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Chaos bei Lotus

Rennleitung meldet sich eine Runde zu spät

Pastor Maldonado - GP Spanien 2015 Foto: xpb 70 Bilder

In Spanien hat Lotus wieder Punkte geholt und Punkte verschenkt. Romain Grosjean wurde trotz eines gebrochenen vierten Gangs Achter. Pastor Maldonado hätte trotz seiner Kollision mit Grosjean ebenfalls in die Top Ten fahren können. Nach dem Rennen erklärte das Team, warum daraus nichts wurde.

13.05.2015 Michael Schmidt

Der Kommandostand von Lotus hatte am Rennsonntag von Barcelona keinen ruhigen Nachmittag. Und er wurde für zwei aufregende Rennen seiner Fahrer nur mit vier Punkten belohnt. Weder bei Romain Grosjean, noch bei Pastor Maldonado lief es nach Plan.

Bei Maldonado ist man das gewohnt. Aber bei Grosjean? Beim zweiten Boxenstopp schoss er über sein Ziel hinaus und ließ 11,5 Sekunden in der Boxengasse liegen. Ab der 20. Runde musste der Franzose außerdem ohne vierten Gang auskommen. Vermutlich brach eine Schaltklaue.

Einsatzleiter Alan Permane wies Grosjean an, beim Hochschalten den Gasfuß zu lupfen. Als der jammerte, dass er das unmöglich jede Runde könne, bekam er zu hören, dass ihm sonst der Motor um die Ohren fliegt. "Ich habe da vielleicht etwas übertrieben. Aber wir haben ungesunde Drehzahlspitzen bis hart an den Begrenzer erkannt. Auf die Dauer wäre das dem Motor nicht gut bekommen", lachte Permane.

Maldonado ließ Grosjean keinen Platz

Der erste Mann am Boxenfunk lobte nach dem Rennen seinen Fahrer: "Romain ist ein super Rennen gefahren. Das Getriebeproblem hat ganz klar Rundenzeit gekostet. Trotzdem hat er nach dem verunglückten Boxenstopp einen Rückstand auf Kvyat aufgeholt und ihn auch noch im Zweikampf bezwungen. Obwohl du in den Kurven 1, 4, 5, 6 und 10 den vierten Gang brauchst." Der Franzose schultert die Punktelast von Lotus bis jetzt ganz allein. Alle 16 Zähler für Lotus gehen auf sein Konto.

Pastor Maldonado hätte mindestens vier Mal bei den ersten fünf Grand Prix in den Punkterängen landen können. Auch in Barcelona. Und der impulsive Venezolaner hat es wieder vergeigt. Dabei war er im Rennen erneut schneller als sein Teamkollege. Und hat in der Anfangsphase großartig überholt. Maldonado wurde erst gestoppt, als er an Grosjean geriet.

Über die Unfallschuld ist viel diskutiert worden. Permane hält sich da raus: "Wir wollen die Schuld weder dem einen oder dem anderen geben. Das sollen andere machen." Die Helikopter-Perspektive der Kollision erzählt die ganze Geschichte. Entscheidend ist das, was in Kurve 3 passierte. Grosjean fuhr so weit innen, wie nur irgendwie möglich. Maldonado hatte außen bequem Platz. Und schnitt trotzdem herein. Bei seinem Speed-Vorteil völlig ohne Not.

Plötzlich kam Post von der Rennleitung

Das Ergebnis war, dass Grosjean den Lotus des Kollegen an der rechten Heckflügel-Endplatte traf. Und die bog es krumm wie eine Banane. Die Endscheibe wurde durch die Strömung von Runde zu Runde weiter nach innen gedrückt.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting warf ein Auge darauf, ließ Maldonado zunächst aber gewähren. Weil der Venezolaner trotz großem Gripverlust im Heck erstaunlich schnell unterwegs war. "Ich habe mit einer anderen Differentialeinstellung das Problem im Heck kompensiert."

Als Maldonado sich in der 14. Runde seinen zweiten Satz Reifen abholte, sahen die Techniker die Bescherung. "Die Endplatte war relativ weit oben gebrochen und bewegte sich hin und her", erzählt Permane.

Kaum ging Maldonado zurück auf die Strecke, kam auch schon Post von Charlie Whiting. Der wollte, dass das baumelnde Ding sofort abgerissen wird. Was eine Runde später mit einem Handgriff passierte. Permane und Maldonado sind überzeugt: "Hätten wir es schon vor dem ersten Boxenstopp gewusst, wären Punkte immer noch möglich gewesen." Die Aktion dauerte acht Sekunden länger als ein normaler Boxenstopp.

Lotus so gut wie Red Bull

Überraschenderweise war Maldonado auch ohne Endplatte noch in der Lage 1.33er Runden zu fahren. Was nicht unbedingt für die Aerodynamik des Autos spricht. Maldonado lag aussichtlsos auf Platz 16, als er aus dem Rennen geholt wurde. "Wir haben noch gewartet, ob es ein Safety-Car gibt. Als es bis zum zweiten Stopp nicht kam, war es für uns wichtiger, den Motor zu schonen."

Permane zog aus dem GP Spanien ein positives Fazit. "Wir sind im Augenblick auf Red Bull-Niveau. Und von Williams sind wir nicht weit weg. Im Training fehlen uns vier Zehntel. Unter Rennbedingungen ist es weniger."

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