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Crash-Rätsel gelöst

Buemi torpediert Heidfeld-Renault

Nick Heidfeld Foto: Wolfgang Wilhelm 17 Bilder

Nick Heidfeld fuhr das ganze Rennen in Australien mit aufgerissenem Seitenkasten. Dabei wusste der Renault-Pilot noch nicht einmal, wem er den Schaden zu verdanken hatte. Wir haben uns auf die Suche nach dem Täter gemacht.

29.03.2011 Tobias Grüner

Nick Heidfelds Renault-Premiere in Australien ging ordentlich in die Hose. In der Qualifikation kämpfte der Routinier mit Verkehr und blieb bereits im ersten Segment hängen. Im Rennen war er nach der elften Runde chancenlos, als ihm bei einer Kollision der rechte Seitenkasten aufgerissen wurde.

Dabei hatte der Saisonauftakt gar nicht so schlecht begonnen. "Nach der ersten Kurve lag ich schon auf Platz elf. Punkte wären auf jeden Fall drin gewesen", glaubt der Wahlschweizer. "Dann hat mich irgendein Toro Rosso in den Kurven zehn und elf abgeräumt. Ich weiß nicht mal, wer es war."

Welcher Toro Rosso war schuld?

Heidfeld konnte den Hinweis auf den Crash mit einem der beiden Toro Rossos allerdings erst nach seinem technischen Briefing gegeben. Sowohl Sebastien Buemi als auch Jaime Alguersuari hatten die Strecke zu diesem Zeitpunkt schon verlassen.

Auch die Fernsehbilder konnten nur wenig Aufschluss geben, wer denn genau Übeltäter war. Den Crash fingen die Kameras gar nicht ein. Auch später war Heidfelds Auto nur selten im Bild. Teamchef Eric Boullier musste den Journalisten im Fahrerlager sogar Handy-Fotos von dem Schaden zeigen, um Fragen nach dem schlechten Speed des Mönchengladbachers zu beantworten.

Demolierter Renault "unfahrbar"

"Er hatte kein KERS mehr und die Balance war gestört", berichtet der Franzose. Heidfeld selbst rechnete vor: "Ich habe 30 Punkte Abtrieb verloren. Das sind eineinhalb Sekunden pro Runde." Schon während des Rennens beklagte sich der Pilot beim Kommandostand, dass sein Auto unfahrbar sei. Der Deutsche hielt bis zum Schluss durch, blieb auf Platz zwölf allerdings ohne Punktelohn.

Die Frage nach dem Unfall-Verursacher blieb allerdings lange offen. Der erste Verdacht lenkte sich auf Jaime Alguersuari. Der Spanier hatte sich schon vorher als Crashpilot betätigt: In der ersten Kurve fuhr er seinem Teamkollegen Sebastien Buemi ins Auto, was Teamchef Franz Tost zur Weißglut brachte. In Kurve drei hieß das Opfer Michael Schumacher, der einen Plattfuß davontrug.

Alguersuari sorgt für Aufklärung

Alguersuari musste nach der ersten Runde an die Box, um sich eine neue Nase abzuholen. Da schien es naheliegend, dass der junge Spanier auch der Übeltäter im Fall Heidfeld war. Erst bei der Abreise vom Flughafen in Melbourne am Montag (28.3.) klärte sich das Rätsel. "Das war ich nicht", verteidigte sich Alguersuari zwischen Sicherheitskontrolle und Abfluggate. "Ich habe Schumacher getroffen. Das tut mir leid. Aber für den Schaden bei Heidfeld bin ich nicht verantwortlich."

Allerdings konnte der Youngster zur Klärung der Details beitragen. "Ich war direkt hintendran und habe genau gesehen was passiert ist. Seb (Sebastien Buemi, Anm. d. Redaktion) hat schon in Kurve zehn mit dem Renault gekämpft und ihn in Kurve elf getroffen."

Keine Untersuchung der Rennleitung

Buemi selbst hatte den Zwischenfall nach dem Rennen mit keinem Wort erwähnt und trug offensichtlich auch keinen Schaden davon. Der Schweizer kam als Zehnter aus der ersten Runde, Heidfeld rutschte nach dem Crash auf Rang 18 zurück. Ob die Rennleitung den Zwischenfall registrierte, ist nicht bekannt. Eine Untersuchung wurde nicht eingeleitet.

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