Formel 1: Fehlstart für F1-Neulinge
Campos und USF1 brauchen mehr Zeit
Die beiden Formel 1-Neulinge Campos und USF1 sind die Wackelkandidaten für Bahrain. FIA-Präsident Jean Todt soll nun den Antrag der beiden Rennställe bestätigt haben, erst zum vierten Rennen in Shanghai zum Feld zu stoßen.
Einen Monat vor dem Saisonstart in Bahrain gibt es noch zwei größere Baustellen im Formel 1-Feld. Die beiden Neulinge Campos und USF1 werden das Auftaktrennen in Bahrain wohl auslassen müssen. Schon bei den ersten Testfahrten in Valencia machte das Gerücht die Runde, beide Teams wollen erst zum vierten Rennen in China das Formel 1-Feld bereichern.

Jean Todt bestätigt Anträge von Campos und USF1
FIA-Präsident Jean Todt soll gegenüber der französischen Zeitung "Auto Hebdo" bestätigt haben, dass ein solcher Antrag von den beiden Rennställen gestellt wurde. Der italienischen "Gazzetta dello Sport" erklärte der Franzose außerdem: "Auf der letzten FIA-Sitzung wurde allen Teams die Möglichkeit gebilligt, drei Rennen der Meisterschaft auszusetzen."
F1-Boss Bernie Ecclestone machte bereits mehrmals deutlich, dass er gerne den serbischen Rennstall "Stefan GP" als Ersatz im Feld sehen würde. Das Team von Zoran Stefanovich hat das bereits fertig entwickelte 2010er Auto von Toyota erworben und soll bereit sein. Doch Todt bremste nun Ecclestones Pläne etwas aus. "Sollten Teams ausscheiden, gibt es nicht automatisch einen Ersatz. Die Entscheidung darüber obliegt dem Weltverband", stellte der Präsident klar.
Campos sucht Investor
Solange die Teams ihre Lizenz nicht offiziell zurückgeben, wird es schwer für Stefan GP. Das hinderte die Serben aber nicht daran, schon einmal einen Container mit Equipment per Seefracht auf den Weg Richtung Bahrain zu schiffen.
Was genau bei den beiden Wackelkandidaten los ist, weiß niemand. Campos ist nach wie vor auf der Suche nach einem Investor. Die Spanier lassen ihr Chassis bei der italienischen Rennschmiede Dallara fertigen, konnten aber immer noch nicht alle Rechnungen begleichen. Mehrfach sollen Zahlungstermine verschoben worden sein. Die einzige Rettung schien zuletzt eine Fusion mit Tony Teixeira. Allerdings hat der Portugiese, der als Chef der A1GP-Serie eine Bauchlandung hingelegt hat, selbst nicht den besten Ruf in der Szene.
Keine Nachrichten von USF1
Von USF1 ist in den letzten Tagen nur wenig zu hören. Auf der Webseite des US-Teams wird stolz die Fertigung des neuen Autos samt Crashtests gezeigt. Die ersten Testfahrten des Autos, die laut ursprünglichen Plänen Anfang Februar in Alabama stattfinden sollten, scheinen allerdings außer Reichweite. Nach einem Datum für den Rollout sucht man auf der Webseite jedenfalls vergebens. Eine offizielle Absage hat es aber auch noch nicht gegeben.
Das letzte Lebenszeichen der Amerikaner war die Verpflichtung von Jose Maria Lopez als ersten Fahrer. Ein zweiter Pilot wurde genau wie bei Campos noch nicht vorgestellt.
Wer wird 2010 Formel 1-Weltmeister?
Auch wenn Stefanovic ein zwiespältiger Ruf vorauseilen mag, scheinen seine F1-Absichten seriöser als die von USF1. Und selbst für den Fall, dass USF1 und Campos die Saison 2010 bestreiten können: Was hat die Formel 1 durch einen weiteren Zugang in Form von Stefan GP gewonnen oder verloren?
Mir erscheint rätselhaft, weshalb man seitens des Weltverbandes an einem Limit von GP-Teams festhält. Ist es die Angst, dass wie in den Saisons 1989 oder 1990 der Satz "Masse statt Klasse" Mode werden könnte?
Ist es ein Hauch von Exklusivität, der in den Augen der Verantwortlichen verloren gehen könnte?
Oder ist einfach nur ein lapidares Platzproblem in den Boxen der Formel 1-Strecken?
In meinen Augen schadet es nicht, weiteren Teams, die Gewehr bei Fuß stehen, in letzter Minute die Tür zur Formel 1 zu öffnen. Wenn Campos und USF1 (und eventuell anderen Teams) die Luft ausgeht, kann man doch froh über jedes Auto sein, das ein Rennen bestreiten kann.
| Fahrer | Punkte | |
|---|---|---|
| 1. |
Jenson Button Brawn GP F1 Racing |
95 |
| 2. |
Sebastian Vettel Red Bull |
84 |
| 3. |
Rubens Barrichello Brawn GP F1 Racing |
77 |
| 4. |
Mark Webber Red Bull |
69,5 |
| 5. |
Lewis Hamilton McLaren Mercedes |
49 |





















































