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Chaos-Verkehr in Indien

Der Wahnsinn auf Delhis Straßen

Impressionen Delhi GP Indien 2011 Foto: Grüner 58 Bilder

Am Rande des Grand Prix von Indien haben wir uns in das Verkehrchaos von Delhi geschmissen. Was uns dabei alles Verrücktes begegnet ist, sehen Sie in der großen Bildergalerie.

01.11.2011 Tobias Grüner

Autofahren in Delhi ist lebensgefährlich. Zumindest wenn man nicht an dieses organisierte Chaos gewohnt ist. Aus Angst vor Unfällen lehnen es viele Autovermietungen einfach ab, ihre Mobile an Ausländer abzugeben. Nach den ersten Metern auf den öffentlichen Pisten wird klar warum: Es herrscht Krieg auf Delhis Straßen.

Geisterfahrer, Tiere, überladene Mopeds

Autos müssen sich die Fahrbahn mit Fußgängern, Pferdegespannen, Fahrrad-Rikschas, Tuk-Tuks, Kühen, Hunden und Millionen von Mopeds und Motorrädern teilen. Die klapprigen Gefährte sind meist total überladen und alles andere als verkehrssicher. Mopeds mit zwei, drei, vier oder gar fünf Personen auf dem Sattel sind keine Seltenheit.

Wenn sich alle an die Verkehrsregeln halten würden, wäre es vielleicht gerade so möglich, den Nahkampf auf den Straßen zu überstehen. Doch in Delhi fährt jeder einfach wie er will. Geisterfahrer auf der Autobahn - kein Problem. Auch nicht nachts. Und natürlich ohne Licht. Wenn schon, denn schon.

Gefahren wird sowieso nur 80 bis 110 km/h. Hinter der nächsten Kurve könnte ja eine Kuh lauern. Oder ein havariertes Auto. Oder eine Kombination von beidem, wobei die Kuh meistens den Kürzeren zieht. Da hilft auch kein Heiligenschein.

Kein TÜV, kaum Polizei

Die Fahrspuren auf der Autobahn werden meist nur zur groben Orientierung benutzt. Gefahren wird dort wo Platz ist. Und das ist meist zwischen den Spuren. Oder auf dem Standstreifen. Kaum ein Auto ist ohne Kampfspuren unterwegs. Die Hupe und der Hebel zum Aufblenden sind im Dauereinsatz. Es wird abgedrängt, geschnitten, ausgebremst und dicht aufgefahren - die Polizei ist machtlos. Eine Verkehrssünderkartei gibt es zum Glück nicht.

Vom TÜV hat der Inder natürlich auch noch nichts gehört. Was noch fährt, darf fahren. Und was nicht mehr fährt, wird solange geflickt, bis es wieder fährt. Einige der klapprigen Oldtimer scheinen noch aus der britischen Kolonialzeit zu stammen. Bei den hohen Temperaturen und den vielen Regentagen im Jahr ist es ein Wunder, dass die alten Kübel nicht schon längst weggerostet sind.

Autofahren nur mit Chauffeur

Wie die meisten anderen Journalisten, die das Formel 1-Abenteuer in Delhi in Angriff nahmen, haben wir uns für die Variante Auto plus Fahrer entschieden. Dass der Chauffeur täglich teils mehr als zehn Stunden auf dem Parkplatz vor dem Fahrerlager warten musste, spielte keine Rolle. Löhne sind günstig. Und mit einer geschenkten Formel 1-Kappe (natürlich von Force India) ist die Welt schnell wieder in Ordnung.

Wenn Sie einen Eindruck vom Wahnsinn auf den Straßen der indischen Hauptstadt bekommen wollen, klicken Sie einfach durch unsere Fotoshow.

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