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Fotos vom Mercedes-Update

Coanda-Auspuff und Dreifach-DRS

Mercedes GP, Testfahrten Magny Cours 2012 Foto: xpb 30 Bilder

Update ++ Coanda-Auspuff und Dreifach-DRS - Mercedes hat bei den Testfahrten in Magny Cours eine große Technik-Offensive gestartet. Schon in Singapur sollen Teile davon erstmals im Rennen eingesetzt werden. Wir haben die Bilder von der Erprobung.

12.09.2012 Tobias Grüner

Als Testfahrer Sam Bird am Dienstag (11.9.) erstmals die Garage in Magny Cours verließ, richteten sich die Augen der Beobachter und die Linsen der Fotografen vor allem auf das Heck des Silberpfeils. Mercedes-Teamchef hatte schon in Spa einen Großumbau des Hinterteils angekündigt. Und der Brite hielt Wort.

Mercedes-Heck komplett neu

Nach langer Stagnation an der Technik-Front geht Mercedes endlich in die Offensive. Neben zahlreichen Sensoren und Messapparaturen fiel bei der ersten Ausfahrt sofort die neue Auspuff-Anordnung auf. Wie bei McLaren und Ferrari liegen die Endrohre nun in tiefen Schächten verborgen, die in Ausbeulungen in der Motorhaube eingelassen wurden.

Obwohl die Endrohre laut Reglement nach oben geneigt sein müssen, werden die Gase durch eine clevere Luftführung nach unten in Richtung Diffusordach geleitet. Die Strömung wird dabei auf eine Wölbung geblasen und dadurch nach unten abgelenkt. Das physikalische Prinzip, das hinter der wundersamen Richtungsänderung steht, nennt sich Coanda-Effekt.
 
Nachdem McLaren, Red Bull und Sauber schon zu Saisonbeginn vorgelegt hatten, zogen die meisten anderen Teams im Laufe der ersten Rennen nach. Mercedes ließ sich mit seiner Version des Coanda-Auspuffs ungewöhnlich lange Zeit, obwohl das System klare Vorteile, vor allem bei der Traktion, bringt.

Mercedes zieht endlich mit Coanda-Auspuff nach

Als Begründung für den Aufschub gab Brawn an, dass man zuerst das Problem des ungewöhnlich hohen Reifenverschleißes lösen wollte, bevor man die Daten mit neuen Updates verfälscht. Da der Auspuff direkt neben den Reifen zielt, können sich die Gummis durch die heißen Gase künstlich aufheizen. Beim ersten Test wurden deshalb auch auf dem Unterboden hinter dem Auspuff großflächig Hitzesensoren angebracht.

Damit der neue Auspuff gezielt dorthin bläst, wo die Ingenieure die Strömung hinhaben wollen, musste Mercedes den Durchmesser der Endrohre verkleinern. Da der V8-Motor nicht mehr frei ausatmen kann, kostet diese Maßnahme etwas an Leistung. Zudem müssen die Motorenexperten die Einstellungen anpassen.

Dass die FIA neuerdings keine großen Änderungen an den Mappings während der Saison mehr zulässt, ist für das Werksteam übrigens kein Problem. Mercedes kann auch die Mappings von McLaren oder Force India als Referenz bei den Kommissaren vorlegen. Beide fahren schon länger mit Coanda-Auspuff-Systemen.

Zweiter Test mit Dreifach-DRS

Neben dem neuen Auspuff hat Mercedes am Nachmittag des ersten Testtags von Magny Cours auch das neue Dreifach-DRS noch einmal getestet. Dabei reißt an drei Stellen gleichzeitig die Strömung ab, wenn der Fahrer den DRS-Knopf drückt. Am Heckflügel oben durch das Flachstellen des Flaps. Am Frontflügel wie gehabt durch das Einblasen von Luft unter dem Hauptelement. Und dann noch am unteren Heckflügelelement nach Vorbild von Lotus.

Schon im verregneten Freitagstraining von Spa war das neue System erstmals am Auto von Nico Rosberg zu sehen. Dabei tritt am Ende der Airbox ein Rohr aus, das einem Auspuffendrohr nicht unähnlich sieht. Dort wird Luft gebündelt auf das untere Heckflügelelement geblasen, um im Zentrum des Flügels mehr Abtrieb zu erzeugen.

An dieser Stelle herrscht normalerweise eine Zone niedrigen Drucks. Der Flügel hilft dem Diffusor beim Absaugen der Luft. Das Rohr wird mit Luft gefüttert, die durch neue zusätzliche Einlässe an der Airbox angebracht wurden. Wird der Luftstrom durch die DRS-Aktivierung gestört, kann der zusätzliche Abtrieb und auch der Luftwiderstand reduziert werden.

Zusätzlich führt noch eine vertikale Strebe mit einem Luftkanal von unten zum Heckflügel nach oben. Experten streiten noch, was sie bewirkt. Eine Theorie ist, dass hier Luft von unten gegen das Hauptblatt geblasen wird, um auch dort die Strömung abreißen zu lassen. Andere denken, dass die Strebe noch mit dem Hauptblatt verbunden wird, um die Luft direkt in das untere Flügelelement zu blasen.

Update soll in Singapur zum Einsatz kommen

Die neuen Teile hat Mercedes erstmals mit einem 60 Prozent-Modell im Windkanal entwickelt. Früher haben die Ingenieure in Brackley nur im 50 Prozent-Maßstab getestet. Erstmals zum Einsatz kommen soll das Update-Paket in Singapur. Man darf gespannt sein, was bis dahin alles einsatzbereit ist. Und natürlich, ob es den Silberpfeilen endlich die erhoffte Wende bringt. Die aktuellen Bilder von der Erpobung in Magny Cours finden Sie in der Fotogalerie.

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