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Chassis-Probleme

Lotus bricht Barcelona-Test komplett ab

Formel 1-Test, Barcelona, 21.2.2012, Romain Grosjean, Lotus Foto: xpb 20 Bilder

Lotus hat die Formel 1-Testwoche in Barcelona nach nur sieben Runden für beendet erklärt. Ein größeres Problem mit dem Chassis zwingt den Rennstall dazu, die Zelte abzubrechen. Für Romain Grosjean und Kimi Räikkönen eine Hiobsbotschaft.

21.02.2012 Tobias Grüner

Nach dem erfolgreichen Test in Jerez galt Lotus als das Team der Stunde. Romain Grosjean fuhr die schnellste Zeit aller Neuwagen. Auch Kimi Räikkönen kam mit dem schwarz-goldenen Rennwagen auf Anhieb gut zurecht. Das Team spulte mehr als 1.700 Kilometer ab. Große Probleme traten keine auf. Doch nach nur sieben Runden in Barcelona verdunkelte sich plötzlich der Himmel.

Grosjean bemerkt Chassis-Problem als Erster

Als Grosjean in die Box kam, klagte der Franzose über ein ungewöhnliches Fahrverhalten. "Wir haben ein paar Aero-Runs absolviert und dann mit schnelleren Runden angefangen. Ich habe aber schnell gemerkt, dass das Auto nicht so reagiert, wie es sollte."

Nach der Alarmierung des Fahrers untersuchte das Team das Chassis mit der Nummer E20-02, das in Barcelona erstmals im Einsatz war. Dabei wurde eine Beschädigung des Karbon-Körpers festgestellt. Zunächst nahm man an, dass der Schaden durch ein Produktionsfehler des Chassis aufgetreten war. Man plante zunächst, dass Chassis E20-01 einzufliegen, das noch in Jerez problemlos gelaufen war.

Vor dem Verschicken testete man das Chassis aber noch auf dem Prüfstand mit Daten der Ingenieure aus Barcelona. Dabei trat der gleiche Fehler auf. "Wir konnten den Bereich ausfindig machen, an dem wir noch einmal arbeiten müssen", erklärte Technik-Chef James Allison. In der Fabrik in Enstone sollen nun beide Chassis-Röhren überarbeitet werden.

Lotus bricht Barcelona-Test ab

Als Konsequenz muss Lotus den Rest der Testwoche zuschauen, wie die Konkurrenz in Barcelona fleißig Testkilometer sammelt. Erst kommende Woche zur dritten Testwoche der Saison, ebenfalls in Barcelona, sei man wieder einsatzbereit, verspricht Allison.

"Das war eine schwierige Entscheidung", erklärte Teamchef Eric Boullier. "Aber wir haben das Gefühl, dass es die richtige war. Positiv ist, dass wir das Chassis-Problem schnell erkannt haben und das Designbüro auch schon eine Lösung parat hat."

Der Verlust der vier Testtage ist ein schwerer Rückschlag für den Rennstall, der in diesem Jahr eigentlich die Top-Teams ärgern wollte. "Wir ziehen unseren Glauben aus der Tatsache, dass der E20 in Jerez schnell und zuverlässig war. Wir haben in der nächsten Woche viel Arbeit vor uns, aber jeder in Enstone ist bereit für die Herausforderung."

Barcelona mit höheren Belastungen als Jerez

Warum der Fehler in Barcelona auftrat und in Jerez nicht, ist übrigens leicht erklärt: Auf dem Circuit de Catalunya ist das Auto ungleich höheren Belastungen ausgesetzt. Die aerodynamische Last ist durch die vielen schnellen Kurven und die lange Gerade mit ihren Top-Speeds von mehr als 300 km/h deutlich größer.

In Barcelona ist die längste Gerade 1.047 Meter lang. In Jerez sind es nur 632 Meter. Außerdem gibt es in Barcelona einige höhere Kerbs und Bodenwellen. Dass ein Chassis die Belastungen nicht aushält, ist übrigens nicht zum ersten Mal vorgekommen. Im vergangenen Jahr kämpfte Force India mit einem ähnlichen Problem.

In unserer Fotogalerie stellen wir Ihnen den Lotus F1 E20 noch einmal im Detail vor.

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