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Formel 1-Team Campos in Zeitnot: Schneller Verkauf oder Lizenzabgabe

Campos Meta 1

Campos Meta läuft die Zeit davon: Wenn alles gut geht, dann hat das Team bis Ende der Woche einen neuen Investor. Im schlimmsten Fall könnte das spanische Team am 1. Februar gezwungen sein, seine Lizenz zurückzugeben. Dann steht Stefan GP Gewehr bei Fuß.

Das Drama um Campos Meta neigt sich dem Ende zu. Der spanische Rennstall braucht einen Investor um zu überleben. Die versprochenen Sponsorgelder spanischer Firmen sind nicht so geflossen, wie es sich die Teamchefs Adrian Campos und José Ramon Caravantes erhofft hatten. Deshalb greift der frühere spanische Formel 1-Pilot Campos zum letzten Rettungsanker. Er bietet die Mehrheit an seinem Rennstall einem Investor an.

Steigt Texeira bei Campos ein?

Um wen es sich handelt, darüber schweigen sich die Spanier aus. Zwei Namen werden gehandelt, doch beide sind mit Fragezeichen behaftet. Der frühere Chef der A1-Serie Tony Texeira hatte sich für die Übernahme der Anteile beworben. Sein Plan sieht folgendermaßen aus: Texeira will mit seinem Formel 1-Engagement die A1-Serie wiederbeleben und den jeweiligen Champion dieser Meisterschaft im darauffolgenden Jahr neben Bruno Senna in seinem Team fahren lassen. Deshalb kontaktierte der Portugiese, der mit Diamantengeschäften zu Wohlstand gekommen ist, den letztjährigen A1-Meister Adam Carroll, wohlwissend dass der Ire zusätzlich ein bekömmliches Sponsorpaket mit in die Ehe bringen könnte.
 
Doch Carroll zögert. Denn einige Dinge sind ungeklärt und werfen Fragen auf. Bernie Ecclestone hat Teixeira offenbar wissen lassen, dass er einer Übernahme von Campos nur zustimmen werde, wenn der Ex-A1-Chef sämtliche Schulden aus der A1-Serie tilgt. Der Formel 1-Chef will nicht, dass sich später enttäuschte Gläubiger melden und die Formel 1 so in ein schiefes Licht gerät.

Stefan GP wartet auf Campos-Ende

Es ist bekannt, dass Ecclestone eher auf die Karte Zoran Stefanovich setzt. Der Serbe, der mit Militärtechnologie sein Geld verdient, hatte bis vor einer Woche kein großes Interesse, Campos zu übernehmen. Angeblich soll er Campos ausgerichtet haben: "Was ich mir heute kaufen kann, bekomme ich morgen vielleicht umsonst." Mit Stefanovich gibt es noch ein zweites Hindernis. Serbien gehört nicht zur EU. Vertragsabschlüsse können dauern. Doch Campos läuft die Zeit davon.

Stefan GP hat auch ohne feste Zusage für einen Platz im Feld weiter an seinem Formel 1-Traum gebastelt. Das Team wäre für den Saisonstart bereit. Als Auto steht der Toyota TF110 bereit, den der japanische Hersteller noch vor dem Rückzug für die Saison 2010 konzipiert und den eine Rumpftruppe in Köln auf die Räder gestellt hat - inklusive Toyota V8.

Stefanovich bereits in Verhandlungen mit Piloten

Nachdem Nelsinho Piquet die Nerven verloren hat und in eine Unterserie der NASCAR gewechselt ist, soll nun eines der Autos von Kazuki Nakajima pilotiert werden. Für das andere soll Stefanovich mit Jacques Villeneuve in Verhandlungen stehen, der mit Renault eine Alternativkarte spielt. Angeblich gab es auch Kontakte zu Ralf Schumacher.

Campos hat mit dem Verkauf der Anteile nur noch wenige Tage Zeit. Es mehren sich Gerüchte, dass er am 1. Februar die Bewerberlizenz verliert, sollte die Finanzierung des Teams nicht gesichert sein. Dann könnte Stefan GP auch ohne eine Beteiligung zuschlagen. Die Serben brauchen zwar für 2011 einen Konstrukteur, der ihnen das Auto baut, doch man kann mit Dallara auch ins Geschäft kommen, wenn Campos die Puste ausgeht.

Verzögerungen sorgen für Testverschiebung

Sollte Campos tatsächlich kurz vor der Rettung seines Teams stehen, dann könnte das Auto erst beim zweiten Jerez-Test vom 17. bis 20. Februar auf die Strecke gehen, spätestens aber in der letzten Testwoche vom 25. bis 28. Februar in Barcelona.

Obwohl Dallara das Chassis zeitgerecht fertig gestellt hat, alle drei dynamischen Crashtests bestanden sind und inzwischen auch das erste Getriebe von X-Trac in Italien eingetroffen ist, gab es unliebsame Verzögerungen. Einige Partner wollen erst liefern, wenn Geld fließt. Dazu zählt auch Cosworth. Für die Crashtests musste ein Motordummy herhalten. Die Betriebsprüfung des neuen Investors legte den Betrieb für drei Wochen lahm. Und diese Zeit fehlt Campos, auch wenn in dieser Woche die Ampel auf grün gestellt wird.

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Michael Schmidt

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