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Caterham macht mobil

Eine Sekunde in der Hinterhand

Charles Pic - Caterham - GP Spanien 2013 Foto: Caterham 52 Bilder

Caterham ist schlecht in die Saison gestartet. Doch dann hat ein Upgrade in zwei Schritten die Wende gebracht. Man ist an Marussia vorbeigezogen und hat jetzt Williams im Visier. Die neue Ausbaustufe ist auf dem Papier eine Sekunde wert. Bis jetzt wurden 60 Prozent realisiert.

23.05.2013 Michael Schmidt

Nach den ersten drei Rennen erntete Caterham nur Kopfschütteln. Die grünen Autos lagen am Ende des Feldes. Selbst Marussia schien unerreichbar. Und dabei arbeitet der russische Rennstall mit knapp der Hälfte an Personal. Beim GP Bahrain ging ein Ruck durch Caterham. Der erste Teil einer Ausbaustufe brachte vier Zehntel. Der zweite folgte in Barcelona.

Insgesamt sollten die Eingriffe an Frontflügel, Nase, Auspuff, Unterboden, Leitblechen und Heckflügel eine Sekunden wert sein. Das versprach der Williams-Windkanal. 60 Prozent sind bis jetzt angekommen. Die neue Frontpartie, die in Barcelona debütierte, ist im Vergleich zum Heck zu stark. Deshalb mussten die Ingenieure vorne absichtlich den Anpressdruck reduzieren.

Beim GP Deutschland soll ein weiteres Aerodynamikpaket folgen, das sich ausschließlich auf die Heckpartie konzentriert. Dann wird es auch einfacher sein, das Auto auszubalancieren.

Windkanal endlich richtig kalibriert

Caterham sieht langsam Licht am Ende des Tunnels. Wenn die Umbaumaßnahmen am Auto alle funktionieren, will man Williams angreifen. Was vor Wochen noch wie ein kühner Traum erschien, ist jetzt ein realistischer Plan. In Barcelona lag Charles Pic im Ziel nur 2,4 Sekunden hinter Valtteri Bottas.

Der Aufschwung hat mehrere Gründe. Zum ersten Mal erkennen die Ingenieure eine direkte Korrelation zwischen Windkanaldaten, CFD-Simulationen und Rennstrecke. Der alte Williams-Windkanal musste zuerst auf das Anblasen des Diffusors umgerüstet werden. Als die entsprechenden Einrichtungen noch fehlten, lieferte der Kanal falsche Daten ab.

Seit diesem Jahr arbeitet der Windkanal im Dreischichtbetrieb. Zum ersten Mal bestückt Caterham auch seinen Heckflügel mit Drucksensoren, die während der Fahrt die Strömungsdaten messen und eine wichtige Hilfe für die Aerodynamiker sind.

Caterham-Team auf 350 Mitarbeiter aufgestockt

Die Mannschaft wurde mittlerweile auf 350 Mitarbeiter aufgeblasen, 70 davon im Lohnauftrag. Damit hat Caterham bereits Sauber und Force India überholt. Der Rennstall, der immer noch von Airline-Chef Tony Fernandes finanziert wird, ist damit in der Lage die Entwicklungsprogramme für 2013 und 2014 parallel laufen zu lassen. Sämtliche Modifikationen, die jetzt noch ins Auto fließen, werden danach ausgewählt, dass sie auch für das 2014er Auto relevant sind.

Der Rennstall aus Leafield will endlich weg vom Image, nur ein Mitläufer zu sein. Dazu bräuchte es jetzt nur noch Fahrer der ersten Kategorie. Mit Charles Pic und Giedo van der Garde sitzen zwei Bezahlfahrer in den Cockpits der grünen Autos. Es wäre interessant zu sehen, was ein Heikki Kovalainen aus diesem Auto machen würde.

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