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Champion in der Krise

Der tiefe Fall des Lewis Hamilton

Lewis Hamilton Foto: dpa 23 Bilder

Lewis Hamilton kam im Qualifying für seinen Heim-Grand Prix in Silverstone nur auf den 19. Platz. Das ist für den Titelverteidiger und den Weltmeister des Vorjahres die Höchststrafe. Der McLaren-Pilot tröstet sich mit der Hoffnung auf bessere Zeiten.

20.06.2009 Michael Schmidt

Da fällt das Winken ins Publikum schwer. 105.000 Zuschauer in Silverstone erlebten einen Weltmeister in Nöten. Der Mann, der 2008 an gleicher Stelle einen seiner größten Siege feierte, startet beim GP England aus der letzten Reihe. Das tut doppelt weh. Besonders ernüchternd ist, dass es auch bei einer perfekten Runde nicht zum Weiterkommen gereicht hätte. "Ich hatte höchstens noch zwei Zehntel in der Tasche."

Kein Abtrieb am Heck

Der McLaren MP4-24-Mercedes mag keine schnellen Kurven. Und davon gibt es in Silverstone zu viele. "Wir können nicht attackieren", klagt Hamilton. "Sonst überholt uns das Heck." Seine Bitte an die Ingenieure: "Gebt mir mehr Anpressdruck hinten." Hamilton hat den WM-Titel längst abgehakt, natürlich auch die Hoffnung auf einen Sieg. "Wenn es in diesem Jahr zu einem Podestplatz reicht, wäre das schon optimal."

In Silverstone ist daran gar nicht zu denken. Da müsste es schon regnen. Die Erkenntnis, im Rennen vor seinen Landsleuten nur Statist zu sein, schmerzt. "Ich werde mir die Seele aus dem Leib fahren, aber vom 19. Startplatz aus bist du verloren. Alle Autos um mich herum sind gut in den schnellen Kurven. Wie soll ich sie da angreifen? Wie soll ich meinen Fans das zurückgeben, was sie von mir erwarten?" Dazu kommt, dass McLaren zum ersten Mal auf KERS verzichtet. Damit fehlt auch der Extra-Schub aus der Elektrokonserve.

Erfolg für 2010 sichern

Hamilton will trotzdem nicht aufgeben. "Ich bin jede Woche ein- bis zwei Mal im Simulator. Wir nehmen an jeder Konferenz mit den Ingenieuren teil, versuchen ihnen klar zu machen, was sie am Auto verbessern müssen." Dazu muss man erst einmal verstehen, warum der Silberpfeil in den schnellen Kurven nicht vom Fleck kommt. "Es darf uns jetzt nicht mehr interessieren, auf welcher Position wir am Ende der Meisterschaft stehen", sagt Hamilton. "Wir müssen alles dafür tun, dass wir 2010 wieder das beste Auto im Feld haben."

Für Hamilton ist es der erste Rückschritt in seiner Karriere seit vier Jahren, als er nach einem Jahr Formel 3 sofort in die GP2-Serie aufsteigen wollte, mangels Finanzierung aber reumütig in die Formel 3 zurückkehrte. "Es werden bessere Tage kommen", träumt der neunfache GP-Sieger. "Aber bis dorthin ist noch ein langer, sehr langer Weg."

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