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Caterham-Lage unter Kontrolle

"Gepfändet wurden nur Memorabilia"

Caterham - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 2. Oktober 2014 Foto: ams 52 Bilder

Caterham-Teamchef Manfredi Ravetto versucht die Berichte über die finanzielle Schieflage seines Rennstalls weiter zu entschärfen. Am Freitag stellte er sich in Suzuka den Medien und gab einen Lagebericht durch. Tenor: Alles ist unter Kontrolle.

03.10.2014 Tobias Grüner

Manfredi Ravetto ist momentan nicht zu beneiden. Ständig muss der Caterham-Teamchef neue Gerüchte über die Finanznot seines Teams lesen. Und dann kommt auch noch das russische Visa nicht rechtzeitig für den Doppelschlag in Suzuka und Sochi. So reiste der Italiener mit einem Tag Verspätung nach Japan an. Dort warteten die Journalisten bereits auf Antworten.

Caterham-Betrieb von Beschlagnahmung nicht beeinträchtigt

In England hatte der Gerichtsvollzieher in der Fabrik in Leafield angeklopft. Anschließend wurde eine Liste mit beschlagnahmten Teilen veröffentlicht. Ravetto stellte zunächst klar, dass nicht das Formel 1-Team selbst von der Aktion betroffen war, sondern nur Zulieferer im eigenen Hause. Diese Zulieferer mit Altschulden seien offiziell nicht mit dem Rennstall verknüpft.

"Wir haben bei der Übernahme des Rennstalls eine räumliche Trennung vermieden, weil wir kein Drama wollten. Mittlerweile bereue ich diese Entscheidung", stellte Ravetto klar. Die Liste der gepfändeten Gegenstände beinhaltete unter anderem Lenkräder, ein altes Testauto und Teile aus der aktuellen Saison. Nach Ansicht des Teamchefs keine wichtigen Komponenten.

"Für mich sind das alles Memorabilia. Ein Lenkrad von 2010 kann man nicht mehr verwenden. Ich habe auch gehört, dass Karbon-Teile mitgenommen wurden. Diese sollten dieses Jahr allerdings sowieso nicht mehr zum Einsatz kommen", klärte das Caterham-Oberhaupt auf.

Alle Teile für den GP Japan in Suzuka

In der Liste wurde auch der Punkt "Teile für den GP Japan" aufgeführt. Dazu Ravetto: "Ich kann nur sagen, dass sich alle Teile hier in der Garage befinden. Das Material ging direkt von Singapur nach Suzuka. Wir haben hier sogar einen neuen Frontflügel dabei. Ich habe von Berichten gehört, dass wir den Flügel auf geheimen Wegen am Gerichtsvollzieher vorbeigeschmuggelt haben. Das ist alles Bullshit."

Auch die Berichte über verspätete Zahlungen an Pirelli und verzögerte Reifenlieferungen in Singapur wurden dementiert: "Ich wünschte Paul Hembery (Pirelli-Sportchef) wäre jetzt hier. Er würde bestätigen, dass wir ausgezeichnete Kunden sind. Wir versuchen alle Zulieferer glücklich zu machen. Die Formel 1 ist keine Charity-Veranstaltung. Hier bekommt man nichts geschenkt."

Die beschlagnahmten Teile die dem Formel 1-Team gehören, sollten demnächst wieder zurückgegeben werden. Laut Ravetto sortieren die Anwälte gerade den Papierkram aus. Auch für den Rest der Saison zeigte sich der Teamchef optimistisch. "Wir kennen die Situation des Teams und sind sehr entspannt. Es gibt vielen Teams in der Formel 1, die deutlich mehr Schulden haben als wir."

Neuer Caterham für 2015 schon im Toyota-Windkanal

"Ich kann leider keine Bankgarantie vorlegen, die beweist, dass wir die Saison zu Ende fahren. Aber das kann niemand. Ich kann aber sagen, dass unsere F1-Lizenz das wertvollste Asset der Firma ist. Und um die zu behalten, müssen wir bei jedem Grand Prix mit 2 Autos starten. Darauf liegt unsere ganze Konzentration."

Über die Identität der Investoren schweigt sich Ravetto weiter aus. Sie wollen nicht im Vordergrund stehen, verfügen aber über die finanziellen Mittel. "Sie wollen irgendwann ein Gewinn aus ihrem Investment ziehen. Wir haben die wertvolle Formel 1-Lizenz und wollen deren Wert weiter steigern. Dabei sind wir auf einem guten Weg."

Nach Information von Ravetto laufen sogar schon die Vorbereitungen für die kommende Saison. "Es ist zwar gerade erst 5 Uhr früh in Deutschland. Aber sie können gerne bei Toyota in Köln anrufen. Dort wird gerade im Moment unser Windkanal-Modell für das Auto der kommenden Saison getestet."

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