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Buttons Siegesserie

Statistik spricht für den Vierfachsieger

Jenson Button Foto: dpa 66 Bilder

Jenson Button hat vier der fünf Grand Prix in diesem Jahr gewonnen. Damit müsste er rein statistisch auch Weltmeister werden. Es gibt in der Formel 1-Historie 13 Parallelen dafür, aber nur zwei Gegenbeispiele.

18.05.2009 Michael Schmidt

Jenson Button hat vier der ersten fünf Rennen gewonnen. Klingt nach einer klaren Angelegenheit. Trotzdem muss der Engländer wenigstens zwei Gegner fürchten: Seinen Teamkollegen Rubens Barrichello und Red Bull-Pilot Sebastian Vettel. Der Rest ist schon zu weit weg. Die Statistik spricht eine klare Sprache. Wer die ersten Saisonrennen so dominiert, der gewinnt in der Regel auch den Titel. Es gibt 13 Parallelfälle dafür.

Der erste datiert aus dem Jahr 1963. Jim Clark stieg mit vier Siegen in die ersten fünf Rennen ein und wurde am Ende überlegen Weltmeister. Gleiches Spiel zwei Jahre später. Wieder spuckte Graham Hill mit einem Triumph in Monte Carlo dem Schotten in die Suppe. Der hatte in Südafrika, Belgien, Frankreich und England gewonnen. Hills Sieg in Monaco war nur ein Ausreißer. Clark gewann die WM im Alleingang.

Brabham mit Aufholjagd

Jack Brabham sah bei den beiden ersten Rennen 1966 noch nicht wie der angehende Weltmeister aus. Doch dann triumphierte er vier Mal in Folge und holte am Saisonende seinen dritten Titel. 1969 machte es Jackie Stewart wie Clark 1963 und 1965. Fünf Siege in sechs Rennen und am Ende Weltmeister. Spielverderber war wie bei Clarks Titeldurchmärschen Graham Hill mit seinem obligatorischen Monaco-Sieg.
 
1971 schockte Stewart die Konkurrenz erneut mit einem fulminanten Saisonstart. Er stand in Spanien, Monaco, Frankreich und England ganz oben auf dem Treppchen. Die Siege der Ferrari-Piloten Mario Andretti (Südafrika) und Jacky Ickx (Holland) erwiesen sich als Strohfeuer. Einen ähnlich starken Saisonbeginn erwischte erst wieder Ayrton Senna 1991. Vier Siege in den ersten vier Rennen. Besser machte es nur Nigel Mansell eine Saison später. Der Williams-Pilot demoralisierte die Konkurrenz mit fünf Siegen in den ersten fünf Grand Prix.

Schumacher mit mehreren Serien

Michael Schumacher war mit fünf Siegen bei sechs Starts 1994 ähnlich dominant. Hätte beim GP Spanien nicht das Getriebe im Benetton gestreikt, so dass Schumacher das Rennen im fünften Gang beenden musste, wäre es der perfekte Durchmarsch gewesen. Damon Hill staubte den Sieg ab. Er kam wegen zahlreicher Disqualifikationen für Schumacher in diesem Jahr sogar noch in die Nähe des Titels, scheiterte dann aber nach einer unverschuldeten Kollision mit seinem WM-Gegner in Adelaide.
 
1996 ließ Damon Hill keinen Zweifel daran, wer Weltmeister werden sollte. Der Engländer wurde in seinem Siegesdrang (vier von fünf) nur von Stallrivale Jacques Villeneuve am Nürburgring unterbrochen. 1998 meldete Mika Häkkinen mit vier Erfolgen zum Auftakt seinen Titelanspruch an. Michael Schumacher kam dem McLaren-Piloten am Saisonende zwar noch ziemlich nahe, aber nicht mehr nahe genug.
 
2000, 2002 und 2004 sorgte Schumacher dann selbst mit einer Siegesserie in den ersten Rennen für klare Verhältnisse. Die WM war gegessen bevor sie richtig begonnen hatte. Ferraris Dominanz hätte den GP-Zirkus damals fast eingeschläfert. Der beste Fahrer saß im besten Auto und fuhr für das beste Team. Widerstand zwecklos.

Nur zwei Gegenbeispiele

Nur zwei Mal drehte sich die Weltmeisterschaft nach einer Siegesserie eines Fahrers zum Auftakt noch um. 1973 gewann Titelverteidiger Emerson Fittipaldi drei der ersten fünf Rennen, doch am Ende holte sich Jackie Stewart zum dritten Mal in seiner Karriere die Krone ab.
 
1976 legte Niki Lauda los wie die Feuerwehr. Nach sechs Rennen hatte er vier Grand Prix gewonnen. Eigentlich waren es fünf, doch der wegen eines zu breiten Autos beim GP Spanien disqualifizierte James Hunt wurde nach einem Einspruch von McLaren Wochen später in die Wertung zurückgenommen. Nach dem 16. Saisonlauf in Fuji aber hieß der Weltmeister James Hunt. Lauda hatte in der Saison drei Rennen verloren. Nach seinem Feuerunfall am Nürburgring musste er in Zeltweg und Zandvoort pausieren.

Button Titelfavorit Nummer eins

Button kann also beruhigt den nächsten zwölf Rennen entgegensehen. Er hat im Augenblick 14 Punkte Vorsprung auf Barrichello und 18 Zähler auf Vettel. Da die Brawn GP laufen wie die Uhrwerke, wird Button zumindest punkten, wenn er mal kein Siegerauto zur Verfügung hat. Der Engländer demonstrierte beim Regenrennen von Shanghai, dass er gelernt hat, auch dann das Maximum herauszuholen, wenn die Vorzeichen gegen ihn stehen. "Ich fahre heute viel mehr mit Kopf." Button merkte früh, dass gegen die Red Bull kein Kraut gewachsen war und sicherte ohne großes Risiko Platz drei.

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