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Crashgate-Affäre

Ecclestone empfiehlt Briatore Berufung

Briatore & Ecclestone Foto: dpa 34 Bilder

Der Singapur-Skandal schlägt weiter Wellen. Bernie Ecclestone findet die bedingte Strafe gegen Renault gerecht, glaubt aber, dass Flavio Briatore ein bisschen zu hart bestraft wurde. "Er sollte beim FIA-Weltrat Berufung einlegen", meinte der Formel 1-Boss.

24.09.2009

Bei Bernie Ecclestone weiß man nie genau, woran man ist. Der Chef der Formel 1 wechselt rasend schnell zwischen Ernst und Spaß. Auf die Frage, was Flavio Briatores größter Fehler war, ulkte der 78-jährige Engländer: "Dass er sich hat erwischen lassen."

Die bedingte Strafe für den Renault-Rennstall findet Ecclestone gerecht. "Wenn nur drei Leute davon gewusst haben, kann man schlecht das ganze Team bestrafen."

Ecclestone erachtet die Briatore-Strafe als zu hart

Flavio Briatore verdient nach Ansicht des Chef-Strippenziehers der Formel 1 eine Strafe, wenn auch vielleicht keinen lebenslangen Ausschluss von allen Formel 1-Aktivitäten. "Wenn man ihn ein Jahr vom Posten des Teamchefs und ein bisschen länger von der Ausübung seiner Tätigkeiten als Fahrermanager gesperrt hätte, wäre es vielleicht auch genug gewesen. Aber Flavio hat sich einfach dumm angestellt. Statt alles zu leugnen, hätte er es zugeben sollen. Er hätte ja sagen können, dass er nicht der Drahtzieher war, aber als Chef die volle Verantwortung übernimmt. Dann wäre auch die Strafe geringer ausgefallen."

Deshalb rät Ecclestone dem geschassten Renault-Teamchef, vor dem FIA-Weltrat Berufung gegen das Urteil einzulegen. "Da hat er vielleicht eine Chance, wenn er alles zugibt. Vor einem ordentlichen Gericht hat er keine Chance. Die würden ihn fragen, warum er in seiner Funktion als Manager des Fahrers seinem Piloten nicht davon abgeraten hat, einen Unfall zu inszenieren. Das wäre ja seine Aufgabe gewesen."

Ecclestone: Piquet hat Zukunft

Ecclestone behauptet, den ominösen Mister X, der die Geschichte von Nelson Piquet bestätigte, nicht zu kennen. Er glaubt allerdings nicht an den Teil der Aussage, dass Piquet selbst die Idee hatte zu crashen um Teamkollege Fernando Alonso zu helfen. "Fahrer denken nicht so weit. Sie glauben doch nicht, dass ein Fahrer soviel Ahnung von Strategie hat, dass er sich so eine Geschichte einfallen lässt." Für Nelson Piquet junior sieht der Formel 1-Zampano durchaus eine Zukunft in der Königsklasse. "Wenn ich eines der neuen Teams besitzen würde, würde ich ihn nehmen. Er hat Erfahrung, und er ist schnell."

Webber hält zu Briatore

In Fahrerkreisen hinterlässt der Skandal gemischte Gefühle. Mark Webber denkt nicht daran, sich von seinem Manager Flavio Briatore zu trennen. "Für mich war Flavio sensationell. Ich musste nicht ein einziges Mal in einen meiner Verträge schauen. Welcher Fahrer kann das von sich behaupten? Ich werde deshalb nicht mit einem anderen arbeiten."

Robert Kubica fürchtet, dass die Affäre ein schlechtes Licht auf die Formel 1 wirft: "Der Skandal hat Auswirkungen. Selbst Leute, die sich keine Formel 1-Rennen anschauen, reden über diesen Fall. Wir hatten dieses Jahr zu viele Geschichten, die nichts mit dem Sport zu tun haben." Nico Rosberg sieht es pragmatisch. "Auch im richtigen Leben passieren solche Dinge. In so einem Fall müssen die Leute aussortiert werden, die dafür verantwortlich waren. Das ist passiert."

Kubica kann sich immer noch nicht in den Kopf von Piquet versetzen. "Da muss man schon sehr verzweifelt sein, wenn man sich auf so etwas einlässt. Wenn sie das von mir verlangt hätten, wäre ich aus dem Auto gestiegen. Ich werde schon hellhörig, wenn man von mir verlangt, meinem Teamkollegen zu helfen." Auf die Frage, ob es mit rechten Dingen zuging, dass man Piquet für seine Kronzeugenrolle Immunität zusicherte, meinte der Pole kritisch: "Wenn ich von der Polizei verhaftet werde, weil ich einen umgebracht habe und dann sage, dass ich einen kenne, der drei Leute auf dem Gewissen hat, werde ich auch nicht freigesprochen."

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