des Unfalls hätte gewinnen können. Der Zweite zeigte auf trockener Straße, wie überlegen die Silberpfeile in Spa wirklich waren. Seine schnellste Rennrunde lag 2,4 Sekunden unter der von Red Bull. Als Vergleich dient Sebastian Vettel, der im Finale wie Rosberg mit weichen Reifen fuhr.

Bei der Durchsicht des Rennens fällt auf, dass Rosberg auch mit einer Zweistopp-Strategie über die Runden gekommen wäre. Seine Boxenstopp-Folge ist ungefähr mit der von Kimi Räikkönen vergleichbar. Im Vergleich zu Daniel Ricciardo verlor Rosberg 30,797 Sekunden an der Box. Davon hat er 27,414 Sekunden wieder auf der Rennstrecke aufgeholt. Der Speed war da, aber nicht zu allen Phasen des Rennens.

Rosberg hätte länger mit Flügel-Handikap fahren können

Was hat Nico Rosberg bei seinem Crash mit Hamilton wirklich verloren, außer der rechten Endplatte samt Flap seines Frontflügels? Die Mercedes-Simulationen haben ausgerechnet: Rund eine Sekunde pro Runde. Trotzdem hielt Rosberg die Führung vor Ricciardo, Vettel, Alonso, Bottas, Räikkönen und Magnussen.

Warum also hat Mercedes die Startnummer 6 schon in der achten Runde an die Box geholt? Solange Ricciardo und die Meute dahinter nicht vorbei kam, hätte man Rosberg auch mit dem Handikap weiterfahren lassen können.

Das Argument, dass ihn der Nasen-Tausch, der sieben Sekunden extra gekostet hat, hinter den ganzen Pulk geworfen hätte, zieht nicht. Damit musste man schon in Runde 8 rechnen, weil dem Siebten im Feld nur 5,7 Sekunden auf den Spitzenreiter fehlten. Was also sollte noch Schlimmeres passieren? Nach dem Nasentausch reihte sich Rosberg auf Platz 15 wieder ins Feld ein.

Verbremser diktiert frühen zweiten Stopp

Mercedes holte Rosberg an die Box, um ihm wieder ein Fahrzeug zu geben, mit dem er seine Überlegenheit zeigen konnte. Der Stopp in der achten Runde war nicht gleichbedeutend mit einer Dreistopp-Strategie. Auch Kimi Räikkönen wechselte in der achten Runde seine Reifen. Der Finne fuhr auf Platz 12 weiter. Doch während der zweite Stint des Ferrari-Piloten planmäßig verlief, hatte Rosberg mit Problemen zu kämpfen.

Zuerst verhedderte sich ein Stück Karkasse von Hamiltons Reifen in der Funkantenne. "Das hat abgelenkt. Ich habe zeitweise nichts gesehen." Nach drei Runden löste sich das Anhängsel von selbst. Sofort wurden die Rundenzeiten um 1,2 Sekunden schneller. In der 16. Runde passierte Rosberg der vielleicht entscheidende Fehler. Er bremste sich bei einem Angriff auf Sebastian Vettel den linken Vorderreifen eckig. Die Vibrationen wurden so stark, dass Mercedes den Fahrer sicherheitshalber in Runde 19 an die Box holte.

Aber auch in diesem Moment wäre ein Zweistopp-Rennen noch möglich gewesen. Räikkönen stoppte nur zwei Umläufe später und fuhr auf seinem dritten Reifensatz ins Ziel. Rosberg ging nach seinem zweiten Stopp als Neunter zurück ins Rennen. Mit einem Rückstand von 29,7 Sekunden auf Ricciardo, der aber noch einen Stopp vor sich hatte.

Der WM-Spitzenreiter feilte schnell 3,8 Sekunden von dem Rückstand weg, doch dann wurde ihm ein McLaren-Mercedes zum Verhängnis. Als Rosberg endlich an Jenson Button vorbei war, hatte sich der Rückstand auf die Spitze von 25,9 auf 28,0 Sekunden vergrößert.

Button kostet Rosberg wichtige Sekunden

So ging Ricciardo mit einem Polster von 23,6 Sekunden in Runde 27 zu seinem zweiten und letzten Stopp an die Box und kam 3,5 Sekunden vor dem Mercedes wieder raus. Ohne das Intermezzo mit Magnussen hätte es zwischen Rosberg und Ricciardo zu einem Kopf-an-Kopfduell um die Spitze kommen können.

Auch wenn Ricciardos Reifen acht Runden jünger waren, hätte es für Rosberg vielleicht zum Sieg gereicht. Er hielt den Abstand zu dem Australier trotz älterer Reifen bis zu seinem dritten Boxenhalt konstant. Und der war wohl mehr eine Verzweiflungstat nach dem Motto: Alles oder nichts.

Red Bull gab Ricciardo eine Zielvorgabe von 1.53,4 Minuten mit auf den Weg, unter der Prämisse, dass Rosberg auf frischen weichen Reifen zwei Sekunden pro Runde schneller fahren würde. Der Australier hielt sich eisern an den Auftrag. Das zeichnet Ricciardo aus: Er macht auch unter Druck keine Fehler und schont dabei noch die Reifen.

Unter dem Strich war es eine Kombination von Pannen und Fehlern, die Mercedes den Sieg gekostet hat. Zuerst die Kollision. Dann der Nasentausch. Dazu Hamiltons Reifenfetzen und Rosbergs Verbremser. Und schließlich noch Button, der in der entscheidenden Phase zu lange im Weg stand.

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