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Concorde Abkommen: Bernie Ecclestone trifft Jean Todt

Bernie Ecclestone  Jean Todt 2012

Es gibt immer noch kein Concorde Abkommen. Laut Bernie Ecclestone ist das kein Beinbruch. Es könnte aber einer werden. FIA-Präsident Jean Todt macht Anstalten, im Revier des Formel 1-Paten zu wildern. Für Donnerstag (21.2.2013) ist ein Treffen der beiden mächtigsten Männer im Motorsport angesetzt.

25 Tage vor dem Start in die neue Formel 1-Saison gibt es immer noch kein Concorde Abkommen. Was das bedeutet? Es ist wie ein Staat ohne Grundgesetz. Nicht schlimm, meint Bernie Ecclestone. Alles schon mal dagewesen. 2005 lebte die Formel 1 eineinhalb Jahre ohne diesen Vertrag. Die finanziellen Abmachungen zwischen Ecclestone und den Teams sind unterzeichnet. Damit haben die Rennställe die Sicherheit, dass sie an den Einnahmen der Rechteinhaber partizipieren. Und Ecclestone garantiert es, dass die Teams bei der Stange bleiben.

So war es: Arbeitsgruppen, Formel 1-Kommission, FIA-Weltrat

Was fehlt ist eine Anbindung an die FIA. Darin wird normalerweise der Regelfindungsprozess festgelegt. In der Vergangenheit lief das so: Die technische und sportliche Arbeitsgruppen haben über Regeländerungen diskutiert, FIA-Rennleiter Charlie Whiting hat das Ergebnis in Worte gefasst. Das wurde der Formel 1-Kommission vorgelegt. War das Gremium aus Teamchefs, Veranstaltern, Motorenvertretern und der Reifenfirma nicht einverstaden, gingen die Vorschläge zurück an die Arbeitsgruppen. Wurde abgenickt, musste noch der FIA-Weltrat zustimmen. 

Bernie Ecclestone wollte den Prozess ändern, die Arbeitsgruppen durch eine Strategiegruppe ersetzen und die Gremien neu besetzen. Darüber konnte aber nie eine Einigung erzielt werden. Der FIA gibt das im Moment freie Hand. Charlie Whiting kann nach Beratung mit den Arbeitsgruppen einen Gesetzesvorschlag direkt an den FIA-Weltrat weiterleiten. Eine Formel 1-Kommission mit einem Veto-Recht der Teamchefs existiert derzeit nicht.

Theoretisch könnte die FIA für 2014 die Regeln nach Belieben ändern, wenn sie es in Bezug auf das technische Reglement vor dem 30. Juni tut und in Bezug auf das Sportgesetz bis 20 Tage vor der Einschreibefrist für die kommende Saison im Oktober. Auch gegen den Willen der Teams und von Ecclestone.

40 Millionen für die FIA

In der Frage, warum die Beteiligten keine Einigung über das Concorde Abkommen erzielen, gibt es mehrere Theorien. Die Teams sind nicht schuld. Sie wollen den Grundsatzvertrag, denn er gibt ihnen Sicherheit in Reglementsfragen. Will ihn Bernie Ecclestone? Der Formel 1-Chef könnte zwei Gründe haben, das Concorde Abkommen hinauszuzögern.

Sobald die Zukunft der Formel 1 bis 2020 auf dem Papier festgeschrieben ist, besteht die Gefahr, dass die Heckenschützen in den eigenen Reihen beim Rechteinhaber CVC ihre Geschütze auf ihren Chefbroker richten. Ohne Vertrag geht das schlecht. Im Augenblick ist Eccelstone der einzige, der sich auskennt. Das schützt ihn.

Ecclestone fürchtet Spekulationen zufolge noch ein zweites Szenario. Die FIA will ab 2013 mehr Geld mit der Formel 1 einnehmen. 15 Millionen Dollar steuern die Teams bei, 25 Millionen Ecclestone. Todt könnte diesen Geldsegen dazu nutzen, bei der nächsten Präsidentenwahl Punkte für sich zu sammeln. Er wäre dann der Präsident, der den Verband aus dem Finanzloch reißt.

FIA will Kontrolle über Fahrerlagertickets

Seit dem 6. Februar haben alle Teams ihren Obolus an die FIA entrichtet. Einige allerdings nur unter Vorbehalt. Sie wollen nur bezahlen, wenn es ein Concorde Abkommen gibt. Doch da könnten sie einem Trugschluss aufsitzen. Bei der relevanten FIA-Weltratsitzung wurde beschlossen, dass die Zahlungen an die FIA separat von einem Concorde Abkommen zu erfolgen haben.

Für Todt ist der augenblickliche Zustand ganz komfortabel. Das Geld von den Teams hat er. Bei der Regelfindung hat er mehr Freiheiten. Man hört, dass er bereits in Ecclestones Revier wildert. Die FIA will über die Fahrerlagertickets bestimmen. Das war wie der finanzielle Part bislang immer Ecclestones Hoheitsgebiet. Und da hört bei ihm der Spaß auf. Die Rechteinhaber halten ihre 25 Millionen an die FIA bislang noch zurück. Als Druckmittel, den Regelfindungsprozess so zu gestalten, wie es Ecclestone will. Morgen (21.2.2013) wollen sich Ecclestone und Todt treffen. Man darf gespannt sein, ob die Formel 1 endlich ihr neues Grundgesetz bekommt. 

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Michael Schmidt

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