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Start im Unfallchassis

Carlos Sainz besteht Medizincheck

Carlos Sainz - Toro Rosso - Unfall - GP Russland - Sochi - Samstag - 10.10.2015 Foto: Wilhelm 14 Bilder

Carlos Sainz verließ nach seinem Horror-Unfall bereits am Samstagabend wieder das Krankenhaus. Einen Tag später bestand er auch den FIA-Medizincheck. Der Spanier wird das Rennen in Sochi vom letzten Platz aus starten.

11.10.2015 Michael Schmidt, Andreas Haupt

Die Meldung kam um 11.02 Uhr. Carlos Sainz nimmt am GP Russland teil. Der Spanier hatte den FIA-Medizincheck ohne Beanstandungen passiert. 22 Stunden zuvor war Sainz in einen haarsträubenden Unfall verwickelt. Der Toro Rosso-Pilot verlor mit 309 km/h am Ende der Gegengeraden die Kontrolle über sein Auto, touchierte links die Mauer mit 204 km/h und schlug mit rund 150 km/h in die Tecpro-Barrieren ein.

Der Wert ist eine GPS-Messung und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Echte Daten vom Unfallschreiber gab es nicht, weil vor dem finalen Aufprall ein Rad samt Sensoren abgerissen wurde. Die Absperrungen und die zusammengefaltete Nase des Toro Rosso sorgten dafür, dass der Unfallpilot trotz der hohen Geschwindigkeit relativ weich in drei Etappen aufgefangen wurde. Zwei Tecpro-Elemente, dann die Leitplanke mit einer dritten Reihe der Schutzeinrichtung davor leisteten gute Arbeit. Die Verzögerungswerte lagen bei den einzelnen Einschlägen zwischen 20 und 40 g.

Sainz bekommt Motorwechsel gratis

Carlos Sainz verbrachte sieben Stunden im Krankenhaus. Die Untersuchungen ergaben keinerlei Anzeichen einer Gehirnerschütterung oder einer physischen Verletzung. Der 21-jährige Spanier wird den GP Russland in seinem Unfallchassis bestreiten. Was wiederum zeigt, wie gut die Schutzeinrichtungen funktioniert haben. Das entkräftet auch die Kritik einiger Piloten, die sich darüber aufgeregt hatten, dass der Toro Rosso unter der ersten Tecpro-Reihe durchgetaucht war.

Weil Toro Rosso auf einen Chassiswechsel verzichtete, darf Sainz auf dem letzten Platz der Startaufstellung ins Rennen gehen. Andernfalls hätte ein Start aus der Boxengasse gedroht. Die Abstimmung in Bezug auf die Fahrwerksdaten war bereits vor der Qualifikation schriftlich bei der FIA hinterlegt worden. Für alle Fälle. Am Ende lohnt sich der Unfall für Sainz noch. Er wird einen neuen Motor und eine neue MGU-H im Rennen verwenden. Als Letzter im Feld kann er die Strafen dafür locker verschmerzen.

Sainz "fühlt sich gut"

Auf einer Pressekonferenz zwei Stunden vor dem GP Russland äußerte sich Sainz zu seinem Gesundheitszustand. "Ich fühle mich gut. Mein Kopf sagt mir, dass ich heute fahren soll. Das ist das Beste für mich." Ganz ohne kleine Wehwehchen ging der schwere Unfall nicht am Toro Rosso-Piloten vorbei. Sainz gab zu, dass er gewisse Muskelpartien "bisschen steif wären und er ein paar Schmerzen habe".

Sollten die Schmerzen im Rennen größer werden, will der 21-Jährige kein Risiko eingehen. "Wenn ich zum Beispiel Probleme mit dem Nacken bekomme, werde ich stoppen." Die meisten Sorgen bereitete Sainz der abgerissene Funkverkehr. "Ich konnte dem Team, meiner Familie und Euch nicht sagen, dass ich ok bin."

Teamchef Franz Tost brachte Licht ins Dunkel, warum Sainz abgeflogen war. "Carlos war auf einem Longrun mit den weichen Reifen unterwegs. Als er auf Kurve 13 zufuhr, verstellte er die Bremsbalance etwas nach hinten. Durch den erhöhten Bremsdruck haben die Hinterreifen blockiert und das Auto brach aus." Der Österreicher wies Spekulationen zurück, der Crash habe etwas mit dem DRS-System zu tun gehabt. "Das ist Blödsinn. Carlos fuhr einen Longrun. Da benutzt man DRS nicht."

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