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Caterham 2013 mit Bezahlfahrern

Das 20 Millionen-Dollar Problem

Caterham Heck - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 01. November 2012 Foto: xpb 55 Bilder

Caterham hat sein Auto für den GP Abu Dhabi aufgerüstet, als ginge es um die Weltmeistetschaft. Ein letzter verzweifelter Angriff auf den zehnten Platz. Wenn der an Marussia verlorengeht, sind 20 Millionen Dollar weniger in der Kasse. Deshalb liebäugelt Caterham mit zwei Bezahlfahrern. Auf der Liste stehen Charles Pic, Giedo van der Garde und Bruno Senna.

02.11.2012 Michael Schmidt

Der zwölfte Platz von Timo Glock beim GP Singapur könnte für Marussia die Rettung und für Caterham ein finanzielles Desaster werden. Damit rutschte Caterham vom zehnten auf den elften Platz im Konstrukteurspokal. Und das hat gravierende finanzielle Folgen. Dadurch brechen Caterham zwei Säulen aus Bernie Ecclestones Verteilungssystem weg. Der Erfolgsbonus und die Subvention für die drei neuen Teams, die nach dem dritten Jahr ausläuft. Caterham verliert so zwei Mal zehn Millionen Dollar. Und Marussia gewinnt zehn.

Technische Großoffensive

Wer zum ersten Mal in die Top Ten fährt, bekommt automatisch Geld aus dem Historienbonus. Erst beim zweiten Mal innerhalb von drei Jahren gibt es auch Geld für Erfolge.

Caterham will das drohende Schicksal mit einer technischen Großoffensive noch abwenden. Die Chefkonstrukteure Mark Smith und John Ily haben das halbe Auto umgebaut. Frontflügel, Bremsbelüftungsschächte und der vordere Teil des Unterbodens sind neu. Im Heck werden mehrere Versionen des Coanda-Auspuff getestet. Caterham hat diesmal an beiden Enden des Fahrzeugs zugelegt. In der Vergangenheit hatte man oft das Problem, dass nur einseitig Abtrieb dazugewonnen wurde. In Silverstone spendierten die Ingenieure dem Auto mehr Anpressdruck im Heck. Der alte Frontflügel konnte da nicht mehr mithalten.

Runderneuerung reicht nicht aus

Marussia tritt in der Schlacht um Platz zehn mit einem nahezu unveränderten Auto an. "Wenn neue Teile ans Auto kommen, dann solche, die uns auch nächstens Jahr weiterhelfen. Es handelt sich dabei aber nur um Kleinigkeiten", erzählt Glock. Dafür kämpfen die Marussia-Piloten mit einem neuen Problem. Beim Bremsen blockiert das kurveninnere Rad. "Unser Auto ist zuletzt deutlich schneller geworden", verrät Glock. "Doch damit treten neue Probleme auf. Das Auto rollt beim Einlenken mehr. Dadurch steht das kurveninnere Rad in der Luft. Ich fahre praktisch ein Dreirad."

Heikki Kovalainen glaubt nicht, dass die Runderneuerung des Caterham ausreicht, aus eigener Kraft auf Platz zwölf zu fahren. "Toro Rosso ist in den letzten Rennen wieder in weite Ferne gerückt. Da waren wir schon mal näher dran. Wir brauchen schon ein verrücktes Rennen, um Zwölfter zu werden."

Heikki Kovalainen bald arbeitslos?

Der Finne wird möglicherweise das Opfer des reduzierten Geldsegens. Caterham bereitet sich bereits auf das Worstcase-Szenario vor. Es macht die Geschichte die Runde, dass der Rennstall von Tony Fernandes 2013 aus der Not heraus zwei Bezahlfahrer einsetzt. Entweder Charles Pic und Bruno Senna oder Charles Pic und Giedo van der Garde, falls Senna bei Williams bleibt oder bei Force India unterkommt. Sebastian Buemi, der sich ebenfalls Hoffnungen gemacht hatte, scheint aus dem Rennen zu sein. Der Schweizer hat keine Mitgift in der Tasche. Der Schuss mit Bezahlfahrern kann nach hinten losgehen.

"Wenn der Unterschied zwischen Platz zehn und elf für Caterham wirklich 20 Millionen Dollar ausmacht, dann verpflichte ich lieber einen erfahrenen Piloten, der mir diesen zehnten Platz sichern kann. So viel Geld bringt kein Paydriver mit", meint Timo Glock.

In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen die Technik-Updates am Caterham und die besten Bilder vom Trainings-Freitag.

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